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Hippes Interieur

Hippes Interieur

3. Mai 2007, 16:17 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Während mein Server down war, liefen meine Bewerbungsgespräche für ein Praktikum natürlich weiter. Vier größere Frankfurter Agenturen, allesamt mit einer Inneneinrichtung gesegnet, von der sich mancher Club locker eine Scheibe abschneiden könnte und alle vier betont hip, cool, kreativ, individuell, eben einfach “cutting edge”.

Und von einer Ausnahme abgesehen standen überall Tischkicker im Eingangsbereich herum. Wohl um zu zeigen (die Mitarbeiter haben sowiso keine Zeit zum Spielen), daß man hip, cool, kreativ, individuell, eben einfach “cutting edge” ist. Dumm nur, daß überall so ein Ding rumsteht und das dadurch schon wieder schrecklich uniform und so gar nicht mehr  individualistisch wirkt.

Zugegeben, eine Tischtennisplatte als Alternative wäre wirklich etwas lahm. Aber wie wäre es stattdessen mit einer Carerrabahn, einem Pokertisch, einem Bällchenbad (klingt sehr gay, ist aber bestimmt ein lustiger Platz zum Meeten), einem Golfabschlagsplatz (wo man in ein Netz abschlagen kann), einer Wii, einem Flipper oder gar einer Halfpipe (würde genausowenig wieder Kicker benutzt werden, wäre aber schrecklich hip)? Ein Kicker hat bitteschön doch nichts mit Lifestyle zu tun - so ein Ding gehört in die Kneipe umme’ Ecke!

Rollentausch

Rollentausch

26. April 2007, 00:49 Uhr Schafferei Halla

Von den Agenturen, die ich wegen eines Praktikums angeschrieben hatte, hat sich schon nach wenigen Tagen diejenige gemeldet, mit der ich bereits in meiner Prä-Studizeit als Festangestellter zusammengearbeitet habe - damals allerdings natürlich auf Kundenseite.

Eine etwas ungewohnte Situation: Über Jahre saß ich als Mitarbeiter des Kunden (aka Geldgeber) hinweg mit der Agentur am Tisch, folglich konnte ich nach Herzenslust rumfrotzeln, ab und an auch mal dumme Sprüche reißen oder mit heraushängenden Hemd aufkreuzen, was mir schlimmstenfalls einen tadelnden Blick der Kollegen einbrachte.

Nun war aber genau dieser damalige Ansprechpartner in der Agentur derjenige (bzw. diejenige) die auch mein Bewerbungsgespräch führte. Selber Raum, selber Gesprächspartner wie früher - nur eben eine vollkommen andere Situation: Vom Geldgeber zum Bittsteller sozusagen. Dumme Sprüche oder schnoddrige Kommentare sollte man sich dabei tunlichst verkneifen, und auch das Hemd in der Hose zu tragen verschafft einem durchaus einen gewissen Vorteil…

Aber offensichtlich hat der Rollentausch einigermaßen geklappt: Nach einem etwa einstündigen Gespräch bot man mir einen Praktikumsplatz an. Sic! Vitamin B funktioniert einfach am besten.

Der Praktikant Teil 1

Der Praktikant Teil 1

23. April 2007, 14:19 Uhr Schafferei Halla

Teil meines Studiums ist auch ein 6-monatiges bzw. einsemestriges Industrie-Praktikum im kommenden Wintersemester. Zwar bin ich offiziell davon befreit (so ganz ohne Praxis hab ich die 26 Jahre vor dem Studium ja schließlich auch nicht verbracht), aber aufgrund der “Beschaffenheit” eines FH-Studiengangs bringt mir diese Lücke keinen Zeitvorteil (sodaß ich etwa 6 Monate früher fertig sein könnte), sondern nur eine Zwangspause.

Was also mit der Zeit im Wintersemester anfangen? Ausland? Freiwilliges Praktika? Rumgammeln? Arbeiten gehen? Meine bevorzugte Alternative den Winter in Kitzbühl als Skilehrer zu verbringen, schied von vorneherein aus: Ich kann nicht Skifahren. Ausland? Auch nicht schlecht, kostet aber zuviel Geld und ich habe zwar keine Familie aber wenigstens doch ein Auto und eine Wohnung zu unterhalten. Rumgammeln? Im Sommer gern - im Winter eher nicht so, ich würde dabei entweder Alkoholiker werden oder die Zimmerdecke könnte mich erschlagen.

Bleibt also noch das Praktikum auf freiwilliger Basis. Als Medienschlampe ohnehin etwas, woran man sich wohl besser früh als spät gewöhnt. Aber auch eine schöne Gelegenheit, sich mal eine Agentur von innen anzusehen. Zwar habe ich schon häufiger mit selbigen gearbeitet, aber eben nur als Kunde, nicht als Anbieter der Dienstleistung.

Vor zwei Wochen habe mich daher blind bei den 6 besten “Full-Service” Agenturen im Frankfurter Raum beworben (eine kleine Klitsche kommt mir von vorneherein nicht in Frage), und jetzt bin ich mal gespannt, wie das so laufen wird. Über den Verlauf der Jobsuche werde ich hier immer mal wieder berichten.

Eine erste Feststellung gibts vorweg: So wie Ärzte selbst die schlechtesten Patienten sind, verhält es sich auch mit den Agenturen. Deren Websites sehen durch die Bank weg gräßlich aus und sind technisch größtenteils völlig veraltet. Da wird mit Denglischen Begriffen nur so um sich geworfen, die Kundenliste liest sich wie ein Who’s Who der DAX-Konzerne und die Grimme- oder Cannes Cyberlions Awards reihen sich aneinander, aber die eigene Seite sieht aus wie das letzte Kackfass von 1990. Aber gut, solange die Kundenwebsites besser werden…

Stay Tuned.