Monatsarchiv für den April 2007

Wrong way

Wrong way

10. April 2007, 23:21 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Es gibt Situationen, in denen ich durchaus an meiner geistigen Leistungsfähigkeit zweifle. Gestern abend, zum Beispiel…

Nachdem die essentielle Frage nach Burger King oder Pizza zum Abendessen eine halbstündige Diskussion zwischen linker und rechter Gehirnhälfte zur Folge hatte (”Die Pizza!”-”Nein, Burger”-”Piiiiizza”-”Buuuuuurger!”), löste ich das Dilemma per Münzwurf: Eine Mafiatorte solle es werden.

Ich bin wirklich ein großer Freund von Fastfood, nur Pizza ist mir in den meisten Fällen einfach etwas zu banal - dementsprechend selten hole ich mir eine und dementsprechend wenige Pizzerien finden sich auch in meinem für gewöhnlich gut sortierten Addressbuch. Aber was solls: Zumindest eine Lieblingspizzeria habe ich natürlich. Also einfach anrufen, bestellen und glücklich werden.

Oder auch nicht. Der Ostermontag durchkreuzt meine Pläne: Es war Ruhetag (Was soll das? Montags war Jesus längst wieder runter vom Kreuz und topfit. Was müssen die da noch immer Pause machen? Vorallem wenn ich doch was zu essen brauche!? Ich hab soooo Hunger…).

Eine Alternative mußte also her. Schnell. Also rief ich zuerst die Freundin und danach Mutti an begann ich solange zu googeln, bis ich auf irgendeinem Gastro-Rating Portal auf eine Übersicht der örtlichen Pizzarien stieß. Heißhungrig rief ich bei der Erstbesten an und bestellte:

  • “Eine Pizza, eine Hälfte Hawaii, die andere Hälfte Salami-Pilze-Mais”.
  • “Welche Soße?”
  • “Naja, Tomatensoße.”
  • “Welche Große, nicht Ssssoße?”
  • “Achso - Groß, natürlich” (Seit wann haben Italiener Probleme mit dem “ö”?).
  • “Ja, in 10 Minuten.” Danke und bis gleich.

Ich also ab ins Auto, Pizza holen. Mit knurrendem Magen marschierte ich wenige Minuten später zur Theke: “Hallo, ich hab’ bestellt: Hawaii und Salami halb-halb”. Große Augen bei meinem Gegenüber: “Bestellt? Zweimal Nudeln und Pizzabrot?”. “Nein, ich hab eine Pizza bestellt”. Der Typ schüttelte den Kopf, drehte sich zu der Wand um an der die ganzen Bestellungen angetackert sind und suchte nach meiner Bestellung. Währenddessen beschlich mich mich eine üble Ahnung - ich zückte mein Handy und verglich die Telefonnummer in meiner Anrufliste mit der Nummer, die an der Scheibe klebte. Verdammt, zwei unterschiedliche Nummern, ich Trottel stehe tatsächlich in der völlig falschen Pizzeria. Mit einer gebrummten Entschuldigung trete ich erstmal schnell den Rückzug an.

Da ich die Pizzeria, in der ich bestellt hatte, aus o.g. Gründen noch nicht kannte und dummerweise auch nicht daran dachte mir genau anzusehen, wo genau der Laden denn exakt lag, blieb mir nichts anderes übrig als heißhungrig auf Verdacht die möglichen Kandidaten abzufahren und die Telefonnummern an den Scheiben mit der Nummer im Handy zu vergleichen. Klingt komisch, aber manchmal habe ich einfach nur Glück: Bei der zweiten Pizzeria wurde ich fündig und mit nur 10 minütiger Verspätung nahm der Abend mit mir und Ms. Hawaii-Salami-Pilze-Mais ein glückliches Ende…

Transatlantik

Transatlantik

9. April 2007, 12:47 Uhr Netzfundstücke Halla

Schon lange kann man Google lange nach der Antwort auf das Leben, das Universum und alle anderen Fragen fragen und erhält eine durchaus korrekte und schlüssige Antwort darauf. Ich weiß - alter Hut. Aber es beweist doch einen gewissen feinsinnigen Humor der Macher.

Humor beweist auch diese Routenplanung für die Strecke München - New York:

  • Rechts abbiegen auf Rue Marceau (0.3km)
  • Die Auffahrt Quai Frissard nehmen (1.0km)
  • Im Kreisverkehr vierte Ausfahrt (E05) nehmen (0.9km)
  • Schwimmen Sie durch den Atlantik (5572km)
  • Bei Long Wharf links abbiegen (0.2km)
  • Weiter auf State Street (0.1km)

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Warum einfach wenn es auch anders geht

Warum einfach wenn es auch anders geht

8. April 2007, 17:25 Uhr Für Nerds Halla

Nerds drücken sich manchmal herrlich kompliziert aus - auch wenn es eigentlich um eine ganz einfache Sache geht. Der Claim der Computerzeitschrift i’X “Versteht nicht jeder - ist auch besser so” sagt z.B. schon alles über die übliche Geisteshaltung des gemeinen Geeks aus.

Mit dem sog. Bootstrapping verhält es sich ähnlich:

Bootstrapping bezeichnet in der Informatik einen Prozess, der aus einem einfachen System ein komplizierteres System aktiviert. Es ist eine Lösung für das Henne-Ei-Problem, ein System durch sich selbst zu starten.

Anders gesagt: Eine ganz einfache Sache setzt eine andere, kompliziertere Sache in Gang. Ein Informatiker aber würde das wie folgt ausdrücken (und sich darüber freuen, daß es erstmal keiner versteht):

Abstrakt versteht man unter Bootstrapping die iterative Vermehrung einer Startmenge M mithilfe einer Regelmenge R. In jedem Schritt werden mittels R aus M neue Elemente generiert, welche der Menge M anschließend hinzugefügt werden. Danach beginnt der Prozess erneut. Das Wachstum der Menge M ist damit anfangs exponentiell. Die Iteration bricht ab, wenn keine neuen Elemente aus M mehr erzeugt werden können.

Beide Texte stammen aus der Wikipedia z.T. Bootstrapping (wer hätte es gedacht)

(Jaja, ich weiß, der obere Text ist eben nicht allgemeingültig, die Iteration bleibt unberücksichtigt etc. )

Die Herrschaftsmaschine

Die Herrschaftsmaschine

5. April 2007, 17:33 Uhr Political correctness Halla

Vielleicht wird es tatsächlich Zeit für ein Abo der Süddeutschen Zeitung. Nach dem Artikel über Wolfgang “Maßlos” Schäuble vor wenigen Tagen veröffentlicht die Süddeutsche schon wieder einen großartigen (Gast-)Artikel von Burkhard Hirsch zum Thema Pauschalüberwachung, zu neuen, fragwürdigen Gesetzen und zu den Grundgesetzänderungen, die damit in Zusammenhang stehen und denen das diffuse Ziel der “Terrorismusbekämpfung” vorsteht.

Die Herrschaftsmaschine

Die Zeit freundlicher Kritik und ständiger Mahnung, bei der Terrorismusbekämpfung Augenmaß zu wahren, geht zu Ende. Nun ist Widerstand geboten. Unter der neuen „Sicherheitsarchitektur“, die der Innenminister Schäuble plant, verbirgt sich die Verwandlung der Bundesrepublik in einen Überwachungsstaat.

(aus der Süddeutsche Zeitung)

Ähnlich sieht das übrigens auch Christian Ströbele von den Grünen, wie er in diesem Artikel der Netzzeitung darlegt.

So hart das klingt: Aber teilweise von der Öffentlichkeit unbemerkt, vollzieht sich diese Wandlung bereits - nur in den Köpfen der Menschen scheint das noch nicht angekommen zu sein. Burkhard Hirsch beschreibt eine Reihe von Maßnahmen, die nach dem 11. September teilweise noch unter Schily auf den Weg gebracht wurden, und die Liste ist ebenso lang wie haarsträubend. “Nebenbei” bemerkt: Das Resultat dieser Maßnahmen ist faktisch gleich null, eine “größere Sicherheit” hat nichts davon gebracht.

Meiner Meinung nach ist Wolfgang Schäuble die derzeit größte Gefahr, die für es die Freiheit der Bürger und deren Grundrechte gibt. Die Ignoranz und die Selbstherrlichkeit (“Kritik von Datenschützern ist für Bundesinnenminister Schäuble “naiv”, heise.de), mit der Schäuble vorgeht, ist einfach unfassbar. Aber wer weiß, vielleicht ist es wirklich nur die persönliche Verbitterung, die ihn treibt…

Diashow aus dem Telefon

Diashow aus dem Telefon

5. April 2007, 13:46 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Als ich vor kurzem das Archiv meiner Handykamera freiräumte, um Speicherplatz für den wunderbar hektischen Weckruf “Viva Las Vegas” von Elvis zu schaffen (den Vorgänger, Mötley Crues “Kickstart my Heart”, hielt ich auf meine alten Tage am frühen Morgen nicht mehr aus), fielen mir ein paar schöne Fotos in die Hände.

rueckspiegel.jpg

Jetzt mal ehrlich: Wozu hängt da ein Rückspiegel am Fenster? Dauer-Rausschauen macht nur mit Feinripp-Unterhemd, 0.5er Bindex-Hülse und Kissen auf der Fensterbank Spaß. Sehen und gesehen werden eben. Oder soll das so eine Art Überwachungskamera für Arme sein? Das Dieburger Landvolk ist schon manchmal etwas schräg…

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Der schnellste Weg auf den Dieburger Campus der FH Hochschule Darmstadt führt über eine schnurgerade, ca. 5km lange Bundesstraße quer durch den Wald. Diese Straße muss uralt sein, aus einer Zeit, in der die Menschen noch viel kleiner als heutzutage waren. Anders ist die geringe Breite nicht zu erklären: Es passen kaum zwei Vierzigtonner aneinander vorbei, die diese Strecke leider sehr häufig befahren. Wie eng das werden kann, zeigt das Bild (wohlgemerkt: Tempo 80 ist am Start).

Auf derselben Strecke fahren regelmäßig und besonders im Frühling lebensmüde Rennrad- und Freizeitfahrer, die ständig gewagte Überholmanöver von LKW provozieren. Bin mal gespannt, wielange es noch dauert, bis es den ersten vor mir direkt in den Graben haut. Allein die Wirbelschleppe hinter einen Vierzigtonner hat dazu genug Kraft…

Achja, übrigens: Seit ich mich von “Viva Las Vegas” wecken lasse hat sich meine Zu-Spät-Kommen-Quote signifikant gesenkt.

Ich bin jemand anders

Ich bin jemand anders

5. April 2007, 13:18 Uhr Netzfundstücke Halla

Ich hatte vor einigen Monaten schon mal dargelegt, weshalb ich im Netz nie die korrekte Schreibweise meines Namens benutze, sondern immer nur eine Abwandlung davon: Das hat nichts damit zu tun, daß ich nicht dazu stehen würde, was ich schreibe, vielmehr will ich vermeiden mit meinem Klarnamen unkontrolliert für alle Ewigkeiten bei Google gelistet zu werden.

Wie unangenehm ein tolles Google-Ranking des eigenen Namens werden kann, belegt eindrucksvoll ein Beispiel aus dem SelfHTML Weblog:

Neulich bekamen wir hier eine E-Mail an die Redaktion mit der Bitte, einen Beitrag aus dem Archiv zu löschen. Da dieser Beitrag aus dem Jahr 2004 stammt, haben wir natürlich nachgefragt, was denn der Grund für diese Bitte sei. Da bekamen wir eine der Antworten, die ich nun nicht unkommentiert lassen möchte:
… ich habe bei einer Bewerbung u.a. diesen Beitrag ausgedruckt vorgelegt bekommen. Da man mir aufgrund des Threadinhaltes den Job als Webentwickler mangels Fachwissen nicht zugetraut hat, wurde ich abgewiesen.

Gerade für “Webschaffende”, egal ob Designer, Entwickler, Projektmanager, Texter, Konzepter, oder Serverspezialisten ist das so eine Sache: In wohl keinem anderen Bereich läuft derart viel fachlicher Austausch in Form von Foren, Mailinglisten oder Blogs direkt übers Netz. Diese Tatsache kann im ungünstigsten Fall wie im o.g. Beispiel sehr negativ zurückschlagen. Erste (Fach-)Foren, wie z.B. das Traumprojekt, haben daraus Konsequenzen gezogen und lassen das Lesen in bestimmten Boards nur nach einer Anmeldung zu - das schreckt sowohl Personalchefs als auch Google ab.

Dieses “Problem” haben allerdings nicht nur die Webworker allein: In der Wirtschaftswoche sowie der Tagesschau finden sich darüber gleichmaßen hervorragende wie erschreckende Artikel.

Wer im Web also unter seinem richtigen Namen auftritt, sollte genau wissen was er tut und sich vorallem im Klaren darüber sein, daß er dank Google und dem berühmt-berüchtigen Cache jegliche Kontrolle über dessen Verwendung verliert, was eben im schlimmsten Fall zu dem o.g. Effekt führen kann.

Masslosigkeit

Masslosigkeit

4. April 2007, 01:55 Uhr Political correctness Halla

Als Wolfgang “Maßlos” Schäuble am 1. April seine Wunschliste bzgl. verschärfter Gesetze und erweiterter Polizeibefugnisse vorgelegt hat, handelte es sich leider nicht um einen Scherz. Die Süddeutsche findet zu dieser Liste die passenden drastischen Worte (via):

Es geht nicht um die üblichen Verschärfungen der Sicherheitsgesetze […]. Der Schäuble-Plan ist vielmehr ein Plan zum Umbau des Rechtsstaates in einen Präventions- und Sicherheitsstaat. […] Er missbraucht ein von ihm propagiertes, ungeschriebenes “Grundrecht auf Sicherheit” zur Banalisierung aller anderen Grundrechte.

Schwarz-Rot-Geil

Schwarz-Rot-Geil

4. April 2007, 01:13 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Schlimmer als Wackeldackel auf der Heckablage sind nur noch diese unsäglichen Autoaufkleber aus der Bildzeitung mit populistisch-tumben Stammtisch-Parolen wie “Schwarz, Rot, GEIL” oder “Pkw-Maut, Ökosteuer, Benzinpreis - Ich hab’ die Schnauze voll!”.

Beides für sich allein ist schon eine Katastrophe. Wer aber gleich das volle Programm auf 10km Landstraße vor meiner Nase spazieren fährt, den soll doch bitte der Blitz beim Sch… treffen. Apropos: Was ist denn bl0ß aus der guten alten gehäkelten Klopapierabdeckung auf der Hutablage geworden? So ein Ding hatte wenigstens noch Charme (und einen Sinn).

Wunder geschehen

Wunder geschehen

3. April 2007, 23:41 Uhr Industrie? Anarchie! Halla

Kein normaler Mensch gibt sein Geld für ein Produkt aus, das nur unter ganz bestimmten, nicht kontrollierbaren Umständen funktioniert, das man nicht zurückgeben darf, bei dem der Verkäufer das letzte Wort darüber behält, wie man das Produkt benutzt und das einem obendrein auch noch jederzeit wieder wieder vom Verkäufer weggenommen werden kann - denn eigentlich gehört es einem ja gar nicht, man darf es “nur benutzen”. Obwohl man dafür gutes Geld gezahlt hat.

So gesehen ist es kein Wunder, daß legale Musikdownloads bisher nicht so richtig einschlagen - schließlich sorgt das dank der Paranoia der Majors allgegenwärtige DRM für das beschriebene Verhalten. Umso erstaunlicher, daß die entsprechende Erkenntnis erst jetzt in den Vorstandsetagen reift und der erste Major endlich auf die DRM-Fessel verzichtet: EMI wird künftig Musik auch bspw. im MP3-Format (d.h. DRM-frei) anbieten (lassen).

Das ist durchaus als kleine Revolution zu betrachten: DRM dürfte der Hauptgrund sein, der potentielle Kunden bisher vom Kauf in Online-Shops abschreckt. Noch dazu hat DRM penetrant den Käufern diese “Industrie-gegen-Kunden”-Haltung aufgezeigt, bei der man sich als ehrlicher Kunde verarscht fühlen mußte. Selbst bei Musicload ließ man inzwischen verlauten, daß “Das digitale Rechtemanagement […] nicht mehr zeitgemäß [ist]”. Richtig so!

Der Schritt, den EMI geht ist 100%ig richtig und mutig zugleich und ich bin sicher, daß auf kurz oder lang auch die anderen drei Majorlabel nachziehen werden. Spätestens wenn man sieht, wie sehr der Verzicht auf DRM die Verkäufe ankurbelt. Ich denke jedenfalls, daß ich nicht der Einzige bin, für den ein Download im MP3-Format eine gangbare Alternative zur CD darstellt.

Faule Studenten

Faule Studenten

3. April 2007, 11:38 Uhr Derber Shit, Alter! Halla

Von 8:30 Uhr bis 13:30 Uhr Vorlesungen ohne großartige Pause dazwischen, anschließend in der Spätschicht von 14:30 Uhr bis 21 Uhr spannenderweise stapelweise an der Arbeit scannen (ist genauso schlimm wie es sich anhört). Die Zeit zwischen Uni und Arbeit verbringe ich auf der Straße im Auto mit Pendeln. Mordstag. Und dabei ist da nicht mal der Zeitaufwand für Nach- und Vorbereitung im Anschluss eingerechnet.