Die Kategorie „Lernerei“

Ein Pils ist kein vollwertiger Ersatz für eine Mahlzeit und 11 Uhr vormittag hat mit “früh am Morgen” nichts mehr zu tun. Das schlechte Gewissen (”Eigentlich müßte ich mal was lernen…”) meldet sich permanent zu Wort und der Magen ist genauso leer wie das Konto. Kurz: Das Studentenleben läßt grüßen.

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Unbezahlbar

Unbezahlbar

4. Juli 2006, 14:26 Uhr Lernerei Halla

50 Cent: Go Shorty, it’s your Birthday Kugelschreiber, um eine Klausur zu schreiben.

3 Euro: Spritgeld, um nach Darmstadt/Dieburg zu fahren.

35 Euro: Ein Shirt im Design des Italien-Trikots, auf dessen Vorderseite das Andi Möller Zitat “Mailand oder Madrid?” gedruckt ist auf dessen Rückseite die Antwort “Hauptsache Italien” zu lesen ist. Mitsamt Rückennummer und allem drum und dran.

Provokant: Am Tag des Halbfinales mit dem Shirt in letzter Sekunde vor dem versammelten Semester zur Informatik-Klausur aufschlagen und allen den Rücken mit dem “Hauptsache Italien”-Print zudrehen (die einzigen freien Plätze waren ganz vorn…)

Unbezahlbar: Von allen Komilitonen (außer 2 Italienern) ausgebuht zu werden. Die Klausur ohne Bleistifte oder Kugelschreiber im Rücken erfolgreich beenden. Profilneurose vollkommen befriedigt.

Terminkonflikt

Terminkonflikt

26. Juni 2006, 19:51 Uhr Lernerei Halla

Schade. Australien ist raus - hätte mich gefreut, wenn die “Zockeroos” weitergekommen wären. Ich frage mich nur, was für einen Tick die Aussies mit ihren “o’s” haben. Welcher normaler Mensch kommt schon auf die Idee, einen Stadtteil von Sydney “Woolloomooloo” (!) zu nennen.

Nun ja - drücken wir also mal dem Schweizer Team die Daumen. Als Auslandsschweizer ist das Ehrensache.

Währenddessen dürfte die Kombination aus Sommereinbruch, Dauerparty und WM den ersten Tribut meinerseits gefordert haben: Eine heute morgen mit ziemlicher Sicherheit gegen die Wand gefahrene Spanischklausur. Gottseidank nur ein Nebenfach, aber ärgerlich ist das allemal. Ab nächster Woche beginnen dann die eigentlichen Prüfungswochen in der Uni, und mir ist es noch nie so schwer gefallen konzentriert zu lernen wie zur Zeit. Meinen streberhaften Notenschnitt von 1.3 aus dem Wintersemester werde ich diesmal wohl kaum halten können.

Prüfungswochen während der WM: Klausuren am 3., 5., und 6. Juli. Endspiel am 9. Juli. Weitere Klausuren am 12. und 13. Juli. Vielen Dank.

Abgelehnt

Abgelehnt

15. Juni 2006, 16:06 Uhr Lernerei Halla

Für ein neues Screendesign erstellt man meist eine Reihe von Prototypen in verschiedenen Variationen. Diese legt man anschließend dem Auftraggeber, den Kollegen oder dem restlichen Team vor um darüber zu beratschlagen, auf welchen Entwurd man sich konzentrieren soll bzw. welchen man verwendet.

Nun gibt es Dinge, die sich niemals ändern werden. So zum Beispiel die Tatsache, daß von allen Entwürfen, die man als Designer gemacht hat, immer der eigene Favorit abgelehnt und stattdessen ein Entwurf ausgewählt wird, den man eigentlich nur als “Füllmaterial” (damit es nach mehr Arbeit aussieht…) vorgesehen hat.

Was damals in meiner alten Firma begonnen hat, setzt sich nun auch im Studium fort: Mein Entwurf für das Screendesign eines Schiffe-Versenken-Spiels im Rahmen eines kleinen Uni-Projekts kam leider nicht so gut an, wie ich gehofft hatte und wurde abgelehnt. Schade, aber war halt eine demokratische Entscheidung vom restlichen Team - da hilft nur Photoshop anwerfen und weiterzeichnen…

Da mir der Entwurf aber eigentlich selbst zu gut gefällt, um ihn in irgendeinem Verzeichnis auf meinem Rechner vergammeln zu lassen, stell ich ihn einfach mal ins Blog um ein bißchen anzugeben :-)
Die beiden Flächen mit den Bisazza-Fliesen stellen übrigens das Spielfeld dar, das kleine für die eigenen Schiffe, das große Feld für die gegnerischen. Vorgabe war es, ein sommerliches “Schwimmbad/Pool-Theme” zu erstellen: So werden zum Beispiel keine Schiffe gesetzt, sondern Surfbretter, Wasserbälle oder Luftmatrazen.

Klick aufs Bild öffnet das Screendesign in seiner ganzen Pracht…

Pro Studiengebühren

Pro Studiengebühren

12. Juni 2006, 21:23 Uhr Lernerei Halla

Aus studentischer Sicht gesehen bringen allg. Studiengebühren den Studenten in eine Position des zahlenden Kunden, der von seiner Uni wesentlich mehr erwarten kann als dies bisher der Fall ist. Es ist zu erwarten, dass die Qualität von Forschung und Lehre entsprechend steigen wird, sofern die gezahlten Gebühren direkt den Unis zugute kommen.

Denn ähnlich wie in der freien Marktwirtschaft wird ein Markt geschaffen, auf dem es sich für Unis lohnt, möglichst viele Studenten und damit möglichst hohe Einnahmen zu erzielen. Den Hochschulen ist dadurch ein Anreiz gegeben, gute Studienbedingungen zu schaffen: Der Student wird zum umworbenen Gut. Die wirtschaftlichen Vorteile von allg. Studiengebühren wird mein Mit-Debattant Michael noch näher beleuchten.

Allgemeine Studiengebühren werden auch einen ordnungspolitischen Effekt erzielen, der Studenten dazu bringen wird, zielgerichteter studieren. Im europäischen Mittel studieren deutsche Studenten noch immer viel zu lang – Gebühren werden zu einer Verkürzung der Studienzeiten führen. Auch die Zahl der Studienabbrecher und Alibistudenten wird sinken. Mittelfristig bieten Studiengebühren sogar eine Möglichkeit, die Zahl von Studienanfängern in bestimmten Bereichen zu regulieren. So wäre es bspw. denkbar, bei einem Mangel an Ingenieuren die Gebühren in diesen Studiengängen entsprechend zu senken, um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen.

Eine akademische Ausbildung ist eine Bildung auf hohem Level, der in keiner Weise mit einem „Grund“-Level an Bildung, wie sie die Schulen vermittelt, zu vergleichen ist. Im Gegensatz zu schulischer Bildung ist akademische Bildung daher kein öffentliches, sondern ein privates Gut, für das auch privat gezahlt werden sollte. Akademische Bildung muss als eine Investition in die eigene Zukunft angesehen werden - denn wer studiert hat kann im Allgemeinen im Berufsleben mit höheren Bezügen und geringerer Arbeitslosigkeit rechnen.

Derzeit profitiert nur eine Minderheit profitiert von einem System, das von der Allgemeinheit finanziert wird. Um es mal ganz platt zu sagen: Es ist sozial ungerecht, wenn der Müllmann für das Studium des späteren Managers aufkommt.

Dieser Grundgedanke der Investition in die spätere Zukunft findet sich auch in der Idee wieder, günstige Kredite an Studenten zu vergeben, die sich ein Studium ohne fremde Unterstützung nicht leisten könnten. Studienkredite werden zu günstigen Zinsen abgegeben und müssen erst ab einem bestimmten Einkommen zurückgezahlt werden. Auch ist zu erwarten, dass die Anzahl von verfügbaren Stipendien stark ansteigen wird.
So ist auch weiterhin gesichert, dass studieren kann, wer studieren will und dazu befähigt ist – unabhängig von sozialer Herkunft und Stellung.

Das Argument der sozialen Ungerechtigkeit von Studiengebühren ist somit nur noch bedingt tragbar. Man könnte es sogar provokant umdrehen: Studenten beziehen eine Leistung – nämlich die Lehre – von den Universitäten, für die sie bislang nicht selbst zahlen müssen, sondern die Allgemeinheit. Es muss erlaubt sein zu fragen, wo hierbei die wirkliche soziale Ungerechtigkeit liegt.

Wir sollten daher die Einführung von allgemeinen Studiengebühren mehr als Chance begreifen, etwas zu ändern – und die Idee nicht sofort verdammen.


Liebe Leser: Der obige Text wurde von mir selbst für das Eröffnungsplädoyer einer studentischen Debatte, die das Pro und Contra von Studiengebühren diskutiert, verfasst. In der Mittagspause, daher Sorry für etwaige grammatikalische und sprachliche Unzulänglichkeiten.

Ich wurde dabei der Gruppe zugeteilt, die die Pro-Seite vertreten mußte (man kann sich die Gruppen nicht aussuchen). Daher stellt der Text nur sehr bedingt meine eigene Meinung dar - ich bitte das zu berücksichtigen, bevor mir irgendein Vertreter einer Asta das Blog per DDOS-Attacke lahmlegt. Die gesamte Thematik ist emotional derat aufgeladen, daß ich mich über eine solche Reaktion nicht mal wundern würde. Kein Wunder, bedrohen Studiengebühren doch ganz real die Existenzen von etlichen Studenten und auch von mehreren Freunden und Bekannten - letzen Endes bin ich als Student auch davon persönlich betroffen.

Ich bin eindeutig gegen die Einführung von Studiengebühren, da ich der Meinung bin, daß Bildung ebenso wie Informationen in einer globalen Wissensgesellschaft frei verfügbar sein sollten. Dennoch hat nicht nur die Wurst zwei Seiten (Enden), daher sind wir gut beraten, uns sowohl mit den Pro- als auch mit den Contro-Argumenten auseinanderzusetzen.

Krawallschachtel

Krawallschachtel

26. Mai 2006, 00:39 Uhr Lernerei , Political correctness Halla

Derzeit halte ich mich mit politischen oder anderweitig tiefgründigen Postings auf Reality on the Rocks eher zurück. Das hat vorallem zeitliche Gründe: Je anspruchsvoller ein Text ist, desto länger brauche ich, um ihn zu verfassen.

Das ist auch der Grund, weshalb ich mich bisher nicht weiter zu der drohenden Einführung von Studiengebühren in Hessen geäußert habe, obwohl ich als Studi direkt betroffen bin. Ganz im Gegensatz zu meinen Komilitonen (1 2), die auch vergangenen Mittwoch die entsprechenden Demos in Darmstadt bevölkert haben.

Wenn es ums Demonstrieren geht, sind die Franzosen aber noch immer ungeschlagen. Die sind sozusagen wahre Profi-Demonstranten. Richtig Krawall gemacht haben die dortigen Studenten vor einigen Monaten, als das Kündigungsrecht für Berufsanfänger geändert werden sollte. Von den damaligen Protesten stammen auch die spektakulären Aufnahmen in dieser Flickr-Gallerie - vor der Fotografin kann ich mich nur verneigen: die Ausdrucksstärke der Bilder ist wirklich unglaublich.

Kostproben gefällig?


Scheinfrei

Scheinfrei

23. Mai 2006, 18:55 Uhr Ich und mein Martyrium , Lernerei Halla

Mann, manchmal würde ich mich am liebsten selbst heiraten, weil ich so ein unglaublich geiler Typ bin:

Mit nur ein paar Tagen(!) Vorbereitungszeit, im allerdicksten Umzugsstress und dem Tode durch Pollenangriffe zum Greifen nah, mußte ich letzte Woche meine Mathe-Nachklausur schreiben, obwohl ich während des Semesters aufgrund des ungünstigen Termins (Mittwoch morgen - wer kommt da schon aus dem Bett für Mathe?) fast keine Vorlesung besucht habe. Überhaupt zum Nachschreibetermin zu Erscheinen war eigentlich mehr eine Trotzreaktion als das Wahrnehmen einer konkreten Chance. Noch dazu ist Mathe ein Fach, in dem ich schon immer eine Panzertür vor dem Kopf hatte, am liebsten würde ich mir da eine dicke Lernschwäche oder sowas attestieren lassen.

Und jetzt… Jetzt habe ich diese Sch***-Klausur doch tatsächlich bestanden, und das auch noch mit einer satten 3.0! Yeah, Einstein, Yeah! Fuck you, Simplex, Fuck you, lineare Optimierung! Einen dicken Mittelfinger für euch, in diesem Leben sehen wir uns nicht mehr wieder.

Und jetzt lernen meine neuen Nachbarn wohl erstmal ihren neuen besten Freund kennen: Mr. Z “Erdbeben” 5500.

Sei auch Du erfolgreich

Sei auch Du erfolgreich

28. März 2006, 02:43 Uhr Lernerei Halla

Wer regelmäßig mitliest (oder sich selbst ein Studium antut), weiß, daß die Vorlesungen nach den Winterferien an der FH Darmstadt wieder angefangen haben, daher gibts auch wieder verstärkt studienrelevanten Content.

Zu einem der interessantesten Nebenfächer dürfte sich dieses Semester wohl “General Studies” aka “GS2″ entwickeln, ein Fach mit allgemeinen Inhalten, das den Blick auf Themen abseits unserer Hauptfächer Economics, Informatik und Design lenken und den Horizont erweitern soll. Ging es in GS1 (letztes Semester) noch um wissenschaftliche Arbeitsweisen und allg. Dinge aus den Bereichen Technologie und Multimedia, so hat man uns dieses Jahr mit Dr. Johannes Fischer einen Wirtschaftspsychologen (wtf…!?) vorgesetzt. Klingt nicht nur interessant, ist es (bisher) auch.

Und so stellte man uns die folgende Frage : “Was macht Verhalten erfolgreich?“, was in Gruppen mit je knapp 10 Leuten diskutiert, protokolliert und präsent werden sollte. Die Frage war dabei bewußt allgemein gehalten. Das klingt zwar nach üblem Yuppie- und EBS-Quatsch, stellte sich aber als durchaus interessantes und anregendes Gesprächsthema heraus. Nachfolgend mal die Ansichten/Ergebnisse “meiner” Diskussionsgruppe zu dem o.g. Thema - schließlich wollen wir ja alle reich, erfolgreich und berühmt werden.

Wir versuchten zunächst, die Begrifflichkeiten zu klären und zu definieren um eine einheitliche Gesprächsgrundlage zu schaffen. So beschreibt der Begriff des Verhaltens das Handeln eines Einzelnen oder einer Gruppe. Genauso wenig wie man nicht “Nicht-Kommunizieren” kann, kann man sich auch nicht “Nicht-Verhalten”, das heißt auch “kein Verhalten” ist eine Art von Verhalten. Das Verhalten wird bestimmt durch die Erziehung, persönliche Wertevorstellungen, das soziale bzw. gesellschaftliche Umfeld und bestehende Regeln.

Erfolg bedeutet, ein gestecktes Ziel zu erreichen - vollkommen egal, ob dieses Ziel beruflich, privat oder sonstwie gartet ist. Der Erfolg als solcher ist wertefrei (ein Diebstahl der Handtasche einer Oma kann genauso ein Erfolg sein wie dieselbe Oma vor dem Herzkasper zu retten - beides ein Erfolg, nur eine Frage des Sichtwinkels bzw. der Wertvorstellungen).

Bringt man beides zusammen, dann ist erfolgreiches Verhalten das Handeln, daß das Erreichen von gesteckten Zielen ermöglicht. Erreicht man diese Ziele, so hat man erfolgreicht gehandelt (und der Oma die Handtasche abgezogen oder einen dicken Aktiendeal eingefädelt).

Um erfolgreich Handeln zu können bzw. gesteckte Ziele zu erreichen sind die folgenden Eigenschaften unverzichtbar:

  • Planvolles Handeln:
    Instinktives Handeln “aus dem Bauch heraus” führt nur in den seltensten Fällen zum Erfolg. Die Voraussetzung für planvolles Vorgehen ist eine gewisse Fachkenntnis, das heißt, man muss im Grunde wissen, was man eigentlich tut. Im Grunde könnte man auch schreiben “Erst denken, dann Handeln”.
  • Anpassungsfähigkeit:
    Will man innerhalb eines bestimmten (sozialen, wirtschaftlichen) Systems Erfolge erzielen, muss man sich anpassen, die Regeln des System verstehen und befolgen können. Das gilt für den Börsenmakler, der verstehen muss wie internationale Finanzmärkte funktionieren ebenso wie für den pakistanischen Einwanderer, der verstehen muss, wie unsere Gesellschaft funktioniert um hier “Erfolg” zu haben. Oder wie das Pärchen, das auf gegenseitige Kompromisse angewissen ist, wenn die Beziehung funktionieren soll.
  • soziale Kompetenz
    Ich bin ein Einzelkind und kann mit dem Begriff nichts anfangen.
  • Zielstrebigkeit und Selbstdisziplin
    Nur wer seine Ziele nicht aus den Augen verliert, ist in der Lage, diese zu erreichen. Um ein gesetztes Ziel zu erreichen, muss man diesem Ziel eine gewisse Priorität einräumen. Je höher diese ist, desto schneller wird das Ziel erreicht sein (und das nächste kann in Angriff genommen werden). Selbstdisziplin ist hier gleichzusetzen mit einer gewissen Arbeit, die man investieren muss.
  • Intelligenz
    Häh, was’n das? Letzten Endes die Grundvoraussetzung um soziale Kompetenz zu entwickeln, planvoll Handeln oder sich anpassen zu können.

So - dann hätten wir das ja geklärt. Nachdem wir wissen, wie wir erfolgreich handeln und unsere Ziele erreichen können, müssen wir uns nur noch welche suchen. Ich glaub, ich geh zum Bauhof!

Sozialautisten

Sozialautisten

24. März 2006, 01:44 Uhr Industrie? Anarchie! , Lernerei Halla

“Sie werden kein Designer sein. Sie werden auch kein Programmierer werden. Und auch kein BWL’er”, so die Begrüßung eines Profs im ersten Semester. Spätestens an diesem Punkt habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich wieder mit Studieren angefangen habe, wenn ich hinterher doch nichts auf die Reihe bringe. Gut, gelegentlich mal ausschlafen ist ein klarer Pluspunkt, aber das allein kann’s ja nicht sein. Der nachfolgende Satz dagegen stimmte mich ein wenig hoffnungsvoller: “Aber sie werden verstehen, worum es in den Teilbereichen geht, sie werden mit den Leuten reden können und sie verstehen und sie vielleicht sogar dazu bringen, daß sie miteinander reden”. Klingt zwar ein wenig nach Eheberatung, aber bitteschön: Jetzt ist es ja sowiso zu spät, ich habe gekündigt und bin immatrikuliert (mittlweile sogar schon im zweiten Semester, aber darum gehts ja nicht).

So blöd war das auch nicht, was mein Prof damals gesagt hat: Projekte im Web oder anderen komplexen (IT-)Umgebungen laufen immer mehr im interdisziplinären Umfeld ab. Man braucht Designer und Grafiker, Programmierer, System- bzw. Serverspezialisten, Marketing- und Werbeleute, evtl. Texter und auch Tester schaden nicht. Wenn’s dann auch noch um E-Commerce gehen soll, sind genauso BWL’ler und Produktspezialisten gefragt. Ein bunt gemischter Haufen, der unter Zeit- und Kostendruck hochkomplexe Projekte auf die Reihe bekommen soll. Jeder einzelne soziologisch und technisch vollkommen unterschiedlich geprägt - man stelle sich nur mal vor, wie ein Programmierer und ein Werber miteinander kommunizieren sollen! (Am besten gar nicht.) Ohne jemanden, der sozusagen zwischen den Fronten steht, geht das nicht.

Eigentlich merkwürdig, daß man jemanden braucht, der dafür sorgt, daß alles reibungslos abläuft. Besonders Programmierer sind ein schwieriges und charismatisches Völkchen: Intelligent, aber sozial nicht so ganz auf der Höhe. Man schlägt sich als Einzelgänger durch, Kontakte zu anderen Personen bitte nur online oder mit irgendeiner Technik dazwischen und auch nur mit Typen des gleichen Schlags. Probleme einfach mal so formulieren, daß sie jeder verstehen kann? No way! Ich weiß, daß klingt sehr böse, und ist sicher auch überspitzt formuliert (und es sind auch nicht alle so, blabla…), aber ich habe genau diese Erfahrung gerade mit Programmierern schon öfter selbst gemacht - und dabei habe ich aufgrund von Ausbildung, Arbeitserfahrung und Studium schon einen weitaus technischeren Background als manch anderer.

Kürzlich habe ich sogar ein nettes Wort aufgeschnappt, daß diesen o.g. Typus benennt: “Sozialautisten”. Wer ist also derjenige, der alle diese Sozialautisten zusammenbringt? Genau: Der Projektmanager. Derjenige, der von allem ein wenig Ahnung hat, aber trotzdem nichts richtig kann. Derjenige, der das Kindermädchen zwischen einem Haufen Sozialautisten spielen darf. Derjenige, der Media System Design studiert und sich nicht rechtzeitig auf ein Teilgebiet dieses interdisziplinären Studiengangs einschießt. Das wird noch lustig.

Nur das Ergebnis zaehlt

Nur das Ergebnis zaehlt

15. März 2006, 13:32 Uhr Lernerei Halla

Na bitte: Die Lernerei für die Prüfungen auf der Uni hat sich doch gelohnt: In Informatik gabs eine 2.0 und in Multimedia-Technik eine 1.3 (In einem System das von den Zwischenschritten mal abgesehen den “alten” Schulnoten entspricht). Auch wenn die 2.0 in Info für mich als alten Fachinformatiker etwas enttäuschen ist, gilt doch: “Vier gewinnt“, das heißt jedes Ergebnis unter (oder über?) 4.0 gilt als bestanden. Alles andere ist mir eigentlich egal.

Gerade mal einen Monat hat der schnellste meiner Profs gebraucht, um die beiden Klausuren zu korrigieren. Jetzt bin ich mal schwer auf die anderen Noten in Economics oder für mein Booklet gespannt…

Gut gekleidet

Gut gekleidet

4. März 2006, 23:36 Uhr Lernerei Halla

Mein Vorschlag für eine Schul-Uniform für Media-System-Design-Studenten an der FH Darmstadt University of Applied Sciences Darmstadt. Für die weiblichen Kommilitonen fände sich sicher auch eine weniger anzügliche Beschriftung.