Die Kategorie „Ich und mein Martyrium“

Wenn Du in der Schlange an der Kasse stehst, muss ausgerechnet vor Dir jemand mit der Kassiererin über den Preis diskutieren. Im Stau ist es immer Deine Spur, die am langsamsten vorankommt - egal wieoft Du hin- und her wechselst. Wenn Du püntlich kommen mußt, verschläfst Du erst recht und wenn Du Dich den ganzen Tag auf das Thai-Curry am Abend freust, ist Dein Thai ausgerechnet an diesem Abend wegen irgendeinem obskuren Feiertag geschlossen. Willkommen in meinem Leben.

50 Beiträge in dieser Kategorie.

Ab ins Bett

Ab ins Bett

15. Juli 2007, 22:40 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Keine Angst, es gibt mich noch, aber die letzten 2 Wochen hatten es wirklich in sich. Mein Studium ist mittlerweile genau zur Hälfte fertig, das heißt, ich hatte höllenviel für mein Vordiplom zu lernen und außerdem ging ein (Uni-) Projekt in eine anstrengende und zeitaufwändige Endphase - was ich im Anschluss auf dem Melt!-Festival feiern konnte, von dem ich gerade wiedergekommen bin: Zwei Tage Krawall und Remmi-Demmi.

Und jetzt will ich nur noch eines: Mein Bett. Morgen wirds Zeit, die kommenden vier Wochen zu planen, und Dinge, die einfach liegengeblieben sind, zu erledigen. Endlich.

Land unter

Land unter

11. Mai 2007, 00:44 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Heute morgen um halb Acht aufgestanden, duschen, anziehen, 3 Stunden Vorlesung über Computerrecht, Informatik geschwänzt, stattdessen eine Stunde Eisen fressen in der Mucki-Bude. Auf dem Heimweg Getränke eingekauft, zuhause dann mit einer Agentur telefonisch einen Auftrag durchgesprochen. Abgabezeit hat sich unerwartet dramatisch verkürzt. Schnell duschen, ab zur nächsten Agentur zu einer praktischen  Kenntnisprüfung. Vier Stunden Extrem-Coding, anschließend Besprechung des Ergebnisses: Laden wurde amtlich gerockt, 100 von 100 möglichen Punkten, bestes Ergebnis ever. Auf dem Heimweg zur Feier Döner geholt, gegessen, dann den verkürzten Auftrag weiter bearbeiten. Morgen vormittag Ortstermin wegen ebendiesem Auftrag, Templates müssen heute Nacht(!) noch fertig werden, damit sie morgen früh sofort vorliegen. Nachmittags/abends Handwerker in die Wohnung lassen, Wasseruhr wird ausgetauscht. Am Wochende weiterarbeiten, zwei weitere Aufträge und Typo3 vorbereiten. Zwei Hausarbeiten für die Uni schreiben, Abgabe je Montag und Dienstag abend. Am Wochenende außerdem defekte Fahrradgabel ausbauen und zum Hersteller schicken, Bremsen reinigen und Beläge austauschen. Freitag hat Vadder Geburtstag, Sonntag ist Muttertag. Montag dann ganztägiger Vorstellungstermin: Fachgespräche mit verschiedenen Mitarbeitern, sowas wie ein Assesment Center für Arme. Freundin würde ich auch gern irgendwann nochmal sehen.

Ich hasse Leute, die rummaulen, sie hätten zuwenig Zeit zum Bloggen.

Mein Einkauf mein Job

Mein Einkauf mein Job

23. April 2007, 21:09 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Der Typ an der Kasse vor mir ist spindeldürr, vielleicht Anfang / Mitte 30, schütteres Haar mit große Geheimratsecken. Er trägt Turnschuhe, eine schwarze Jeans und ein zu weites Karohemd, aus der Hosentasche hängt ein Schlüsselband mit dem Aufdruck “e-Architects” (oder so ähnlich). Klamotten sehen aus wie 1995 von Mutti gekauft - was ungefähr auch der Zeitpunkt gewesen sein dürfte, an dem der Arme das letzte Mal Sonne gesehen hat.

Aufs dem Kassenband sind ausschließlich Fertigpizzen, ein paar Joghurts mit Schokostreuseln und alle möglichen Sorten von diesen scheußlichen, syntethischen  Tassengerichten, die man nur mit heißem Wasser übergießen muss. Sonst nichts. Ist schon erstaunlich, wie sehr man den Leuten ihren Beruf manchmal ansieht.

Willkommen in meiner Zukunft.
Willkommen im Modelbusiness in der Informatik.

30

30

23. März 2007, 18:46 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Es kommt langsam aber stetig näher, die Einschläge um mich herum mehren sich.

Nachdem sich bereits das erste Kind und die eine oder andere Hochzeit in meinem Dunst- und Freundeskreis ankündigen und die Freundin die ersten grauen Haare an mir entdeckt hat, erfahre ich gerade auch noch vom den zweiten Hexenschuss-Fall eines Freundes binnen weniger Wochen.

Verdammt. Ich werde alt.

Arbeit der Kategorie Eins stinkt

Arbeit der Kategorie Eins stinkt

21. März 2007, 17:27 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Es gibt im Grunde genau zwei Arten von Jobs:

  1. Jobs, bei denen man pünklichst zum Feierabend den Hammer fallen läßt, augenblicklich alles vergißt, womit man sich die vergangenen 8 Stunden beschäftigt hat, nachhause geht und den Tag erst so richtig beginnt. Typischerweise geht man ausschließlich wegen des Geldes arbeiten und lebt primär fürs Wochenende.
  2. Jobs, bei denen die Arbeitszeit eine untergeordnete Rolle spielt, mit denen man sich identifiziert und die einen herausfordern. Auch privat intressiert man sich für die Inhalte des Berufslebens und im Idealfall hat man sein Hobby zum Beruf gemacht. Kohle ist dabei nicht die ausschließliche Motivation; allerdings kommt die irgendwann von ganz allein.
  3. Der Traumjob: Bauhof! 24/7 Rock’n'Roll.

Ich kenne beide Arten von Arbeit. Allerdings ist es (glücklicherweise!) lange her, dass ich mir einen Job der Kategorie Eins antun mußte. Aber was soll ich sagen? Das Studentenleben und damit auch mein Dispo haben mich eingeholt - womit ich zum ersten Mal seit Jahren wieder einen stinklangweiligen Brot-und-Butter Job ausschließlich des Geldes wegen antreten muss. Wenigstens ist der Job sehr gut bezahlt und die Kollegen sind nett, was ja schon mal viel Wert ist - viele wären wohl froh, überhaupt sowas zu haben.

Ein kleiner Tipp, damit die Zeit rumgeht: Armbanduhr ausziehen, einstecken. Anschließend die Uhr in der Windows-Taskbar ausknipsen. Acht Stunden vom Lebenszeitkonto* abziehen. Und dann Augen zu und durch.

* Das Konto, auf dem man die Zeit für Dinge wie einen Baum pflanzen, ein Haus bauen, mit dem Motorrad von Frankfurt nach Kapstadt fahren, eine Kneipe eröffnen etc. anspart.

Geldregen

Geldregen

16. März 2007, 13:35 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Am Gewicht der Münzen hatte ich sofort erkannt, daß da was nicht stimmte, also erstmal Land gewinnen und außer Rufweite gelangen. Draußen dann in Ruhe nachsehen, und wirklich: Die Bedienung des Supermarktbäckers hatte bei der Herausgabe des Rückgeld Ein- mit Zwei-Euro Stücken verwechselt mir 8 anstatt 4 Euro zurückgegeben.

Rückgabe? Hmmmm… Nein! Beim Bäcker wird die Ware nicht über das Warenwirtschaftssystem via Barcode verkauft, d.h. der Fehlbetrag fällt ohnehin nicht auf - anders als bei der Kollegin, die direkt mit Hilfe des Scanners abrechnet und die Fehlbeträge aus eigener Tasche ausgleichen muss (in dem Fall hätte ich sie natürlich auf ihren Fehler aufmerksam gemacht).

Und noch während ich so auf dem Parkplatz stehe und mich meines Glückes freue, steigt neben mir eine Sonnenbebrillte Mitt-Dreißiger Tussi samt Handy am Ohr aus einem 5er BMW, kommt auf mich zu und fragt zwischen Tür und Angel ob sie meinen Wagen haben könnte. Klar, sage ich, sie drückt mir einen Euro in die Hand und verschwindet. Kurz danach fällt mir ein, daß sich im Schlitz des Wagens nur eine Plastikmarke befindet. Egal, der Tussi tut der Euro eh nicht weh.

Das Einkaufen diesmal hat sich gelohnt. Nur das ich jetzt Angst um meine Karma-Punkte für heute habe.

Laternensperrfeuer

Laternensperrfeuer

14. März 2007, 08:25 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Gerade ein Telefonat mit dem Hersteller meines Bikecomputers geführt: Es ist tatsächlich so, daß die Funkübertragung bei den aktuellen Modellen hier in der Gegend nicht funktioniert. Erste Frage des Supports: “Wohnen Sie im Raum Frankfurt?” “Ja, wohne ich.”

Danach sofort die Info, daß hier in der Gegend irgendwas die Frequenz stören würde. Leider konnte mir die freundliche Dame nicht wirklich weiterhelfen, als ich wissen wollte was genau denn stören würde: Das seien die Straßenlaternen. Ehrlich, sie hat gesagt, die “Straßenlaternen“. Ist mir aber auch egal, da sie mir sofort Ersatz angeboten hat - einen Bikecomputer, der noch mehr kann, noch schöner ist und sogar einen Trittfrequenzsensor hat. Nur leider eben auch ein Kabel…

So, und jetzt wieder zu den wichtigen Dingen des Lebens.

Falschrum

Falschrum

13. März 2007, 23:03 Uhr Erzähls der Parkuhr , Ich und mein Martyrium Halla


Und Gott fragte die Steine: “Wollt Ihr Biker sein?”
“Nein, Herr!”, antworteten die Steine.
“Dazu sind wir nicht hart genug.”

Hart wir Stein bin ich praktisch seit meiner Geburt, nur der Biker ist zur Zeit noch in Arbeit. Vorallem in technischer Hinsicht. So versuche ich seit 5 Tagen einen Fahrrad-Tacho Trainingscomputer zur Mitarbeit am Lenker im Cockpit zu bewegen. Natürlich nicht irgendeinen, sondern einen schönen Wireless Computer und allem möglichen Schnickschnack. Man will muss ja schließlich auch im Sattel oder in der Natur irgendwas Digitales um sich herum haben.

Heute kam der Tag, an dem ich den sauren Apfel biß und mich von einem Schrauber darüber aufklären ließ, warum sich mein Trainingscomputer so konsequent weigert, mich mit Infos zu versorgen:

  1. Im hiesigen Rhein-Main Gebiet haben Bike-Computer meiner Marke massive Probleme durch irgendeinen Sendemast, ich vermute mal durch den Fernsehtum in Ginnheim oder irgendeinen Radiomast auf dem Feldberg.
  2. Ich habe den Sender mit mehreren Lagen Panzerband umwickelt, was dem Kontakt zwischen Signalgeber und Sender nicht gerade förderlich ist. Gleiches galt für meine alternative Befestigungsmethode mit 5mm Kabelbindern anstatt dem Orginal 2mm Gummiband.
  3. Ich habe den Sender *hust* falsch herum eingebaut.

Dass ein Sendemast meine kleine Funkstrecke zwischen dem Sender am Gabelholm und dem Computer am Lenker stören soll, finde ich gleichsam abwegig und toll. Es scheint aber zu stimmen, da der Hersteller die Modelle wohl bei Käufern aus der Region anstandslos gegen kabelgebundene Computer austauscht.

Was aber die beiden anderen Punkte angeht: Das ist peinlich. Gut, zu Panzerband und Kabelbindern stehe ich, ein richtiges Bike ist schließlich kein Ponyhof. Aber der Einbau verkehrt herum… eiei, das war mir nun wirklich peinlich.

Es ist nie zu spaet

Es ist nie zu spaet

9. März 2007, 12:39 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Die Idee, im Internet geschäftliche Kontakte mittels sozialer Netzwerke aufzubauen, ist nichts Neues. openBC respektive XING gibts ja nicht erst seit heute, sondern schon eine ganze Weile länger (ein paar Jahre?).

So staunte ich nicht schlecht, als mir ein Kunde heute eine Mail bzgl. XING schrieb:

Betr.: …schau mal…

Servus Daniel,

das wäre doch auch für Dich eine gute Plattform, oder?

Gruß,
xxx

XING. Naja. Da wäre ich von allein nie drauf gekommen :-)

Heute geschlossen

Heute geschlossen

6. März 2007, 13:51 Uhr Ich und mein Martyrium Halla

Ein Freund von mir öffnet grundsätzlich nicht die Tür wenn es unerwartet klingelt. Wozu auch? Freunde kündigen sich vorher an und werden i.A. erwartet. Die Zeiten des unerwarteten Besuchs wie in den 80ern oder 90ern sind seit der massenweisen Verbreitung von Handys passé, und Ablesedienste werfen vorher einen Zettel in den Briefkasten. Wenn man was bestellt hat, weiß man, wann es ungefähr geliefert wird. Die Nachbarn kenne ich nicht mal, davon abgesehen, daß die direkt an der Wohnungstür klopfen würden und nicht erst klingeln müßten. Die Polizei schlußendlich zeichnet sich im Zweifelsfall durch ein hohes Durchhaltevermögen in Kombination mit einem Schlüsseldienst aus.

Unerwartetes Klingeln bedeutet grundsätzlich Ärger und Nerverei oder Stress.Nachdem ich binnen kurzer Zeit (unerwarteten) Besuch von der GEZ und dem örtlichen Kabelnetzbetreiber hatte, und eben gerade zum zweiten Mal irgendein Ex-Junkie mit einem Bunte-Abo vor der Tür stand, werde ich das künftig genauso handhaben wie mein Kumpel und nur noch öffnen, wenn ich Besuch erwarte. Unangekündigtes Läuten wird ab sofort ignoriert.

Den Glauben daran, daß es klingelt, und mir jemand unerwartet an der Tür einen Lottogewinn überreichen will, habe ich schon lange verloren. Denn: Unerwartetes Klingeln bedeutet grundsätzlich Ärger und Nerverei oder Stress.