Monatsarchiv für den November 2006

Wer auch immer sich bei Laut.de diese Überschrift ausgedacht hat, bewies damit ein feines Gespür für Wortspiele: “Kein Bier N’ Doses für Guns N’ Roses“.

Over and out

Over and out

8. November 2006, 15:53 Uhr Derber Shit, Alter! Halla

…oder um es mit den Worten von Douglas Adams zu sagen: Macht’s gut, und danke für den Fisch. Hier und heute endet meine Exkursion in die Welt der Weblogs, nach knapp 1000 mehr oder weniger lesenswerten Beiträgen schließe ich schweren Herzens Reality on the Rocks (…vorläufig…).

Die Entscheidung dazu fiel mir alles andere als leicht. Als ich vor etwas über einem Jahr mit dem Bloggen anfing, gab es verschiedene Motive dazu: Zum einen war da ganz einfach die Lust am kreativen Schreiben, zum anderen sah ich darin die Möglichkeit, mein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis zu befriedigen (und ja - vielleicht auch eine kleine Profilneurose). Nachdem ich Monate nur in anderen Blogs mitgelesen habe, dachte ich mir: Das kannst Du auch. Außerdem war ich neugierig auf die Welt der Blogs und nicht zuletzt stand auch einfach fachliches Interesse an Wordpress dahinter (und wie kann man sich besser damit vertraut machen, als selbst ein Blog erschaffen?).

Im Laufe des letzten Jahres haben sich meine Lebensumstände stark verändert - sowohl privat als auch beruflich. Ich habe das unterhaltsame, aufregende (und bisweilen auch anstrengende) WG-Leben endgültig an den Nagel gehängt, versuche wieder eine Beziehung zu führen, rauche nicht mehr und habe meine Festanstellung gekündigt um mich wieder ins Studenten- und Freelancer-Dasein zu werfen. Damit einher gegangen ist eine Verschiebung meiner Prioritäten: Mir fehlen einfach die Zeit und gedankliche Fokussierung, in Bezug auf dieses Blog die Qualität zu liefern, die ich selbst von mir erwarte. Wer hier seit längerem regelmäßig mitliest, dem dürfte das nicht entgangen sein. Dabei ist es nicht der Prozess des reinen Tippens eines Beitrags, der die Zeit kostet - vielmehr ist es das unterschwellige “Denken in Blogeinträgen”, das Formulieren von Gedanken, Ausschmücken, das Herstellen von Bezügen und das Finden einer Inspirationsquelle (selbst wenn diese Beckstein, Schily oder GEZ heißen sollte). Wer selbst ein Blog pflegt wird wissen, was ich meine.

Zurückblickend muss ich sagen: Das Herzblut und die unzähligen Stunden, die ich in Reality on the Rocks investiert habe, haben sich mehr als gelohnt. Ich habe ein verhältnismäßig tiefes Verständnis für das Web 2.0, das “Social Web”, erlangt, meine Wordpress-Kenntnisse sind so gut, sodaß das Schreiben eines eigenen Themes kein Thema mehr ist, auch die ersten kleineren Plugins fanden bereits ihren Weg in den Editor. Und wenn ich mir Rückblickend die ersten Einträge durchlese, so muss ich auch ganz selbstverliebt sagen, daß sich die Schreiberei in Bezug auf Eloquenz, Ausdrucksweise und Lokution gelohnt hat. Aber das sind bestenfalls angenehme Spin-Offs im Vergleich zu dem, weswegen mir dieses Blog so ans Herz gewachsen ist und was es für mich (und hoffentlich auch euch) so wertvoll gemacht hat: Euer Feedback, eure Kommentare, eure Links und Trackbacks, allein schon das Wissen, daß “da draußen” jemand mitliest - das war es, was Reality on the Rocks (wie sicher jedes Blog) ganz wesentlich angetrieben und ausgemacht hat.

Natürlich nehme ich dieses Blog nicht vom Netz: Es wird in dieser Form bestehen bleiben - zumindest solange ich noch meinen Server zahlen kann. Ich freue mich nach wie vor über jeden, der meine alten Beiträge liest oder kommentiert ohne mich abzumahnen.

Ein ganz besonderer Dank gebührt natürlich auch meinen Eltern und Jesus Christus meinem Freund, Mitstreiter, Saufkumpan und Co-Autor Jan aka. Goofystylz. Dankeschön für 62 lustige, frustrierte, informative und immer wieder lesenwerte Beiträge zu Reality on the Rocks.

Und nachdem ich mich nun ein paar Stunden lang wehmütig durch Reality on the Rocks gefräst habe, bin ich mir plötzlich sicher, daß das kein endgültiger Abschied sein wird (allein schon, weil die Domain dazu einfach zu cool ist…), sondern nur ein Abschied auf Zeit. Wie sagt man doch so schön? Man sieht sich immer zweimal im Leben, wahrscheinlich schneller als gedacht. In diesem Sinne Euch allen vielen Dank fürs Mitlesen, Mitmachen und Verlinken, ohne Euch hätte es nicht annähernd soviel Spaß gemacht!

Eingepfercht

Eingepfercht

4. November 2006, 00:42 Uhr Netzfundstücke Halla

Wer auch immer das Gefühl hat, er würde in einem Hasenkasten in einer anonymen Mietskaserne verrotten, der sollte sich mal die Bilder von Michael Wolf aus Hong-Kong ansehen… Bedrückend Beeindruckend!

Opium fuers Volk

Opium fuers Volk

3. November 2006, 13:01 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Gelegentlich verwählt man sich beim Telefonieren, das liegt in der Natur der Sache. Als ich gerade eine bekannte Nummer mit Vorwahl gewählt habe, wars mal wieder soweit - falsch verbunden. Der Angerufene erklärte mir daraufhin in aller Seelenruhe, daß man immer bei seinem Anschluss landen würde, wenn man vom Ortsnetz mit Vorwahl ins Ortsnetz zu einer Nummer die mit 8 oder 9 beginnt telefonieren würde. Das käme “hundertmal am Tag vor”.

Auf meine ungläubige Frage, ob ihn das nicht zu Tode nervt und er vielleicht einen Sprengstoffanschlag auf die Konzernzentrale des Telefonanbieters plant: “Ach was, ich hab mich dran gewöhnt, ich nehm Tabletten”. Wasimmer er auch nimmt: Das will ich auch haben!

Gegen Buergerrechte

Gegen Buergerrechte

2. November 2006, 23:14 Uhr Political correctness Halla

Das wars dann wohl endgültig. Was veranstalten diese Ar***lö*** (mir fallen noch ganz andere Ausdrücke ein, bei denen ich selber rot werde) nur mit dem Internet? Trifft irgendwann nochmal irgendjemand in Berlin oder in den Landtagen eine richtige Entscheidung - egal auf welchen Bereich der Politik bezogen? Nicht nur mir explodiert offensichtlich bei dieser Lektüre die Hutschnur.

Wollen doch mal sehen, wo das Anmeldeformular für die Piratenpartei ist.