Dreckige Wäsche waschen

Dreckige Wäsche waschen

30. Juni 2006, 10:14 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Mit 20 bin ich vor gut 7 Jahren von zuhause ausgezogen. Und auch sonst halte ich mich für einen sehr selbstständigen Menschen. Nur in einem Punkt, da stelle ich mich blöd: Beim Waschen. Ich wasche nicht, ich lasse waschen. Vorzugsweise von meiner Oma. Ich denke mir mal, ich tue ihr damit einen Gefallen, denn schließlich freut sie sich bestimmt, wenn sie gebraucht wird. Leider ist sie mittlerweile 84, das ist zu alt zum Waschen. Da meine Mutter zur Zeit aber im Urlaub ist, sind erstmalig beide Lieblings-Wasch-Gehilfinnen von mir gleichzeitig ausgefallen und stehen dem hohen Herrn Halla somit nicht zur Verfügung. Merdé!

Schon seit Tagen sehe ich dieses Problem in Form von wachsenden Wäschebergen auf mich zukommen. Nachdem ich heute morgen nur noch Simpsons-Socken im Schrank fand, war mir klar: Da muss was passieren. (Die Socken selbst sind gut, sehen aber komisch aus auf kurze Hosen…) Selbst waschen? Gefährlich! Wer weiß, wohin das führt. Am Ende muss ich dann immer selbst waschen. Reinigung? Zu teuer für ein paar Socken. Eine Freundin bitten, das zu übernehmen? Naja, muss ja nicht jeder meine dreckigen Unterhosen und verschwitzen Shirts sehen riechen.

Nach langem Hin und Her habe ich mich dazu entschlossen, die Sache sozusagen heimlich für diese eine Mal selbst zu übernehmen. Allerdings habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Webserver programmieren, Netzwerke administrieren oder Photoshop bedienen, alles kein Problem. Aber diese dämliche Waschmaschine!!! Tausende Programme, die man einstellen kann. Mit Vorwäsche oder ohne. Engergiesparen. Kurzwäsche. Und wo bitte ist der Unterschied zwischen Koch- und Buntwäsche? Und was sollen 30° Temperatur? Da kann ich ja gleich in der Badewanne waschen. Und wozu sind die 2 Fächer in dieser Schublade? Fürs Pulver? Da würde eines reichen! Oder kann man einfach so einen Waschpulver-Flüssig-Ball wie in der Werbung direkt in die Maschine geben?

Schnell war klar: So wird das alles nichts. Horrorvisionen von T-Shirts, die im XS-Format aus der Maschine kommen oder von vormals weißen, jetzt Rosa-farbenen Hemden ziehen an meinem Auge vorbei. Aber selbst ist der Mann, und so sprang ich mutig über meinen Schatten und rief meine Lieblingsfreundin an, um mir von ihr erklären zu lassen wie das mit dem Waschen läuft.

Wichtigste Erkenntnis: Meine Sortierung nach 1. Socken, 2. Unterhosen, 3. Handtüchern und 4. T-Shirts ist nicht sinnvoll. Nach Farben muss sortiert werden, nicht nach Art der Wäsche. Nun ja. Kann man ja vorher nicht wissen. Lange Rede, kurzer Sinn: Seit 20 Minuten dreht sich die erste von mir persönlich bestückte Waschmaschine im Keller. Was MC Winkel kann, kann ich schon lange. Und ich hoffe, daß meine Mutter diesen Eintrag nie lesen wird, sodaß ich mein neu erworbenes Wissen um Bedienung dieses Wäsche-Wasch-Dingens noch lange vor ihr verstecken kann.


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