Monatsarchiv für den April 2007

Wir haben verstanden

Wir haben verstanden

2. April 2007, 11:32 Uhr Industrie? Anarchie! Halla

Es rumort im Netz: Heute mittag gibt es eine Pressekonferenz von Apple Inc. und dem Majorlabel EMI. Die einen sagen, es geht darum, daß ab sofort die Werke Beatles über den ITMS zu beziehen sind, was -vorsichtig ausgedrückt- keine Sau intressieren würde.

Die anderen aber sagen, daß EMI und Apple Inc. den Verzicht auf DRM-Techniken bekannt geben wollen, so daß Musik, die online gekauft wurde, frei nutzbar ist. Sollte sich dieses Gerücht bewahrheiten, könnte es der Anfang einer Trendwende sein.

Was mich angeht, ist DRM ein absolutes No-Go durch das sich jeder Einkauf bei Klitschen wie MusicLoad oder dem ITMS von selbst verbietet. Der Verzicht auf DRM macht diese Vertriebskanäle in meinen Augen deutlich intressanter und wird mit Sicherheit für einen echten Quantensprung im Umsatz sorgen.

Heute abend sind wir schlauer, vielleicht zeigt der erste Major einen Rest von Verstand. Ich hoffe jedenfalls nicht, daß es nur um die Beatles gehen wird. Willkommen in den 60ern.

Es geht auch ohne Fleisch

Es geht auch ohne Fleisch

1. April 2007, 16:27 Uhr Steaks mit Fritten Halla

Ich habe mein ganzes Leben gern und viel Fleisch gegessen. Leckere Schnitzel mit Pommes (kurz: Schnipo), schöne Steaks, Würstchen in Hotdogs oder ein knuspriges Hähnchen vom Spieß - immer wieder gern. Allerdings habe ich den Entschluss gefaßt, meine Ernährung radikal umzustellen und mich ab sofort vegetarisch zu ernähren. Ein Entschluss, der sich nahtlos jenen Prozess einfügt, den ich in den letzten Jahre begonnen habe: Eine gesünderes Leben zu führen. Nachdem ich vor Jahren mit regelmäßigem Sport anfing und vor einem guten Jahr auch das Rauchen aufgegeben habe, ist es nur konsequent, auch der Ernährung die Beachtung zu schenken, die sie verdient.Die Gründe für diese (durchaus als fundamental zu bezeichnende) Umstellung sind ebenso zahlreich wie vielfältig:

  • Man muss sich klarmachen, daß das Schnitzel auf dem Teller ein Leichenteil ist. So hart das auch klingt. Nicht sonderlich appetitlich, oder?
  • Für ökologisch angebautes Fleisch fehlt mir das Geld, und die “Nachteile” der Massentierhaltung sind hinreichend bekannt. Ich kann und will das nicht länger unterstützen.
  • Der Konsum von Fleisch sorgte bei mir in der Vergangenheit für eine sehr einseitige Ernährung: Eine vegetarische Lebensweise wird für mehr Abwechslung sorgen.
  • BSE, Vogelgrippe und immer wieder Gammelfleisch: Ich will “sauberes” Essen auf dem Teller, keine alte oder vergammelte Nahrung.
  • Ganz wichtig: Döner schmeckt auch ohne Fleisch, vegetarische Döner sind genauso lecker und sogar billiger. Für mich als bekennenden Fan der Brottaschen ein wichtiges Kriterium. Und für den Grill im Sommer gibts ebenfalls Alternativen, z.B. Grillkäse, Tomaten, Pilze etc.
  • Meine Ernährung wird gesünder und Fettärmer. Schöner Nebeneffekt: Ich komme leichter zu meiner Sommer-Adonis Figur.
  • Wenn ich weiterhin soviel Junkfood in mich reinstopfe, werde ich irgendwann fett oder sehe mit 30 aus als wäre ich 60. Eine gesunde, vegetarische Ernährung verhindert das.

Und jetzt werde ich erstmal die Salami entsorgen, die seit Wochen auf der Mikrowelle liegt. Mit der bin ich ein für allemal fertig.

Islamistenbox

Islamistenbox

1. April 2007, 15:36 Uhr Netzfundstücke Halla

Vor kurzem wurde die sog. Anti-Terror Datei vom Reichs-Sicherheitsministerium von Hr. Schäuble freigeschaltet. Wer sicherstellen möchte, daß er auch ja erfasst und nicht etwa übergangen wird, kann auf die TerrBox XR3 vertrauen.

Die TerrBox enthält einen vollständigen Linux PC, der darauf programmiert ist, sich wie der Rechner eines Terroristen zu verhalten. D.h. er schickt in zufälligen Abständen eMails mit terrorverdächtigen Inhalten (wie z.B. der Anfrage nach Auslandsaufenthalten in arabischen Ländern) an Adressen aus Pakistan, Iran und anderen arabischen Ländern. Die eMails sind dabei in schlechtem Englisch oder bestem Arabisch abgefasst und es gibt mehr als 1000 verschiedene Vorlagen. Der Rechner surft weiterhin von Zeit zu Zeit selbstständig im WWW auf islamischen Seiten. Desweiteren enthält die Festplatte einige im Internet verfügbare Bombenbauanleitungen, es gibt Kalendereinträge mit wichtigen islamischen Feiertagen, den kompletten Koran und einige theologische Abhandlungen.

Erhältlich bei GetDigital.de (via)

Entschuldigen Sie

Entschuldigen Sie

1. April 2007, 15:21 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Es ist ziemlich genau zwanzig Minuten vor 10 Uhr abends, ein laues Lüftchen kündigt unverkennbar den nahen Frühling an. Ich hatte zuhause einen schönen Gin Tonic samt einer Wasserpfeife und stehe jetzt am Bahnsteig um auf die S-Bahn zu warten, die mich nach Frankfurt Süd bzw. nach Sachsenhausen bringt. Ich will mich dort mit ein paar Freunden in einer Kneipe treffen, um dann später auf eine Party in Bergen-Enkheim oder Fechenheim weiter zu ziehen. Der Abend hat das Potential dazu, wirklich gut zu werden.

Nur die Gruppe vielleicht 15jähriger Rotzlöffel ein paar Meter neben mir gehen mir auf die Nerven. Nerviges Getröte aus Handylautsprechern und dummes Geschwätz am laufenden Band. Ich beschließe sie zu ignorieren und schiebe mir den iPod bzw. dessen Kopfhörer in die Ohren, als ich aus den Augenwinkeln sehe, wie sich eines der Kids von der Gruppe löst und auf mich zukommt. Trainingshose mit “Pittbull Frankfurt” Aufdruck auf dem Bein, weiße Socken, schwarze Sneaker und eine Lederjacke, die aussieht als hätte er sie direkt von Tokio-Hotel-Bill abgezogen (was ja durchaus nicht negativ wäre), dazu Gelfrisur und Kettchen: das typische Frankfurter Assi-Kiddie eben.

In meiner Vorstellung male ich mir schon aus, wie ich ihn an seinen albernen Kettchen aufhänge, wenn er mir meinen iPod ziehen will - aber er fragt nur ganz höflich:

Entschuldigen Sie (S-I-E(!!!)), die Bahn kommt doch um 43, oder?

Wie im Trance stammle ich ein “Ja, kommt sie”, zu mehr reicht es nicht. Das verdammte Möchtegern-Ghetto Kid bringt mein Weltbild ins Wanken: Ein grammatikalisch korrekter Satz, der tatsächlich eine Message enthält. Und vorallem: Es Siezt mich. Mich! Siezen! Um 10 Uhr abends! Dabei bin ich Im Geiste bin ich auch noch nicht reifer als dieses Kiddie!

Ich wußte, irgendwann würde er kommen, der “Sie”-Tag. Und das ist nur der Anfang. Als nächstes kommt dann der “Pappa-in-der-Disco”-Tag. Ich will erst gar nicht dran denken.