Arcors Zensur im Netz
17. September 2007, 21:16 Uhr
Industrie? Anarchie!
Halla
Mein Provider (der für Internet zuhause, nicht der für diesen Server hier) hat mir in den letzten Tagen wenig Freude gemacht. Ich bin nämlich bei Arcor. Und Arcor hat vor einigen Tagen beschlossen, dass ich die Websites youporn.com, privateamateurs.com und sex.com nicht mehr besuchen darf und diese Sites für alle Kunden gesperrt. Ohne Vorankündigung und mit dem Jugendschutz als fadenscheiniger Begründung - tatsächlich jedoch vermutet nicht nur der focus online dahinter massive finanzielle Interessen der Bezahl-Porno-Industrie, die u.a. auch von Arcors eigenem “Adult-”Portal bedient wird.
Diese Sperrung wurde heute wieder aufgehoben, war sie doch technisch wirkungslos und überdies noch völlig sinnfrei umgesetzt: Die geblockten Sites wechselten flott ihre IP-Adresse und waren somit wieder erreichbar, und als Kollateralschden waren stattdessen andere (vollkommen seriöse) Sites geblockt, die sich zufällig mit den Betroffenen einen Server teilten. Ich bin mir sicher, die Idee zu dieser Sperrung hat sich ein irgendein Manager ausgedacht, der sich davor nicht die Mühe gemacht hat, einen Techniker (oder allg. jemand der etwas davon versteht) um seine Meinung zu fragen. Nur die aktuelle Politik ist auf diesem Gebiet noch merkbefreiter.
Arcor hat mit diesem vorauseilenden Verhalten massivst an Ansehen bei mir eingebüßt - wer sich so verhält, der verdient eigentlich keinen einzigen Kunden. Egal ob Pornos oder Bombenbauanleitungen: Was ich mir im Netz ansehe, das entscheide allein ich. Und nicht mein Provider. Ich kam nicht umhin, das Arcor auch zu sagen:
Sehr geehrte Damen und Herrn,
ich bin bereits seit mehreren Jahren ein zufriedener Arcor-Kunde. Was ich allerdings heute in den Nachrichten lesen mußte, verblüfft mich und macht mich ausgesprochen wütend:
Arcor sperrt den Zugang zu den Websites youporn.com, privateamateurs.com sowie auf sex.com.
Man mag zu den Inhalten dieser Seiten stehen, wie man will. Davon abgesehen empfinde ich es jedoch als eine bodenlose Frechheit mir als Kunden gegenüber, den Zugang zu bestimmten Seiten einfach still und heimlich zu sperren und ich als Kunde des Unternehmens erst über Nachrichtenticker wie heise oder focus erfahren muss.
Bestimmt neuerdings Arcor, welche Inhalte im Netz ich mir als zahlender Kunde ansehen darf und welche nicht? Ich vermute, der Begriff “Zensur” ist dem Unternehmen bekannt?
Die fadenscheinige Begründung des Jugendschutzes ist schlichtweg ein Witz: Ein Verbot wäre höchstens an die Betreiber der Sites zu addressieren, aber sicher nicht an die Provider. Davon abgesehen sind Sites mit nicht weniger “gefährlichen” Inhalten wie z.B. Nazi-Websites weiterhin problemlos zu erreichen.
Ein Gerichtsbeschluss oder eine Verfügung, die Arcor zu einer Sperrung verpflichten würde, existiert meines Wissens nach ebenfalls nicht - oder wird hier bereits vorauseilender Gehorsam verübt?
Des weiteren möchte ich wissen, ob
1. diese Sperrung dauerhaft sein wird und
2. wie meine Kündungsfristen sind (Kd. Nr.: xxx).
Um eine Antwort wird dringend gebeten - und ich hoffe, daß diese Antwort nicht nur aus Textbausteinen besteht.
Halla
Überflüssig zu erwähnen, dass die Antwort aus Textbausteinen bestand….
Dieser Beitrag gibt natürlich nur meine ganz eigene, persönliche Meinung wieder, die ich (noch) frei äußern darf, auch wenn ich dabei einen Multimillionen-Euro Konzern kritisiere… (Im Internet!)
Islamistenbox
1. April 2007, 15:36 Uhr
Netzfundstücke
Halla
Vor kurzem wurde die sog. Anti-Terror Datei vom Reichs-Sicherheitsministerium von Hr. Schäuble freigeschaltet. Wer sicherstellen möchte, daß er auch ja erfasst und nicht etwa übergangen wird, kann auf die TerrBox XR3 vertrauen.
Die TerrBox enthält einen vollständigen Linux PC, der darauf programmiert ist, sich wie der Rechner eines Terroristen zu verhalten. D.h. er schickt in zufälligen Abständen eMails mit terrorverdächtigen Inhalten (wie z.B. der Anfrage nach Auslandsaufenthalten in arabischen Ländern) an Adressen aus Pakistan, Iran und anderen arabischen Ländern. Die eMails sind dabei in schlechtem Englisch oder bestem Arabisch abgefasst und es gibt mehr als 1000 verschiedene Vorlagen. Der Rechner surft weiterhin von Zeit zu Zeit selbstständig im WWW auf islamischen Seiten. Desweiteren enthält die Festplatte einige im Internet verfügbare Bombenbauanleitungen, es gibt Kalendereinträge mit wichtigen islamischen Feiertagen, den kompletten Koran und einige theologische Abhandlungen.
Erhältlich bei GetDigital.de (via)
Eskorte
8. Oktober 2006, 20:36 Uhr
Schafferei
Halla
Ohne Internet kein Sex (oder nein, halt, umgekehrt). Diese Weisheit bewahrheitet sich nicht erst seit “One Night in Paris” sondern bereits seit den Anfängen des Netzes. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ich als Netizen damit in Berührung komme. Nicht als Konsument (natürlich!), sondern als “Macher” sozusagen.
Eine (seriöse!) Agentur, mit der ich schon ein paar Mal zusammen arbeitete, bat mich um eine Aufwandsschätzung für eine Kleinigkeit. Es ging um den Einbau des Lightbox-Scripts in eine bestehende Website. Nicht weiter erwähenswert, wäre der Kunde nicht ein “Eskortservice” und das Lightbox-Script für die adäquate Präsentation der Girls Angestellten bestimmt. Eskortservice ist in diesem Fall übrigens nicht mißzuverstehen - die Mädels werden im einschlägigen Schemata beschrieben (”Mandy, süße 22 Jahre, AV,GV,ZK möglich”, etc.), es ist also klar, wie der Hase läuft.
Aber was solls - Geld stinkt bekanntlich nicht, und man(n) ist schließlich Profi. Daher verkniff ich mir auch die Frage, ob ich mich in Naturalien bezahlen lassen kann.
mal wieder Wordpress…
21. September 2006, 19:33 Uhr
Für Nerds
Halla
Als ich vor über einem Jahr mit Reality on the Rocks gestartet bin, stand dahinter eine einfache Motivation: Ich war neugierig auf Wordpress und wollte damit experimentieren. Im Laufe der Zeit kam auch noch die Lust an der Schreiberei dazu und auch das Verständnis für Wordpress wuchs.
So langsam scheint sich das bezahlt zu machen: Heute kam schon wieder ein Auftrag rein, der mit Wordpress als “Lightweight” CMS umgesetzt werden soll, mittlerweile der dritte in Folge. Wordpress bietet dabei aus Sicht des Kunden eine Reihe von Vorteilen gegenüber einer Eigenentwicklung:
- es fallen keine Lizenzgebühren an
- der Code ist robust und verhältnismäßig sicher
- regelmäßige Updates und Patches werden geliefert, das hält die Folgekosten klein
- der Kunde kann fast alles selbst administrieren
- Ganz wichtig: durch die hohe Verbreitung des Systems findet sich immer jemand, der sich damit auskennt. Er ist also nicht an mich als “Webmaster” gebunden, sondern kann bei Bedarf wechseln.
- die Umsetzung eines Projekts benötigt im Vergleich mit einer Eigenentwicklung nur einen Bruchteil der Zeit
- freie Plugins (bspw. für den Spamschutz oder für Bildergallerien) sind bei Bedarf in Hülle und Fülle kostenlos verfügbar
- die Suchmaschienenoptimierung ist ungeschlagen (ein echtes Killerargument)
Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, das sind nur Punkte, die mir adHoc aus Kundensicht einfallen…..