Loeschen ist was anderes

Loeschen ist was anderes

22. März 2007, 12:16 Uhr Derber Shit, Alter! Halla

Will man Daten aus einer Datenbank löschen, so ist das ein bißchen wie beim Windows-Papierkorb. Im ersten Schritt verschiebt man eine Datei in selbigen, kann sie aber jederzeit wieder ansehen oder ohne großen Aufwand wieder herstellen. Erst im zweiten Schritt, nachdem man den Papierkorb “geleert” hat, wird die Datei tatsächlich gelöscht (zumindest in den Augen des Benutzers).

Bei Datenbanken wird das meist ähnlich gehandhabt: Daten, die von einem Benutzer gelöscht wurden, werden nicht “richtig” gelöscht, sondern lediglich zum Löschen markiert, d.h. mit einem sog. “Delete-Flag” versehen. Dem normalen User bleiben derartige Datensätze anschließend verborgen, für Betreiber selbst jedoch ändert sich an dem Datensatz nicht wirklich was. Erst wenn sich dieser selbst zu einem richtigen Delete entschließt, sind die Daten endgültig weg.

Diese Praxis ist gängig und hat sich bewährt, bei Benutzerprofilen jedoch stehe ich ihr sehr kritisch gegenüber: Schließlich will ich selbst entscheiden, wann ich meine eigenen Daten wieder lösche. Die Betreiber des StudiVZ (*seufz*) sehen das offensichtlich etwas anders. Oder wie ist es zu erklären, daß Koosishart eine Mail mit den neuen AGBs der Betreiber erhält, obwohl er sich längst abgemeldet hat? Seine Mail-Adresse (und vermutlich auch sein komplettes Profil) befinden sich also noch in der StudiVZ-Datenbank. Gelöscht? Mitnichten.

So langsam frage ich mich wirklich, ob es das StudiVZ irgendwann auch mal schafft, mit etwas positivem ins Gespräch zu kommen…? Das letzte, woran ich mich erinnern kann, war der SuperGAU, bei dem die Passwörter und die Profile der User direkt aus der Datenbank geklaut wurden. Anschließend schob man den Usern neue, halbgare AGB unter, die juristisch äußerst fragwürdig sind (Hallo? Gibts bei Holtzbrinck keine Anwälte, die sich sowas mal schnell ansehen könnte, bevor man es auf die User losläßt!?) und jetzt schon wieder sowas. Negative Schlagzeilen, wohin man auch schaut. Und wir sprechen über die letzten Wochen, nicht Monate oder Jahre.

Und dafür hat jemand einen zweistelligen Millionenbetrag gezahlt. Schön blöd.


2 Kommentare für “Loeschen ist was anderes”

  1. 1 Bernhard schrieb am 22. März 2007 um 13:12 Uhr:

    Wie gedankenlos, oder vieleicht doch eher gezielt Datenmißbrauch getrieben wird, finde ich schon sehr erschreckend.

    Sollte das kein Einzelfall sein, kann ich nur hoffen, dass viele alle User bei StudiVZ, Konsequenzen ziehen werden aus solchen Vorfällen.

    Ach ja, von den AGB`s mag ich gar nicht erst reden

  2. 2 Halla schrieb am 22. März 2007 um 13:20 Uhr:

    Ich finde das auch wirklich crass.
    Bin mal gespannt, ob sich da auf kurz oder lang noch andere melden - theoretisch müßten davon eigentlich alle betroffen sein, wenn sich der Autor des verlinkten Blogs richtig abgemeldet/gelöscht hat (wovon ich mal ausgehen).

Mein Kommentar dazu: