Die Kategorie „Erzähls der Parkuhr“

Wayne, Alter, wayne interessierts?
Im Grunde niemanden… Was mich nicht daran hindert, es zu bloggen.

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Schwarz-Rot-Geil

Schwarz-Rot-Geil

4. April 2007, 01:13 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Schlimmer als Wackeldackel auf der Heckablage sind nur noch diese unsäglichen Autoaufkleber aus der Bildzeitung mit populistisch-tumben Stammtisch-Parolen wie “Schwarz, Rot, GEIL” oder “Pkw-Maut, Ökosteuer, Benzinpreis - Ich hab’ die Schnauze voll!”.

Beides für sich allein ist schon eine Katastrophe. Wer aber gleich das volle Programm auf 10km Landstraße vor meiner Nase spazieren fährt, den soll doch bitte der Blitz beim Sch… treffen. Apropos: Was ist denn bl0ß aus der guten alten gehäkelten Klopapierabdeckung auf der Hutablage geworden? So ein Ding hatte wenigstens noch Charme (und einen Sinn).

Entschuldigen Sie

Entschuldigen Sie

1. April 2007, 15:21 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Es ist ziemlich genau zwanzig Minuten vor 10 Uhr abends, ein laues Lüftchen kündigt unverkennbar den nahen Frühling an. Ich hatte zuhause einen schönen Gin Tonic samt einer Wasserpfeife und stehe jetzt am Bahnsteig um auf die S-Bahn zu warten, die mich nach Frankfurt Süd bzw. nach Sachsenhausen bringt. Ich will mich dort mit ein paar Freunden in einer Kneipe treffen, um dann später auf eine Party in Bergen-Enkheim oder Fechenheim weiter zu ziehen. Der Abend hat das Potential dazu, wirklich gut zu werden.

Nur die Gruppe vielleicht 15jähriger Rotzlöffel ein paar Meter neben mir gehen mir auf die Nerven. Nerviges Getröte aus Handylautsprechern und dummes Geschwätz am laufenden Band. Ich beschließe sie zu ignorieren und schiebe mir den iPod bzw. dessen Kopfhörer in die Ohren, als ich aus den Augenwinkeln sehe, wie sich eines der Kids von der Gruppe löst und auf mich zukommt. Trainingshose mit “Pittbull Frankfurt” Aufdruck auf dem Bein, weiße Socken, schwarze Sneaker und eine Lederjacke, die aussieht als hätte er sie direkt von Tokio-Hotel-Bill abgezogen (was ja durchaus nicht negativ wäre), dazu Gelfrisur und Kettchen: das typische Frankfurter Assi-Kiddie eben.

In meiner Vorstellung male ich mir schon aus, wie ich ihn an seinen albernen Kettchen aufhänge, wenn er mir meinen iPod ziehen will - aber er fragt nur ganz höflich:

Entschuldigen Sie (S-I-E(!!!)), die Bahn kommt doch um 43, oder?

Wie im Trance stammle ich ein “Ja, kommt sie”, zu mehr reicht es nicht. Das verdammte Möchtegern-Ghetto Kid bringt mein Weltbild ins Wanken: Ein grammatikalisch korrekter Satz, der tatsächlich eine Message enthält. Und vorallem: Es Siezt mich. Mich! Siezen! Um 10 Uhr abends! Dabei bin ich Im Geiste bin ich auch noch nicht reifer als dieses Kiddie!

Ich wußte, irgendwann würde er kommen, der “Sie”-Tag. Und das ist nur der Anfang. Als nächstes kommt dann der “Pappa-in-der-Disco”-Tag. Ich will erst gar nicht dran denken.

Please dont walk

Please dont walk

28. März 2007, 19:38 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Diese (Nordic-)Walker im Wald sind wirklich eine Klasse für sich. Angezogen und ausgerüstet als ginge es dirkt zum Ironman:  Asics Hightech-Schlappen, lange Radlerhose, fingerlose Handschuhe und Schweißbänder an allen erdenklichen Gelenken.

Man bewegt sich dabei in einer geradezu militärischen Angriffsformation: Eine auseinandergezogene Kette, quer über die ganze Wegbreite gespannt (als ginge es darum, der Artillerie kein Ziel zu bieten), der Anführer marschiert voraus und gibt den Takt vor. Da versuch’ mal einer von hinten mit dem Rad vorbeizukommen.

Dumm nur, daß man bestenfalls Spaziergänger-Tempo erreicht, dazu gleich zwei Stöcke braucht und auch noch unglaublich uncool aussieht.

Nee, echt nicht. Walking stinkt. Und versperrt die Waldwege.

Sherlock Halla

Sherlock Halla

22. März 2007, 18:34 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Die Geschichte mit dem ominösen Signal im Rhein-Main Gebiet, das angeblich die Funkübertragung meines neuen Bikecomputers stört, ließ mir einfach keine Ruhe. Zwar hat der Hersteller mir inzwischen den neuen (kabelgebundenen) Computer geschickt, der auch tadellos funktioniert - trotzdem: Ich wäre nicht der Wissenschafter der ich gern wäre der ich bin, wenn ich nicht solange forschen würde, bis ich die Ursache des Problems genau bennen kann.

Und wozu gibts schließlich das Internet?

Erste Anlaufstelle: Die Internet Bike Community. Nach einem entsprechenden Forenposting machte man mich auf das DCF77 Signal aufmerksam. Dabei handelt es sich um einen Langwellensender, der das Zeitsignal der Braunschweiger Atomuhr ausstrahlt, mit dessen Hilfe sich widerrum Funkuhren synkronisieren.

Bingo: Das Signal wird mit ungeheuren 50 Kilowatt ausgestrahlt (zum Vergleich: Radiosender erreichen i.d.R. weniger als 0.5kW, im Ernst!) und kann im 2000km Radius noch in Portugal, Tunesien, dem Polarkreis und sogar in Moskau empfangen werden.

Und jetzt ratet mal, wo der Sender steht? Aus der DCF77-Website:

Der DCF77 Sender steht in Mainflingen (50° 01’ Nord, 09° 00’ Ost), etwa 25 km südöstlich von Frankfurt/Main. Die Antennen sind hohe vertikale Rundstrahlungsantennen. Zwei von ihnen sind 200 Meter, die Dritte ist 150 Meter hoch. (Anm.: HAR HAR)

Der Sender sendet mit einer Boden- und einer Raumwelle, wobei die Empfangsfeldstärke der Bodenwelle anfänglich enorm stark ist, mit steigender Entfernung aber rapide abnimmt - wenn der Sender allerdings nur einen Steinwurf entfernt ist, macht das nichts aus.

Warum ausgerechnet Mainflingen?

Der DCF77 Sender steht deshalb in Mainflingen, weil im Sendegebäude ein gutes Erdungsnetz verlegt ist. Aber viel wichtiger ist die Lage des Sendegebäudes in der Mainebene. Der Grundwasserspiegel ist dort sehr hoch. Dadurch ist die Bodenleitfähigkeit heraufgesetzt. Dieses sind günstige Ausstrahlungsbedingungen für das Signal.

pcb.jpg

Tja, Rätsel gelöst: Das 50kW starke DCF77 Signal um die Ecke macht meinen Fahrrad-Tacho fertig. Rätsel in nur einem halben Tag gelöst, dem Internet sei Dank. Eine tolle Erfindung.

Und ansehen kann man sich den Übeltäter ebenfalls - Google Maps ist schon was feines.

Bitte melden

Bitte melden

17. März 2007, 19:22 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Zu meiner Wohnung gehört ein kleines Kellerabteil, ein in Mietskasernen üblicher Gitter-/Bretterverschlag, in dem ich neben leeren Umzugskartons auch einige alte CD’s und meine Sammlung mit Havanna-Club Flaschen aufbewahre. Nichts spektakuläres, und da sich das Abteil auch noch im hinterallerletzten Kellereck befindet, sah ich bisher keine Notwendigkeit für ein Schloß an der Tür (wollte ich aber schon lange mal in Angriff nehmen…).

Heute dann ein Zettel der Hausverwaltung in Augenhöhe an der Hauseingangstür, an der Dutzende von Bewohnern und unzählige Gäste tagtäglich vorbeikommen:

Eines der Kellerabteile (hinten rechts) ist nicht abgeschlossen und frei zugänglich. Wir bitten den Besitzer, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Gesagt, getan: Mein Anruf bei der Hausverwaltung ergab, daß man mich darauf aufmerksam machen wollte, daß das Abteil nicht abgeschlossen ist (ach, wirklich?!). Ich soll doch bitte ein Schloß anbringen.

Auf meine bissige Bemerkung, daß dies spätestens jetzt ohnehin nötig sei, nachdem man per Aushang das ganze Haus über mein offenes Abteil informiert habe, kam leider keine Reaktion.

Who are you

Who are you

15. März 2007, 20:46 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Privat melde ich am Telefon prinzipiell nur mit “Hallo”, wenn ich die Nummer nicht kenne. Gerade ruft wieder so einer an, immerhin antwortet er mir auf mein “Hallo” höflicherweise genauso. Will dann aber sofort wissen “Wer sind Sie denn?”.

Junge, das geht Dich gar nichts an, wer ich bin. Du hast mich angerufen, nicht umgekehrt, da solltest Du wissen, wer ich bin. Meine Gegenfrage daher: “Ich? Wer sind Sie denn überhaupt?”. Unverständliches Gebrabbel, dann wird aufgelegt. Da könnte ja jeder kommen.

Fruehlingsbeweis

Fruehlingsbeweis

15. März 2007, 19:26 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Die Sonne scheint und man kann wieder ohne Jacke vor die Tür gehen. Beim Fahrradhändler ist die Hölle los, infolgedessen wurden auch die Öffnungszeiten verlängert. Und ich befinde mich in der kurzen Phase zwischen winterlicher Dauererkältung und sommerlichem Heuschnupfe, während der ich fast ohne Nasenspray auskomme. Draußen hängt in angenehmer Geruch in der Luft (kann aber auch an der Nasenspray-Abstinenz liegen) und immer mehr Autobesitzer tauschen die tristschwarzen Winterräder gegen blitzende Alufelgen aus.

Alles Indizien dafür, daß der Frühling unmittelbar bevor steht.

Ein aber fast bombensicherer Beweis für diese Annahme sind die rund drei Dutzend dicklichen, keuchenden und schwitzenden Hausfrauen, die heuschreckenartig sämtliche Cross-Trainer, Standfahrräder, Laufbänder und Stepper im Fitnessstudio in Beschlag genommen haben.

Der Frühling kommt. Spätestens seit heute ist das so sicher wie das Amen in der Kirche.

Falschrum

Falschrum

13. März 2007, 23:03 Uhr Erzähls der Parkuhr , Ich und mein Martyrium Halla


Und Gott fragte die Steine: “Wollt Ihr Biker sein?”
“Nein, Herr!”, antworteten die Steine.
“Dazu sind wir nicht hart genug.”

Hart wir Stein bin ich praktisch seit meiner Geburt, nur der Biker ist zur Zeit noch in Arbeit. Vorallem in technischer Hinsicht. So versuche ich seit 5 Tagen einen Fahrrad-Tacho Trainingscomputer zur Mitarbeit am Lenker im Cockpit zu bewegen. Natürlich nicht irgendeinen, sondern einen schönen Wireless Computer und allem möglichen Schnickschnack. Man will muss ja schließlich auch im Sattel oder in der Natur irgendwas Digitales um sich herum haben.

Heute kam der Tag, an dem ich den sauren Apfel biß und mich von einem Schrauber darüber aufklären ließ, warum sich mein Trainingscomputer so konsequent weigert, mich mit Infos zu versorgen:

  1. Im hiesigen Rhein-Main Gebiet haben Bike-Computer meiner Marke massive Probleme durch irgendeinen Sendemast, ich vermute mal durch den Fernsehtum in Ginnheim oder irgendeinen Radiomast auf dem Feldberg.
  2. Ich habe den Sender mit mehreren Lagen Panzerband umwickelt, was dem Kontakt zwischen Signalgeber und Sender nicht gerade förderlich ist. Gleiches galt für meine alternative Befestigungsmethode mit 5mm Kabelbindern anstatt dem Orginal 2mm Gummiband.
  3. Ich habe den Sender *hust* falsch herum eingebaut.

Dass ein Sendemast meine kleine Funkstrecke zwischen dem Sender am Gabelholm und dem Computer am Lenker stören soll, finde ich gleichsam abwegig und toll. Es scheint aber zu stimmen, da der Hersteller die Modelle wohl bei Käufern aus der Region anstandslos gegen kabelgebundene Computer austauscht.

Was aber die beiden anderen Punkte angeht: Das ist peinlich. Gut, zu Panzerband und Kabelbindern stehe ich, ein richtiges Bike ist schließlich kein Ponyhof. Aber der Einbau verkehrt herum… eiei, das war mir nun wirklich peinlich.

Hackfresse

Hackfresse

8. März 2007, 09:51 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Für das Wintersemester 07/08 steht ein halbjähriges Praktikum auf dem Programm. Zwar bin ich auf aufgrund meiner Berufserfahrung davon befreit, allerdings bringt mir das nicht wirklich etwas, da es während dieser Zeit keine Vorlesungen gibt, die ich belegen könnte (um bspw. früher fertig zu werden).

Weg Da! Fürs scheiße aussehen bin ich zuständig!Daher wird es langsam Zeit, sich was passendes zu suchen. Es ist schon recht lange her, daß ich das letzte Mal Bewerbungen geschrieben habe, aber es geht überraschend flüssig von der Hand. Nur eine Sache bereitet mir gewaltige Kopfschmerzen: Das verdammte Bild zu meiner Visage. Eine Bewerbung geht genausowenig wie eine Kontaktanzeige ohne - glaubt mir, ich hab einmal mitbekommen, wie zwei Damen von HR (”Human-Ressources”, oder ganz oldschool: “Personalabteilung”) Bewerbungen selektiert haben: Die “ach, der sicht aber nett aus, mit dem würd’ ich auch mal ‘n Kaffee trinken gehen”-Typen kommen gleich zum Gespräch, selbst wenn’s nur zum Ansehen ist, die anderen, naja, erstmal genau durchlesen…

Mit anderen Worten: Ein gutes Bild ist also die halbe Miete. Und wenn man auf Fotos so gnadenlos verbrechermäßig bekifft verpennt scheiße aussieht wie ich, dann hat man echt verloren was das angeht. Also erstmal Unmengen von Bildern machen (lassen) -wozu gibts schließlich Digicams- danach jedes einzeln ansehen und einfach löschen wenn es mal wieder mehr nach Fahndungs- als nach Bewerbungsfoto aussieht. Solange bis eine Handvoll “gute” übrig bleiben.

Es ist deprimierend, wenn man plötzlich merkt, daß der Ordner schon leer ist.

Hell on Heels

Hell on Heels

6. März 2007, 12:23 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Vor ein paar Tagen war ich Getränke kaufen, wobei mir eine Frau mit unglaublich tussigen, riesigen, weißen Plateau-Highheels auffiel. Weißer Mini, dazu pinkes Langarm-Top und, Achtung: pinke Söckchen zu den weißen Heels. Alles klar, der Frühling kommt. Ich dachte mir nichts dabei, bis die Gute an der Kasse direkt vor mir in der Schlange stand…

Von wegen Tussi - das war ein Typ! Und er hatte sich nicht mal die Beine rasiert (genauso wenig wie das Gesicht übrigens). Das Mannfrau stöckelte dann direkt vor mir aus dem Laden, schnurstacks zum fahrbaren Untersatz: Einem 40-Tonnen Sattelschlepper mit Kennzeichen aus den Niederlanden. Keine schlechte Nummer, ich muss schon sagen :-)

Die Frage ist nur: Behält die Trucker-Transe die Heels beim fahren an? Wenn ja, mache ich künftig einen Riesenbogen um holländische Trucks. Nicht auszudenken, wenn der mit seinen Plateaus Gas und Bremse verwechselt oder mit den Riemchen irgendwo hängenbleibt… 40 Tonnen bremst so schnell nix.