Es gibt genau eine Zeit, zu der man mit Dieter Bohlen Mitleid haben darf: Während der Vorrunden der Reality-Casting-Soap “Deutschland sucht den Superstar”. Was sich hier vor der Kamera verheizen läßt, ist wirklich beispiellos. Und zum Schreien komisch.
Daher der Super-Tipp : Einfach youTube einschalten und sich die talentfreisten Kandidaten werbefrei und ohne DSDS-Beiwerk ansehen. Noch schnell die Lieblingslinks verlinken, bevor aus dem Spaß wieder Ernst wird und man nur noch die stimmgewaltigen aber stinklangweiligen Kandidaten der nächsten Runde zu sehen bekommt:
Ich bin absolut kein Freund von Großraumdiskotheken. Ich halte sie für Überbleibsel aus den 90er Jahren, in denen sich das Landvolk mit schlechtem Style und tiefergelegten Opel Corsas samt Onkelz- oder Alpine-Aufkleber auf der Scheibe trifft, billigen Techno hört und seine Getränke über alberne Lochkarten abrechnen läßt. Ja, ich weiß, Schubladendenken galore. Ich habs da viel lieber klein und gemütlich, weniger Noblesse, Pomp und Größe, dafür stylischer, mit angenehmerem Publikum und vorallem besserer Musik, von mir aus auch gern etwas “abgefuckter”.
Gestern abend habe ich mich zum ersten Mal seit langem wieder ins Cocoon “verirrt”, dem wohl derzeit (immer noch) bekanntesten Club in Frankfurt, und einmal mehr muss ich feststellen: Dieser Laden ist einfach eine Großraumdizze, auch wenn er -wie ein Freund von mir es ausgedrückt hat- “krampfhaft versucht, diesen Eindruck zu vermeiden”. Sven Väth höchstpersönlich stand in der Kanzel, was durchaus für eine gewisse musikalische Qualität gesorgt hat, aber trotzdem: Für meinen Geschmack einfach zu groß, zu teuer, zu überladen und vorallem zuwenig Atmosphäre und Stimmung. Daran kann (leider) auch die aufwändige Deko nichts mehr ändern…
Von 8:30 Uhr bis 13:30 Uhr Vorlesungen ohne großartige Pause dazwischen, anschließend in der Spätschicht von 14:30 Uhr bis 21 Uhr spannenderweise stapelweise an der Arbeit scannen (ist genauso schlimm wie es sich anhört). Die Zeit zwischen Uni und Arbeit verbringe ich auf der Straße im Auto mit Pendeln. Mordstag. Und dabei ist da nicht mal der Zeitaufwand für Nach- und Vorbereitung im Anschluss eingerechnet.
Will man Daten aus einer Datenbank löschen, so ist das ein bißchen wie beim Windows-Papierkorb. Im ersten Schritt verschiebt man eine Datei in selbigen, kann sie aber jederzeit wieder ansehen oder ohne großen Aufwand wieder herstellen. Erst im zweiten Schritt, nachdem man den Papierkorb “geleert” hat, wird die Datei tatsächlich gelöscht (zumindest in den Augen des Benutzers).
Bei Datenbanken wird das meist ähnlich gehandhabt: Daten, die von einem Benutzer gelöscht wurden, werden nicht “richtig” gelöscht, sondern lediglich zum Löschen markiert, d.h. mit einem sog. “Delete-Flag” versehen. Dem normalen User bleiben derartige Datensätze anschließend verborgen, für Betreiber selbst jedoch ändert sich an dem Datensatz nicht wirklich was. Erst wenn sich dieser selbst zu einem richtigen Delete entschließt, sind die Daten endgültig weg.
Diese Praxis ist gängig und hat sich bewährt, bei Benutzerprofilen jedoch stehe ich ihr sehr kritisch gegenüber: Schließlich will ich selbst entscheiden, wann ich meine eigenen Daten wieder lösche. Die Betreiber des StudiVZ (*seufz*) sehen das offensichtlich etwas anders. Oder wie ist es zu erklären, daß Koosishart eine Mail mit den neuen AGBs der Betreiber erhält, obwohl er sich längst abgemeldet hat? Seine Mail-Adresse (und vermutlich auch sein komplettes Profil) befinden sich also noch in der StudiVZ-Datenbank. Gelöscht? Mitnichten.
So langsam frage ich mich wirklich, ob es das StudiVZ irgendwann auch mal schafft, mit etwas positivem ins Gespräch zu kommen…? Das letzte, woran ich mich erinnern kann, war der SuperGAU, bei dem die Passwörter und die Profile der User direkt aus der Datenbank geklaut wurden. Anschließend schob man den Usern neue, halbgare AGB unter, die juristisch äußerst fragwürdig sind (Hallo? Gibts bei Holtzbrinck keine Anwälte, die sich sowas mal schnell ansehen könnte, bevor man es auf die User losläßt!?) und jetzt schon wieder sowas. Negative Schlagzeilen, wohin man auch schaut. Und wir sprechen über die letzten Wochen, nicht Monate oder Jahre.
Und dafür hat jemand einen zweistelligen Millionenbetrag gezahlt. Schön blöd.
Früher oder später musste es einfach so kommen: Ein Angreifer hat es offensichtlich geschafft, sich Zugriff auf die StudiVZ-Datenbank zu verschaffen und so E-Mail-Adressen, Zugangsdaten und Freundschaftsverbindungen auszulesen.
Schon oft wurde in der Vergangenheit darüber spekuliert, daß es möglich wäre, die Daten mittels eines Crawlers direkt aus dem Frontend zu parsen und zu speichern. Sollte nun aber der tatsächliche Zugriff auf die Datenbank gelungen sein (so liest sich zumindest die entsprechende Meldung auf golem.de), so hätte dieser Angriff eine völlig neue Qualität, da hier neben Passwörtern auch reichlich nicht-öffentliche Daten abgelegt sind. Was genau passiert ist, ist wohl noch nicht so ganz klar. Allerdings ist StudiVZ im Moment komplett vom Netz und die Passwörter aller User werden von den Betreibern zurückgesetzt - sowas läßt sich bei einer produktiven Site nur als SuperGAU bezeichnen. Die Betreiber sehen das wohl ähnlich, nicht umsonst wurde erstmals aufgrund eines Angriffs Strafanzeige gestellt.
Was die gestohlenen Passwörter angeht: Auch wenn es alarmierend klingt, dieses Problem dürfte im Moment noch das kleinste sein. Passwörter werden in Datenbanken niemals im Klartext abgelegt (zumindest wenn die Programmierer auch nur einen Funken Sachverstand besitzen), sondern immer nur durch bestimmte Algorithmen verschlüsselt gespeichert (sog. Hashes), sodaß der Angreifer mit diesen Passwörtern vorläufig nichts anfangen kann (zumindest nicht, bis er die Hashes zurückrechnen konnte). Trotzdem bin ich gerade ganz froh darum, daß ich für StudiVZ ein anderes Passwort als für meinen Mailaccount hatte…
Es wäre wünschenswert, dass die Betreiber genau bekannt geben, welche Daten in welchem Umfang betroffen sind. Allerdings habe ich die leise Ahnung, daß nichts dergleichen passieren wird.
Nur damit wir uns richtig verstehen: Dieser Angriff ist der absolute Worst-Case, schlimmer hätte es nicht mehr kommen können. Sollte der Angreifer Zugriff auf die gesamte Datenbank und damit die Userdaten gehabt haben (was ich nicht hoffe!) und wäre StudiVZ ein Unternehmen (und keine Community), dann könnte man jetzt wohl das Büro abschließen und heimgehen.
Hoppla - ich vergaß…
StudiVZ ist ja Holtzbrinck. Und damit durchaus ein Unternehmen.
Keine Frage, früher war natürlich alles besser. Vorallem die ersten Computerspiele wie z.B. die des Commodore C64 (ich sag nur “Datasette“), die im nachhinein betrachtet ihren ganz eigenen Zauber hatten.
Vom Amiga 500…
Nach dem C64 kam der Amiga 500. Und mit ihm Klassiker wie Turricane, California Games, R-Type, Oil Imperium, Ports of Call, Silent Service oder Gunship. 7,06 Mhz CPU, 512 KB Arbeitsspeicher: Zocken auf ganz hohem Niveau also, mit Sound, echter Top-Grafik (damals!) und Disketten-Wechsel-Orgien. Der Amiga hatte in der Grundausstattung keine Festplatte, sondern lediglich ein 3.5″-Disketten Laufwerk. So kam es, daß man z.B. grafisch anspruchsvolle Adventures auf bis zu 10 Disketten verteilen mußte, die natürlich je nach Position im Spiel gewechselt werden wollten.
…zum PC
Was danach kam, war so etwas wie die Götterdämmerung: Der PC begann den Amiga als Spielemaschine abzulösen. Zunächst mit 3- und 486en mit 33 und 40Mhz, danach die ersten Pentium I Rechner mit 90Mhz. Jede moderne Grafikkarte hat heutzutage zehn- oder gar zwanzigmal soviel Grafikspeicher zur Verfügung als damals der gesamte Rechner Arbeitsspeicher hatte.
Kleiner Link-Tip am Rande: Gabys (virtuelles) Computermuseum, mit Homecomputern aus den 80er Jahren. Einer Zeit also, in der eine Festplatte mit 10MB kaum erschwinglich war.
Civilization und Pirates haben mich mindestens zwei Jahre meines Lebens gekostet. Mir hatten es insbesondere Stratgiespiele und Simulationen angetan, ab und an auch mal ein Action-Adventure. In meiner “harten” Phase als begeisterter Zocker machte ich so manche Nacht durch und saß danach in der Schule im Unterricht, nur um dabei Strategien für den aktuellen Zock auszuarbeiten und aufzuschreiben.
Irgendwann mit Anfang/Mitte 20 legte sich die Begeisterung dann etwas, und ich verlor (nicht zuletzt auch dank chronischem Zeitmangel) das Intresse am Zocken. Heute kaufe ich nur noch selten ein Spiel, die beiden letzten waren Civilization IV und Call of Duty II, glaube ich.
Oldskool, Baby
Moderne Spiele sind technisch top, keine Frage, aber trotzdem haben die alten Games noch immer ihren Zauber und ich habe mir schon oft gewünscht, mal wieder einen der Klassiker in die Finger zu bekommen und etwas zu zocken. Nur woher nehmen? Google führt oft nur auf irgendwelche dubiosen russischen (Warez-)Seiten, die wenig vertrauenserweckend wirken.
Gestern dann der Fund des heiligen Grals: Abandonia.com!
Weit über 1000 Spiele, fein säuberlich nach Titel und Genre sortiert und durchsuchbar, jedes Spiel mit Beschreibung und Kompartibilitätshinweisen, Screenshots und Link zum direkten Download (sofern das Spiel mittlerweile freigegeben wurde). Alles ohne Viren oder Malware (soweit ich das beurteilen kann), nervige Banner und Popups.
Auf der Site finden sich z.B. Perlen wie Arkanoid, North&South, Railroad Tycoon, Pirates, Civilization, Ufo, Monkey Island, Battle Isle, California Games, Dune II, Test Drive, Castles, Heroes of Might&Magic, Wings of Fury, Bards Tale, Bundesliga Manager, Populous, Elite uvm.
Leider ist es so, daß der Zauber der Spiele doch recht schnell wieder verfliegt, wenn man sie erstmal angespielt hat - man ist zwischenzeitlich verwöhnter was Grafik und Gameplay angeht, als man denkt. Aber für einen gemütlichen Sonntagnachmittag reichts allemal.
…oder um es mit den Worten von Douglas Adams zu sagen: Macht’s gut, und danke für den Fisch. Hier und heute endet meine Exkursion in die Welt der Weblogs, nach knapp 1000 mehr oder weniger lesenswerten Beiträgen schließe ich schweren Herzens Reality on the Rocks (…vorläufig…).
Die Entscheidung dazu fiel mir alles andere als leicht. Als ich vor etwas über einem Jahr mit dem Bloggen anfing, gab es verschiedene Motive dazu: Zum einen war da ganz einfach die Lust am kreativen Schreiben, zum anderen sah ich darin die Möglichkeit, mein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis zu befriedigen (und ja - vielleicht auch eine kleine Profilneurose). Nachdem ich Monate nur in anderen Blogs mitgelesen habe, dachte ich mir: Das kannst Du auch. Außerdem war ich neugierig auf die Welt der Blogs und nicht zuletzt stand auch einfach fachliches Interesse an Wordpress dahinter (und wie kann man sich besser damit vertraut machen, als selbst ein Blog erschaffen?).
Im Laufe des letzten Jahres haben sich meine Lebensumstände stark verändert - sowohl privat als auch beruflich. Ich habe das unterhaltsame, aufregende (und bisweilen auch anstrengende) WG-Leben endgültig an den Nagel gehängt, versuche wieder eine Beziehung zu führen, rauche nicht mehr und habe meine Festanstellung gekündigt um mich wieder ins Studenten- und Freelancer-Dasein zu werfen. Damit einher gegangen ist eine Verschiebung meiner Prioritäten: Mir fehlen einfach die Zeit und gedankliche Fokussierung, in Bezug auf dieses Blog die Qualität zu liefern, die ich selbst von mir erwarte. Wer hier seit längerem regelmäßig mitliest, dem dürfte das nicht entgangen sein. Dabei ist es nicht der Prozess des reinen Tippens eines Beitrags, der die Zeit kostet - vielmehr ist es das unterschwellige “Denken in Blogeinträgen”, das Formulieren von Gedanken, Ausschmücken, das Herstellen von Bezügen und das Finden einer Inspirationsquelle (selbst wenn diese Beckstein, Schily oder GEZ heißen sollte). Wer selbst ein Blog pflegt wird wissen, was ich meine.
Zurückblickend muss ich sagen: Das Herzblut und die unzähligen Stunden, die ich in Reality on the Rocks investiert habe, haben sich mehr als gelohnt. Ich habe ein verhältnismäßig tiefes Verständnis für das Web 2.0, das “Social Web”, erlangt, meine Wordpress-Kenntnisse sind so gut, sodaß das Schreiben eines eigenen Themes kein Thema mehr ist, auch die ersten kleineren Plugins fanden bereits ihren Weg in den Editor. Und wenn ich mir Rückblickend die ersten Einträge durchlese, so muss ich auch ganz selbstverliebt sagen, daß sich die Schreiberei in Bezug auf Eloquenz, Ausdrucksweise und Lokution gelohnt hat. Aber das sind bestenfalls angenehme Spin-Offs im Vergleich zu dem, weswegen mir dieses Blog so ans Herz gewachsen ist und was es für mich (und hoffentlich auch euch) so wertvoll gemacht hat: Euer Feedback, eure Kommentare, eure Links und Trackbacks, allein schon das Wissen, daß “da draußen” jemand mitliest - das war es, was Reality on the Rocks (wie sicher jedes Blog) ganz wesentlich angetrieben und ausgemacht hat.
Natürlich nehme ich dieses Blog nicht vom Netz: Es wird in dieser Form bestehen bleiben - zumindest solange ich noch meinen Server zahlen kann. Ich freue mich nach wie vor über jeden, der meine alten Beiträge liest oder kommentiert ohne mich abzumahnen.
Ein ganz besonderer Dank gebührt natürlich auch meinen Eltern und Jesus Christus meinem Freund, Mitstreiter, Saufkumpan und Co-Autor Jan aka. Goofystylz. Dankeschön für 62 lustige, frustrierte, informative und immer wieder lesenwerte Beiträge zu Reality on the Rocks.
Und nachdem ich mich nun ein paar Stunden lang wehmütig durch Reality on the Rocks gefräst habe, bin ich mir plötzlich sicher, daß das kein endgültiger Abschied sein wird (allein schon, weil die Domain dazu einfach zu cool ist…), sondern nur ein Abschied auf Zeit. Wie sagt man doch so schön? Man sieht sich immer zweimal im Leben, wahrscheinlich schneller als gedacht. In diesem Sinne Euch allen vielen Dank fürs Mitlesen, Mitmachen und Verlinken, ohne Euch hätte es nicht annähernd soviel Spaß gemacht!
Ein Samstag im August, in einer beliebigen Großstadt. Es ist früher Abend gegen acht Uhr, die Temperatur liegt bei angenehmen 25°: “Summer in the City” sozusagen, die schönste Zeit des Jahres. Ein Blick in den stahlblauen Himmel verrät mir, daß die Sonne noch ein paar Stunden scheinen wird.
Ich sitze friedlich in einer großen Grünanlage auf einer Bank und warte auf einen Kumpel von mir. Auf dem Weg joggen ein paar unverbesserliche Sportler vorbei, Rentner führen ihre Hunde aus, auf der Bank neben mir küßt sich ein offensichtlich frisch verliebtes Pärchen, etwas weiter entfernt spielen ein paar Jungs Frisbee - einer der beiden ist ziemlich gut, selbst die Würfe mit der Vorhand fliegen seinem Partner praktisch direkt in die Fang-Hand.
Ich warte derweil auf einen Kumpel von mir. Wir wollten uns im Park treffen, um danach auf eine Outdoor-Party um die Ecke weiterzuziehen.
Als er kommt, trägt er ein Six-Pack unter dem Arm. Wir begrüßen uns und gleich darauf drückt er mir ein Bier in die Hand. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen, kein Wunder, seit wir alle Schule und Studium entwachsen sind bleibt neben dem Job nicht mehr soviel Zeit zum Abhängen wie früher. Spielt aber gerade im Moment keine Rolle, den schließlich ist die Situation fast perfekt: ein lauer Sommerabend, die Luft riecht nach Gras (das aus dem Boden kommt) und jeder genießt friedlich den Samstag abend auf seine Weise, egal ob mit Joggen, Frisbeespielen, Gassi gehen oder wildem Rumknutschen.
Bis es sich lohnt weiterzuziehen, ist es noch eine Weile hin, und wir beschließen, uns unter einen Baum in den Schatten zu knallen, ein paar Bierchen zu trinken, über alte Zeiten zu quatschen und dem Treiben im Park zuzusehen. Gesagt getan: Ein Baum ist schnell gefunden, das Bier offen und wir relaxen und unterhalten uns.
Plötzlich durschneidet eine laute, blecherne Stimme die abendliche Idylle im Park:
“Hier spricht die Polizei von Frankfurt am Main. Das Betreten der Wiese sowie der Konsum von alkoholischen Getränken in der Öffentlichkeit ist nicht gestattet. Räumen Sie sofort das Gebiet und stellen Sie den Konsum ein. Sollten Sie leere Flaschen zurücklassen, wird eine angeforderte Streife ihre Personalien aufnehmen und an die Stadt weiterleiten.”
Wir schauen uns ungläubig an, eine Streife ist nirgendwo zu sehen. Sind wir gemeint? Oder erlauben sich irgendwelche Kiddies, die zum Geburtstag ein Megaphon geschenkt bekommen haben, einen Spaß mit uns? Wir ignorieren die Stimme.
“Dies ist eine letzte Aufforderung, das Gelände zu räumen. Sie beide unter dem Baum sind gemeint.”
In welchen Film sind wir jetzt geraten? “Was? Wer? Wir oder was? Wo seid ihr denn überhaupt?”, brüllt mein Kumpel ziellos in den Park.
“Hier spricht die Videoüberwachungsstaffel der Polizei Frankfurt. Dieser Park wird videoüberwacht. Bitte räumen Sie den Platz”.
Neben der Laterne am Weg vor uns sehe ich sie: die Überwachungskamera. Direkt darunter angebracht: Lautsprecher. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Wild fluchend räumen wir zusammen und ein Rentner, dessen Hund gerade an den Wegrand scheißt, sieht uns an, als wären wir die letzten asozialen Penner. “Gottseidank hat es die Polizei gerade noch mal geschafft, eine Straftat zu verhindern. Diese präventiven Massnahmen in den letzten Jahren - Toll!”, denkt er sich. Aber ihr wißt ja, wie das ist: Wer frei ist von Sünde, der werfe den ersten Stein, oder so ähnlich.
Das wild knutschende Pärchen auf der Bank direkt daneben entwirrt sich ebenfalls schleunigst, ich sehe noch wie ihre Hand aus seiner Hose verschwindet, bzw. sich seine Hand unter ihrem Pulli wieder zum Verschein kommt. Eine schöne Live-Show für die Beamten an den Kameras, die zweifelsfrei auch noch über eine Zoomfunktion verfügen. Die beiden verschwinden schnell von der Bank und verdrücken sich irgendwo anders hin, wo sie von keiner Kamera gestört werden - genau wie die Dealer früher, die sind auch einfach einen Park weitergezogen, in einem Park ohne Kameras. Gedealt wird aber noch immer. Genauso wie das Pärchen auch später noch weiterknutschen und sich befummeln wird.
Was meinen Kumpel und mich anging: Wir waren eben etwas früher bei der Party. Und unterhielten uns über die Zeit, als es noch keinen Überwachungsstaat gab. Eine Vorteil hat die Sache ja: Auf die Art wird wirklich auch dem letzten Träumer klar, daß die Kameras nicht zum Spaß rumhängen, sondern zur Überwachung dienen, selbst wenn man “gar nichts zu verbergen hat”. Aber diese Erkenntnis kommt wohl zu spät.
Die Geschichte ist natürlich rein fiktiv und auch die Stadt Frankfurt setzt ein solches System (noch) nicht ein. Ernsthaft erprobt wird es derzeit allerdings im britischen Middlesbrough, bei einem Erfolg ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis eine Blitzbirne auf die Idee kommt, daß das doch auch eine schöne Sache für uns hier in Deutschand wäre. (englischer Orginalbericht in der Daily Mail, gefunden bei gulli.com und Telepolis)
Wir werden uns in Zukunft daran gewöhnen müssen, niemandem zu vertrauen. Weder dem braven Asyl-Studenten, dem Döner-Koch und dem Kellner mit seinen arabischen Augen. […]Ich habe Angst vor Ihren Augen.
Das schreibt der Kolumnist der Bildzeitung Franz Josef Wagner, gefunden im Bildblog. Und vor dem Mann habe ich wensentlich mehr Angst, als vor den “Augen” “meines” Dönerbudenbesitzers. Lösen muslimische Mitbürger jetzt Schwarzafrikaner als “Feindbilder” der Rechten Demagogen ab? Werde ich jetzt nicht mehr zusammengetreten weil ich eine ander Hautfarbe habe, sondern einen Bart trage?
Wenn ich sowas lese, weiß ich wieder, warum mir undanderen dieses dreckige, opportunistische Springerblatt so sehr gegen den Strich geht.
Die Japaner sind komplett durchgepeitscht. Wortwörtlich!
Ich habe großen Respekt vor vielen Eigenheiten dieser Kultur, aber die Unterhaltung nimmt dann doch zwischendurch groteske Züge an. Im Regelfall manifestiert sich das am eindrucksvollsten in Gameshows. Diese hier ganz hart:
Sechs Jungs stehen breitbeinig aufgereiht for einer “Eierpeitsche” und müßen irgendwas schnell vorlesen. Wers nicht schafft wird gepeitscht! Alllteeeeer! Seid ihr noch zu retten? Das tut schon beim zuschauen weh!
OK, ein bisschen lustig ist’s schon, gerade der letze Kerl, der immer heftiger gegen die drastischen Maßnahmen protestiert.