Um Euch, liebe Leser, vor den Schmerzen zu bewahren, die mich beim Superhelden Epos “Ghost Rider” überfielen, habe ich hier eine kurze Zusammenfassung des Drehbuchs.
Zusammen mit dem Promotionsmaterial und den Fotos von IMDB habt ihr den Film (in Eurer Rübe zumindest) so gut wie gesehen und ich habe Euch einen Abend gespart, den man mit sinnvolleren Aktivitäten füllen kann - z.B. an die Decke starren oder sich die Zunge rasieren.
FADE IN:
INT: ZIRKUS
PETER FONDA (aus Easy Rider, wie passend) trifft einen JUNGEN NICHOLAS CAGE und führt sich BÖSE auf, was der beste Weg ist um bei jemanden Vertrauen zu erwecken.
PETER FONDA
Hallo Nicholas, unterschreib diesen ominösen Vertrag der mir Deine Seele zuschreibt. Muhhaaahhaaar.
JUNGER NICHOLAS CAGE
Was? Nö. Uuups, hab n bissi Blut drauf getropft. Aber das ist sicherlich nicht rechtskräftig.
PETER FONDA
Pffff, na klar. Was denkst Du für wen die besten Anwälte arbeiten?
NICHOLAS CAGE wird erwachsen und ein Motorrad-Stuntman, ist aber scheiße darin.
EVA MENDES
NICHOLAS, ich bin Deine große Schulhofliebe. Ich würde Dich gerne interviewen.
NICHOLAS CAGE
Klingt super!
EVA MENDES
Frage eins: Wieso bist Du 10 Jahre mehr als ich gealtert seit wir uns das letzte mal sahen?
PETER FONDA
Hey Nicholas. Weißt Du noch, daß Du mir Deine Seele verkauft hast? Du kannst sie wiederhaben wenn Du mein Ghost Rider wirst. Geh und bring Wes Bentley um, er ist mein Sohn, oder so. Er will so einen Vertrag den der letzte Ghost Rider geklaut hat.
NICHOLAS CAGE
Nein. (Pause) Okay, meinetwegen.
NICHOLAS’ Kopf verwandelt sich in einen SCHEISSE FLAMMENDEN TOTENSCHÄDEL und Film als Kunstform stribt. Offiziell.
FLAMMENDER NICHOLAS CAGE
Schädel sauer! Muß Motorrad fahren!
FLAMMENDER NICHOLAS konfrontiert WES BENTLEY, der offensichtlich vergessen hat wie man schauspielt.
NICHOLAS verliert den Kampf und fährt heim. Aus Seite 3 von “Wie man ein Comic-Heft-Film für spastische Vollidioten schreibt” kommt die unerwartete Ich-rette-eine-Frau-vorm-Handtaschenklau-Wendung
FLAMMENDER NICHOLAS CAGE
(zum Dieb)
Duuuuu. Schuuuuldig.
DIEB
Duuuuu. Allllbern.
OPFER
Statt mir aus Angst vor einem lebenden brennenden Skelett in die Hose zu scheißen sage ich Dir noch Danke und geh dann mal.
FLAMMENDER NICHOLAS CAGE tötet den Dieb und schickt ihn dadurch in die Hölle, nur um seinem Feind eine weitere Seele für seine Höllenarmee zu besorgen. Dann trifft er SAM ELLIOT.
SAM ELLIOT
Weil jeder Film dieser Art jemanden braucht, der die mythologischen Zusammenhänge versteht um sie dem Publikum zu erklären, hör gut zu. Eigentlich arbeitest Du Nachts für den Teufel und Tagsüber bist Du normal.
NICHOLAS CAGE
Weil Dunkelheit ein Symbol für Böse ist, während Licht eins für Reinheit darstellt?
SAM ELLIOT
Was? Quatsch, weil die Special Effects gut beleuchtet noch beschissener aussehen würden.
NICHOLAS CAGE
Oh. Was sind meine Superkräfte?
SAM ELLIOT
Naja, Du hast einen flammenden Schädel als Kopf. Du kannst Motorrad fahren. Und dann kriegste noch ne Kettenpeitsche. Das wars.
NICHOLAS CAGE
Ehrlich? Wie zur Hölle hat dieser Held seinen eigenen Film bekommen? Wie soll ich den Kerl denn ohne Superkräfte ummachen?
SAM ELLIOT
Wasweisnisch? Zeig ihm ne Papiertüte die vom Wind rumgewirbelt wird und erschlage ihm mit nem Ziegelstein wenn er abgelenkt ist.
NICHOLAS beschließt, daß das Publikum genug gelitten hat und kämpft gegen WES BENTLEY. Er gewinnt! Peter taucht wieder auf.
PETER FONDA
Gut gemacht, Nicholas. Laß mich nur schnell den Fluch lösen, dann kannste geh…
NICHOLAS CAGE
Nein. Ich behalte den Fluch und mach Dich damit platt.
PETER FONDA
Du meinst den Fluch, den ich jederzeit wieder lösen kann? Den willste gegen mich verwenden?
NICHOLAS CAGE
Genau. Wo Du auch bist werde ich auch stehen.
PETER FONDA
Du wirst höchstens im Obi an der Kasse für 3,99 stehen
In meinem von Zeit-, Job- und Geldlosigkeit geplagten Alltag schummelt sich Regelmäßig eine Farce ein. Manchmal frage ich mich, ob nicht mein gesamtes Leben eine Farce ist, aber das ist ein anders Thema. Diesmal hätte ich es aber riechen können.
Jedenfalls wurde meine Annahme mal wieder untermauert, als ich mich zu einem kostenlosen Screening für den Kinofilm Borat (Genau, der alberne Ali-G Heini mit russischem Akzent) einladen ließ. Kostenlos nicht nur für mich, weil ischn gailer Tüpp binn, sondern für jeden. Frei registrierbar über’s Internet und so auch geschehen für mich über die Mitbewohnerin meiner Freundin.
Eigentlich eher eine Kost, die höchstens mein DVD-Spieler an total verregneten Tagen zu knuspern bekommt, die ich aber “für umme” und dazu noch vor dem Kinostart ungern ablehnen wollte. Man setzt sich zwar trotzdem ein paar Richtlinien, so was wie: “Wenn er synchronisiert ist, gehen wir wieder!” oder “Also, wenn der nix taugt gehen wir einfach in einen Film nebenan…”, aber wieso ich nicht von vornherin mißtrauisch war, ist mir ein Rätsel. Es gibt nichts umsonst! Nie!
Das ich als als armseliges Marketingwerzeug funktionieren sollte, war mir natürlich klar. Gerade bei Komödien läuft ja viel über Mund-zu-Mund-Propaganda, aber 20th Century Fox sollte noch ein paar weitere schicke Aufgaben für mich parat haben.
Also ab ins Multiplex, wo die Karten spätestens 2 Stunden vorher abgeholt werden mußten. Super, da hat man vor dem Film wenigstens mal ein wenig Zeit, die Auslage im Kino zu betrachten. Zum Beispiel das alte Popcorn hinter den verschmierten Scheiben oder das achte Plakat von einem computeranimierten Weihnachtsmärchen. Man kann sich auch nochmal über das Parkhaus amüsieren, das einen 20 Minuten vor der Schranke hat stehen lassen.
Aber wurscht, was macht man nicht alles um 7 Euro zu sparen, halt noch ein Asiaten von gegenüber zwischen die Kiemen und dann ins Kino.
Aber von wegen!
Zwischendurch erkannte einer meiner Begleitungen den netten Zusatz auf der Kinokarte: Bei Einlaß werden Personenkontrollen durchgeführt.
Dann haben wir kurz skeptisch geguckt, aber ist ja ne Komödie - vielleicht alles Teil der Show?
Bullshit, auf einmal standen wir zusammen mit den (wirklich) 250 Leuten, die auch unsere kühne Idee hatten, in einer Schlange vor einem Metalldetektor. Wie Wie am Flughafen! Ich wollte schon Gürtel und Schuhe ausziehen…
Da standen wir dann 45 Minuten, bis uns von geschultem Personal die Handys abgenommen wurden. Ausnahmslos jedes Handy wurde von jedem Gast eingesackt! Dazu wurden dann auch nette durchsagen gemacht, wie zum Beispiel “Wir entschuldigen uns für die Unanehmlichkeiten, doch die derzeitige Raubkopierer -Stituation zwingt uns….” bla, bla. Raubkopierer-Stituation? Bitte? Was ist mit der Kunden-Situation. Ach so, wir sind ja keine Kunden, wir sind Marketingschäfchen. Ich vergaß.
Dann wurden wir gefilzt. Das verbreitet prima Laune vor so einem stimmungsgeladenen Film.
Endlich im Kinosaal angekommen mußte natürlich noch auf jeden gewartet werden, der in die USA einreisenins Kino kommen wollte. Also saßen wir noch fast ne Stunde rum.
Dann der Film, der zwar lustig, aber in meinen Augen trotzdem kein Kinomaterial ist (but what the bleep do I know…).
Durchgstanden war es damit aber noch lange nicht, man will ja sein Handy wiederhaben. Bis wir draussen waren, hat mir 20th Century Fox, neben meiner Würde, 4 Stunden meines Lebens geklaut. Ohne Film.
Da kaufe ich mir das nächste mal doch lieber eine Karte zur Premiere.
Und filme den Schinken da ab.
Letztens bin ich im alltäglichen Tran über die Landstrasse gedonnert und hatte vor mir einen dieser fahrenden Reifenkeile, nen Ford Fiesta im zweiten Gang. Nachdem ich mit obzönen Ausdrücken und Gesten meinen Unmut über diese Schnarchtante Luft gemacht hatte, fiel mir der Aufkleber auf der Heckscheibe auf:
Haar- und Nagelstudio Brigitte Müller (Name von der Redaktion geändert), Permantent Make-Up, Pediküre, Maniküre, Face Rebirthing…
Wat? Face Rebirthing? Da mußte ich dann doch laut lachen. Die Brigitte hat’s nicht so mit Englisch, dachte ich bei mir…
Nach kurzem googeln entpuppt sich der nahe Verwandte der deutschen “Gesichtsnachgeburt” als echter Kassenschlager bei den Beautysalons.
Mit esoterischem gequatsche wird der “Instant-Anti-Aging” Effekt einer stinknormalen Gesichtsmassage gehyped.
Mixtapes sind im HipHop essentiell um neuen Rap-Talenten eine Plattform zu bieten und sich zu präsentieren. Es ist gleichzeitig die Bühne der DJs, die hier Ihre unternehmerischen Muskeln spielen lassen. In USA, speziell in New York, ist die Mixtape-Szene im Vergleich zu Deutschland riesig und nimmt Formen eines eigenständigen Industriezweigs an. Keine Ecke, an denen man nicht ein Tape angeboten bekommt.
Manchmal gibts auch welche für umme, das freut dann auch den Jan.
Jeder Rapper, der etwas auf sich hält, war schon einmal auf einem Mixtape - so steigen und fallen die Preise diverser Mixtapes mit dem Bekanntheitsgrad der gefeatureten Künstler, beinahe vergleichbar mit einer Börse.
Dabei darf man allerdings nicht vergessen, daß die meisten Mixtapes die auf der Straße oder in einschlägigen Läden verkauft werden, in den Augen der Music-Majors “illegal” sind, da sie auf jegliche Copyrights pfeiffen. So werden seit neuestem unter den faschistoiden Methoden der RIAA Leute verklagt und verknackt, die eigentlich der Motor für eine lebendige Rap-Musik sind.
Mixtape Inc., the Movie, wirft einen Blick hinter die Kulissen und umreisst den Battle zwischen der einen und der anderen Musikindustrie.
Glückwunsch, mal wieder bestraft die Industrie Ihre Kunden, statt das Problem an der Wurzel zu bekämpfen. Oder will Aplle kein Geld von Fernost?
Ich war sehr gespannt auf diese Dienstleistung. Schade, daß sie jetzt einen fahlen Beigeschmack bekommen hat.
Ich trete jetzt glaube ich auch der Piratenpartei bei.
The Usual Suspects, Ghost Dog, Requiem for a Dream, Lost Highway, Being John Malkovitch, Dogma, Magnolia, Alien, The Big Lebowski, Boogie Nights, Braveheart, La petite vendeuse de soleil, Festen, Eternal Sunshine of the Spotless Mind, L.A. Crash, Fight Club, Jurassic Park, The Lord of the Rings, Magnolia, Moulin Rouge!, Reservoir Dogs…
Putzen gehört nicht wirklich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Deswegen bin ich dankbar für jede Vereinfachung des Putzaktes. Im Zuge meiner stetig währenden Optimierung der Putzabläufe bin ich Verfechter des besten Putzmittels evar geworden: Scheibenreiniger!
Scheibenreiniger ist nicht nur in seiner Reinigungskraft nur noch von Hochdruck oder Chlor zu überbieten, sondern hinterläßt auch keine Streifen, verdampft sofort (dank hohem Amoniak- oder Alkoholanteil, harhar>:-)), ist in der praktischen Sprühflasche exakt und punktuell dosierbar und riecht auch noch großartig. Keine Scheuermilch, kein Allesreiniger (der Name sollte umverteilt werden) oder Spüli kann da mithalten. Alles wunderschön verpackt und im optisch angenehmen Blau gehalten. In Notfällen läßt sich damit auch Kameraequipment säubern und Hände desinfizieren. Mein kompletter Haushalt wird mit Scheibenreiniger “sauber” gehalten.
Nur meine Fensterscheiben habe ich seit 2005 nicht mehr geputzt.
Im Moment habe ich die Schnauze voll. Randvoll!
Ich gehe auf die 30 zu und verdiene wie ein 16 Jähriger mit Perspektiven auf dem Jobmarkt wie ein 60 Jähriger.
Scheiße verdammter! Bei einem Film-Job alle zwei Monate traue ich mich garnicht mehr, mich Filmemacher zu nennen.
In eine andere Stadt müßte ich angeblich, da gibts mehr Median-Jobs. Nur erstmal ohne Jobaussicht umziehen ist auch kontraproduktiv. Und da gibts genauso viele Bewerber auf jede Stelle. Natürlich kann ich aber gerne noch ein Praktikum machen, bis ich vierzig bin. So habe ich mir Midlife-Crisis nicht vorgestellt.
Und da soll man einen Ansporn haben, nicht von der Stütze zu leben? (Die ich, nebenbei, garnicht beziehen darf).
“So ist das halt mit den künstlerischen Berufen…” - auch nicht wahr, ich hab’s in USA schon wesentlich anders erlebt. Es ist dieses Rückständige Land, daß nächstes Jahr zum Dank auch noch zusätzliche Mehrwertsteuer von mir haben will. Und ich hoffe inständig Herr Neumann gibt die Kohle gescheit aus.
F*%k Dich, Deutschland!
… lange bleib ich nicht mehr.
Tut mir leid, aber mußte ich einfach mal loswerden…
Manche nennen es pragmatische Methologie, andere wieder eine Philosophie, in jedem Fall ist es sozusagen einer der Grundpfeiler des vielgehypten Web 2.0. (…und im Moment in seiner Form wieder in der Diskussion…)
Eigentlich kannte ich das Konzept nur von Software -der Quellcode wird offen gelegt; das erklärt dann nämlich auch ziemlich genau den Namen und worum es geht.
Um so interessanter fand ich es, auf einen Open-Source-Film zu treffen, Filme haben ja eigentlich gar keinen Quellcode.
Aber es scheint ja mitlerweile alles Open-Source zu geben, wahrscheinlich auch bald eine Starbucks Karamell-Latte.
Um es voraus zu schicken, was einen Open-Source-Film wirklich ausmacht, ist bisher (zumindest nach meinen Recherchen) nicht ausreichend definiert. Das Label tragen deshalb zu allgemeiner Verwirrung nicht nur Werke die in ihrer Kreation offen sind, d.h. nachträglich von jedem verändert werden dürfen, sondern auch Filme die “nur” mit Open-Source-Technologie kreiert wurden.
Ich persönlich finde letzteres falsch deklariert, weil es nach der Einbindung von Open-Source-Technologie immer noch ein stinknormaler Film zu einem billigeren Preis darstellt. Aber wenn dann auch der tatsächliche Content frei editierbar ist, kann ich die Paralellen durchaus ziehen. Für mich macht der Name nur einen Sinn, wenn die einzelnen Filmkomponenten sozusagen den Quellcode darstellen und das ganze eine Creative Commons Lizenz bekommt. Egal, mich fragt ja eh keiner…
Eine schöne und gleichzeitig erschreckende Vorstellung, daß Menschen mit ganz verschiedenem Standort, Herkunft und Paradigmen an der Produktion mitwirken können. “Fremde” werden sozusagen ein Teil des Filmteams. Von der künstlerischen Tragweite bin ich fasziniert: Ein Film offenbart sich als Werk ohnehin nur entlang einer Zeitachse, aber dieses Werk dann auch noch konstanter Fluktuation entlang einer zweiten Zeitachse zu unterwerfen birgt mit beinahe unendlichen Möglichkeiten auch unendlich viel Potential. Was tatsächlich funktioniert, und was nicht, wird sich herausstellen, aber theoretisch ist ein Open-Source-Film niemals fertig. Gefällt mir! Von Profan bis Weltverändernd ist alles drin - im “selben” Film, veilleicht auch erst nach Jahren der Entwicklung.
Darauf läßt sich eine Diskussion über die moralische Verpflichtung der “Macher” entfachen, was auch mit einigen Erstlingwerken schon geschah, aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen dürfte. Auch Rezensionen passen nicht mehr hier rein, deswegen einfach mal ein paar Filme hier oder hier anschauen, vielleicht auch mal an einem rumschrauben…
Irgendwann gibt es keine schlechten Filme mehr, nur noch unfertige
Gestern habe ich mich bei einem Whiskey mit einem Freund darüber unterhalten, wie wertvoll Zeit eigentlich geworden ist.
Nicht nur, daß man im gesetzteren Alter nicht mehr so verschwenderisch damit umgeht als mit 16, es ist ist einfach noch viel schwieriger geworden, sich einfach mal Zeit zu nehmen. Auch zu Hause, wenn man frei hat. Irgendwas gibts halt immer. (Man merkt wie voll angeheitert wir waren, daß uns so profane Themen interessierten).
Auf jeden Fall habe ich beschloßen, heute einfach mal Zeit zu haben. Ohne Reue!
Und wo kann man besser Zeit haben, als in der Badewanne mit nem Teller Rührei und Speck? Mmmmhhhh…