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Sicherheitsprobleme ab sofort verboten

Sicherheitsprobleme ab sofort verboten

10. Juli 2007, 10:43 Uhr Political correctness Halla

Eine Waffe ist eine Waffe. Man kann sie zum Angriff oder zur Verteidigung einsetzen, das kommt ganz auf denjenigen an, der sie in der Hand hat - trotzdem käme niemand auf die Idee, Waffen einfach zu verbieten. Das wäre ja auch allein deshalb schon unsinnig, weil es nur diejenigen treffen würde, die Waffen zur rechtmäßig und zur Verteidigung einsetzen (z.B. die Polizei), einen Verbrecher würde ein solches Verbot vermutlich nicht weiter intressieren.

Klingt logisch, oder?

Bereits vor einigen Tagen hat man in Berlin das “Strafrechtsänderungsgesetz zur Bekämpfung der Computerkriminalität, §202 StGB” beschlossen. Das Gesetz stellt Besitz und Benutzung von “Hackertools” unter Strafe. Klingt gut, aber umgekehrt wird ein Schuh draus: “Hackertools” sind gleichzeitig wichtige Security-Tools für Entwickler und Sicherheitsfirmen- und Experten - genauso wie Waffen auf zweierlei Art benutzt werden können, können auch diese Tools entweder so oder so eingesetzt werden.

Indem man im Schnelldurchgang kurzhand völlig sinnfrei die wichtigsten Werkzeuge für die tägliche Arbeit von Entwicklern verbietet, macht man deren Arbeit in Deutschland de facto unmöglich bzw. illegal, während wirklichen Computerkrimellen dieses Gesetzt sonstwo vorbeigehen dürfte (zumal diese ohnehin meist vom Ausland aus operieren). Schön ist die ironische Reaktion des CCC darauf:

“Per Gesetzänderung hat die Bundesregierung das Internet wieder zur Blümchenwiese gemacht. Da es keine Sicherheitsprobleme mehr gibt, brauchen wir auch keine Sicherheitswerkzeuge mehr”.

Damit hat man hat in Berlin mal wieder Gesetze erlassen, von deren Grundlagen man nicht die geringste Ahnung hat. Zur Erinnerung: Der Satz “Broswer.. was sind jetzt nochmal Browser?” stammt von Justizministerin Zypries. Mann, was wäre ich auch gern derart merkbefreit - mein Blutdruck wäre schlagartig auf Normalnull.