Music for Life
27. Mai 2007, 15:48 Uhr Heavy Rotation Halla
Nicht nur Pärchen haben “ihre Lieder”. Wenn ich mein iTunes durchschaue, muss ich feststellen, daß sowas durchaus für alle Lebensbereiche gilt und es Musik gibt, mit der ich wohl lebenslang untrennbar Bilder, Emotionen und Assoziationen verbinde. Ein Beispiel gefällig?
- Fünf Sterne Deluxe - Dein Herz schlägt schneller
Als ich diesen Track zum ersten Mal gehört habe, saß ich bei einem Freund im Garten am Lagerfeuer. Ein Kumpel tanzte um das Lagerfeuer, daß wir gemacht hatten, und freute sich über genau diesen Track. Ein halbes Jahr später sollte ich mein Abi machen - und aus allen Autoradios orgeln die Fünf Sterne. - Justin Timberlake - Rock your Body
Ok, Chartmusik, zugegeben. Aber Justin Timberlake hat mit diesem Track den Boodyshaker schlechthin hingeknallt. Selbst ich muss dazu tanzen… (und das tue ich i.A. eher selten). Eine paar Jahre lang lief das Ding in einem von mir hochgeschätzten Club wirklich rauf und runter. Zu recht. - Nivana - Smells likeTeen Spirit
Nirvana. Die 90er. Noch Fragen? Entweder man stand auf Nirvana oder Techno, der damals noch auf großen “Raves” wie der Mayday zelebriert wurde. Ich für meinen Teil entschied mich für Nirvana, zog mir ein Holzfällerhemd über, ließ mich beim “Tanzen” herumschubsen und nahm eine negative Grundhaltung gegenüber dem Leben an. Bis auf das Holzfällerhemd hat sich bis heute nichts daran geändert. - Fettes Brot - Jein
“Es ist 19-96 / meine Freundin ist weg und bräunt sich / in der Südsee / Allein? / Ja, mein Budget war klein / Na Fein! / Herein! / Willkommen im Verein. […] Wenn ich die stummen Blicke schicke / sie wie Rummenigge kicke […] Na Kleiner, haste Bock auf Schweinerei?”
Es gibt kein anderes Lied, dessen Text ich derart reflexartig mitsingen muss. Ebenfalls aus der Abizeit… - Seeed - Papa Noah
Freshness. Urlaub. Sonne. Rastas. Bass. Seeed.
Vor fünf oder sechs Jahren war ich mit zwei Freunden in Frankreich an der Atlantikküste im Urlaub. Als wir auf der Suche nachen einem Campingplatz im sonnenverbrannten, vertrockneten Hinterland der Küste vor Mimizan Plage cruisten, lief das Ding in Heavy Rotation im Auto während ich versucht habe, etwas kühle Luft durch das ausgestellte Fenster anzusaugen. Ebenfalls denkwürdig: Seeed live auf dem Hurricane-Festival 2003. Die Band spielt, wir stehen völlig entspannt weit hinten in Reichweite eines Bierwagens während die Sonne langsam untergeht und mit Seeed zusammen eine wilde Festivalnacht einläutet… - Curtis Mayfield - Move on up
Der 70er Funk-Dauerbrenner. Die ersten paar Takte des Tracks sind markant wie nichts anderes, und der Track ist einfach gute Laune pur. Ein (ehemaliger) Mitbewohner und sehr guter Freund von mir kam bei keiner Party um Curtis Mayfield herum - zurecht. Und so kann ich mich auch an keine Party zwischen 2002 und 2005 erinnern, bei der nicht mindestens einmal Curtis Mayfield gelaufen wäre… - Bigger than Hip Hop - Dead Prez
Das Splash Festival 2002. Samstagmorgenmittag, alle werden lebendig und kriechen langsam aus den Zelten. Von der Bühne, die sich in geschätzten 2km Entfernung befindet, hört man nichts. Abgesehen von den ebenso mächtigen wie brachialen Dead Prez-Bässen, die über den Zeltplatz wabbern. - All Saints - Pure Shores
Noch so ein Popper-Ding, genau wie Justin Timberlakes “Rock your Body”. Aber es ist gut. Mein langjähriger WG-Mitbewohner hat das Ding damals rauf- und rutergehört, wohl nicht zuletzt weil er ein riesiger Thailand- und “The Beach”-Fan war. Mir blieb nichts anderes übrig, als mitzuhören. Und mittlerweile liebe ich das Lied… - The Ataris - Boys of Summer
Die rockige Version der Ataris von Don Henyleys Orginal. Ende 2003 war ich für einige Wochen in Australien und dieser Track war wohl einer der Lieblingstracks der australischen Radio-DJs. Zumindest lief das Ding im Radio rauf und runter während ich mit meinem Kleinbus 3000km den Cook-Highway von Cairns nach Byron Bay fuhr und mir am rechten Arm einen Sonnenbrand einfing (Australien hat Linksverkehr, daher hing mein rechter Arm immer zum dem Fenster raus….)
Allen diesen Interpreten ist es gelungen, etwas zu schaffen, daß mich begleiten wird, bis ich 60 bin (wenn ich überhaupt so alt werde - bei meinem Lebenswandel bin ich mir da nicht so sicher) . Persönliche Erinnerungen und Bilder die untrennbar mit der Musik verknüpft sind (das schaffen normalerweise nicht mal Frauen). Danke dafür!


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Bis auf die Ataris, zu denen fehlt mir die emotionale Bindung, kann ich das komplett unterschreiben!
hab die Musik im Ohr - Achja, Frankreich und auch Australien, war schon sehr geil! Da könnte man direkt wieder losziehen ….
Seeed — du hast im Auto hinten gelegen und gepennt, und bist immer nur dann kurz aufgewacht wenn das Lied lief. (War damals Tape, keine CD imho). außerdem hats dann immer sofort aufgehört zu pissen ^^. Hurricane ´03 war tiefenenspannt!
Dead Prez — die haben das doch als Soundcheck (!!!) für ihre PA benuzt, oder? sind wir nicht alle durch die vibration im boden auf dem campingplatz in 3km entfernung erst aufgewacht?
Fünf Sterne Deluxe — der indianertanz ums lagerfeuer (*g*), hat reingehauen wie ne bombe!
Ja das iss echt super, wenn man immerwieder an ganz spezielle Situationen erinnert, wenn man einen speziellen Song hört. So können manche Leute dann zu jedem Album einen halben Roman an Geschichten erzählen