Piratenpartei Deutschland
9. September 2006, 17:05 Uhr
Political correctness
Halla
Nachdem viele andere europäische Staaten dem Vorbild Schwedens folgten und “eigene” Piratenparteien gegründet haben, wird es morgen auch in Deutschland soweit sein - in Berlin findet die Gründungsversammlung für die deutsche Piratenpartei PPD statt.
Lt. Partei-Wiki soll die PPD
[…] Meinungsfreiheit und Privatsphäre aller Menschen in Deutschland erhalten und die fortschrittsbehindernden Auswüchse des Urheber- und Patentrechts zugunsten einer freien Wissensgesellschaft neufassen.
Das genaue Grundsatzprogramm wird im Rahmen der Gründungsversammlung ausgearbeitet werden, zentrale Punkte werden vermutlich das Urheberrecht, die Privatsphäre/Datenschutz, das Patentwesen, die Transparenz des Staatswesens sowie der freie Zugang zu Wissen und Infrastrukturen sein. Da mir die Politik, die von den “großen” Parteien in dieser Richtung gemacht wird (egal aus welcher Ecke), in keinster Weise zusagt, werde ich die Gründung und das Grundsatzprogramm der PPD mit großem Intresse verfolgen. Zumal “eine breite Einigkeit [besteht], sich nicht von traditionellen Ideologien und dem Links-Rechts-Schema der Parteinlandschaft vereinnahmen lassen zu wollen”. Klingt gut. Auf jeden Fall gut genug für einen zweiten Blick.
Piratenpartei Deutschland
Spiegel Online Redesign
6. September 2006, 17:22 Uhr
Für Nerds , Netzfundstücke
Halla
Moment mal: Spinne ich, oder gabs bei Spiegel Online tatsächlich einen Relaunch? In der Anbetracht der Tatsache, daß ich heute vormittag noch auf der Seite war, kann der Rollout eigentlich nur einige Stunden alt sein.
Die neue Seite sieht sehr viel aufgeräumter aus als die alte, und auch die schrecklich hippen, ultrafeinen Farbverläufe in der Navigation fehlen nicht… Auf eine vertikale Hauptnavigation wird verzichtet, stattdessen läuft alles über ein horizontales Menü - ebenfalls ein Trend der letzten Jahre. Die Links für RSS&Co sind wesentlich prominenter platziert, ein Zeichen dafür, wie sehr sich diese Formate gerade durchsetzen (auf der alten Seite waren sie irgendwo versteckt, wo sie keine Sau finden konnte).
Offensichtlich basiert das neue Design nicht mehr auf einem veralteten Tabellenlayout, sondern setzt voll und ganz auf CSS. Wer allerdings denkt die Seite würde auf HTML 4.01 Strict validieren, der hat sich geschnitten. Als CMS wird übrigens Vignette eingesetzt - erkennbar an den generierten Kommentaren (das war aber auch vorher schon so).
Nach GMX, Lycos usw. und jetzt auch dem Spiegel dürfte damit die Mehrzahl der reichweitenstärksten deutschen Websites auf CSS-Layouts basieren - eine Entwicklung, auf die ich vor 3 Jahren noch kein Geld gesetzt hätte. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es endlich auch mal den Dinosaurier Heise mit einem Relaunch erwischt.
Update: Einfach mal runterscrollen… Der Spiegel kommentiert sein Redesign sogar selbst. Das SpOn-Forum basiert jetzt auf vBulletin, das scheint mir auch neu zu sein - das alte Forum sah mehr nach selbst entwickelt aus…
Schlechtes Timing
6. September 2006, 12:37 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Das mußte ja passieren: Wochenlang nichts zu tun und ein grauer, verregneter August. Dann kommt die Sonne wieder zurück, und prompt gibts Arbeit, die ich mir nicht selbst einteilen kann (oder auf die Zeit zwischen 21:00 und 03:00 verschieben) und die mich bei strahlendem Sonnenschein vor den Rechner fesselt. Auch wenn ich mit dem Stundenlohn nicht mal eine Bergziegenfamilie in Paraguay ernähren könnte.

Meine Autofahrer-Playlist
6. September 2006, 11:04 Uhr
Heavy Rotation
Halla
In vier Wochen ist es wieder soweit und das Wintersemester beginnt. Damit verbunden ist die tägliche Autofahrerei, die widerrum spezielle Musik erforderlich macht: Autofahrer-Musik.
Das muss krachen, es ist dringend erforderlich, sie laut zu hören, sie braucht den fließenden Sound, den gewissen “Flow” sozusagen, sie muss gute Laune machen, wach halten (oder zumindest aufwecken), über einen Schuss Testosteron verfügen (Gloria Gaynor bspw. geht im Auto gar nicht) und es schadet nicht, wenn man den Text etwas mitgröhlen- oder zumindest singen kann. Schließlich besteht im Auto nicht die Gefahr, von den Nachbarn gehört zu werden. Zwar wurde bei der WM 98 in Frankreich mein Radio geklaut, aber ein iPod mit dicken Kopfhörern hilft hier ganz gut aus. Natürlich nur im Stand an der Ampel, alles andere ist ja verboten.
Einen Vorteil hat das mit dem iPod aber doch: Man kann sich wunderbare Playlists zusammenbasteln. Und tádaaa! hier ist die meinige. Diesmal sehr langhaarig, rockig und gitarrenlastig (das merkt man schon an den vielen “The”’s in den Bandnamen), zumindest im Vergleich zu meinen 10 Liedern zum Frühling. Here we go:
- I’m on a High - The Bosshoss
Die alten Country-Potatoes von The Bosshoss. Diese Country-RocknRoll Schiene made in Germany ist schon echt schräg, aber erfrischend anders. Ich habe keine Ahnung, warum das Ding nur “I’m on a high” heißt - auf jeden Fall ergänze ich beim lauten Mitsingen automatisch das “high” um “way”. Schöner Track mit ordentlich breiten Reifen.
- I believe in a thing called Love - The Darkness
Gut. The Darkness. Man kann von ihnen bzw. von den dazugehörigen Spandexhosen halten, was man will. Aber die Musik macht einfach Gute Laune. Und vom Mitsing-Faktor brauchen wir gar nicht erst zu reden. Allein der Versuch derart hohe Stimmlagen wie der Sänger Justin Hawkins zu erreichen, löst bei mir einen regelrechten Östrogen-Schub aus, wodurch ich mich wie eine Frau über eigentlich belanglose Dinge wie meine Schuhe oder die bunten Blumen am Straßenrand freuen kann (…aber leider das Autofahren schlagartig verlerne, daher sollte man The Darkness nicht an verkehrneuralgischen Punkten hören).
- Paranoid - Black Sabbath
Gibts eine Situation, bei der man diesen geradezu epischen Titel nicht hören könnte? Außer zum Einschlafen? Wohl kaum. Der feuchte Traum eines jeden Bikers mit Harley und Lederkutte, also genau richtig für gerade richtig für meinen Seat Ibiza
- Boys of Summer - The Ataris
Das Orginal stammte von Don Henley und wurde schon mal von DJ Sammy feat. Loona gecovert - wofür allerdings weder die Ataris noch Don Henley was können. Boys of Summer lief im Oktober 2003 im australischen Radio hoch und runter, und ich verbinde damit viele schöne Erinnerungen. 3000km Küstenstraße, strahlender Sonnenschein, mit freiem Oberkörper prollo- und Trucker-mäßig am Steuer meines Kleinbusses, Ellenbogen raus, Ataris im Radio, alles Gut.
- Make it tonight - The Hellacopters
Da ist er, der “Flow”, der fließende Sound, von dem ich einleitend sprach. Schönster Rock’n'Roll, wobei die Betonung eher auf Roll als auf Rock liegt. Der, wie ich finde, perfekte Titeltrack für einen schönen Roadmovie.
- Black Betty - Spiderbait
Wenn wir schon gerade bei Australien und den Covertiteln wären: Orginal von Thin Lizzy, glaube ich, gecovert und gepimpt von Spiderbait, einer australischen Rockband. Vielleicht liegt es an der unglaublichen Weite des Landes, das man irgendwie jegliche Musik aus Down-Under zum Autofahren hören kann? Oder australische Musiker schreiben die Titel von vorneherein so, weil man in Australien nicht an der musikhörenden Autofahrer-Fraktion vorbeikommt, wenn man in die Charts will? Anyway, ich schweife ab…
- Learn to Fly - Foo Fighters
Das letzte bißchen Nirvana, daß uns nach Kurt Cobain noch geblieben ist. Besser als nichts, aber die Foo Fighers um Ex-Schlagzeuger Dave Grohl sind ein würdiger Nachfolger. Nitzsche hat mal gesagt “Wer fliegen will, muß zuerst laufen lernen”. Laufen kann ich; das Fahren erledigt mein Seat für mich. Das Fliegen bringe ich ihm auch noch bei.
- No Evil - Motorpsycho
Dieses Gitarrenriff am Anfang macht Laune. Und zwar richtig. Dazu noch der Bandname: “Motorpsycho”. Wäre auch eine schöne Alternative für “Mad Max”. “Motorpsycho - Jenseits der Donnerkuppel” oder so…
- Soul Man - Blues Brothers
Der Abwechslung halber mal was ohne Gitarre. Muss auch mal sein - und was kommt da besser als die Musik aus DEM Roadmovie schlechthin?
- Kickstart my Heart - Mötley Crue
Na? Wach? Nein? Dann ab mit Mötley Crue in den Player, laut aufdrehen und schon paßt das. Kaffee ist dagegen das reinste Schlafmittel.
- Wildest Dreams - Iron Maiden
Jaja, schon gut, ich weiß: Iron Maiden sind sowas von 80ies, bestenfalls 90ies und damit eigentlich raus wie Schröder aus dem Kanzleramt. Aber “Wildest Dreams” hat ist einfach den richtigen Flow fürs Auto - nicht umsonst dreht sich im animierten Video alles um ein Auto (das allerdings mehr wie ein fahrendes Bierfass aussieht…). In diesem Sinne: “I’m On My Way! Out On My Own Again”
So, und für den Winter wird dann wieder elektronischer.
Frisch vs. Tiefgefroren
5. September 2006, 23:40 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Immer wieder die gleiche Diskussion: Frisches Gemüse vs. Tiefkühlkost.
Liebe Frische-Fetischisten: Das Gemüse, daß ihr “frisch” im Supermarkt kauft, ist mindestens einen Tag, wahrscheinlich sogar zwei oder mehr Tage alt und hat die Zeit nach seiner Ernte unter grellem Neon- oder Sonnenlicht in einer aggressiven Sauerstoffatmosphäre verbracht, ständig bedroht von Keimen und Insekten. Daran ist nichts mehr frisch, das ist keine Ernährung mehr für das junge Jahrtausend.
Die Alternative: Wenn schon Gemüse, dann doch bitte tiefgefrorenes. Wenige Stunden nach der Ernte ist das Zeug gewaschen, konserviert und in einer Pappschachtel eingetütet. Mit allem drum und dran: Vitaminen, Geschmack usw. Im Frosta-Blog findet sich dazu ein recht intressanter Beitrag. Alternativ kann man mit der knüppelhart gefrorenen Gemüseschachtel auch die Frischwaren-Käufer verprügeln, die einen mit gerümpfter Nase ansehen, nur weil man Iglo-Packung mit sich herumträgt.
Ich für meinen Teil ersetze den grünen Teil der Ernährung schon lange durch Vitamintabletten. Effektiv, einfach und günstig.
Wordpress als Redaktionssystem
5. September 2006, 22:46 Uhr
Für Nerds
Halla
Wenn man länger mit Wordpress gearbeitet hat, stellt man schnell fest, wie leistungsfähig, flexibel, benutzerfreundlich und erweiterbar dieses System ist - eine Tatsache, die in der Zwischenzeit viele andere ebenfalls erkannt haben. Dabei eignet sich Wordpress schon lange nicht mehr nur als reines Blog-System: Schon längst läßt es sich gut als Redaktionssystem für kleine bis mittlere Sites nutzen, für die ein ausgewachsenes CMS wie Joomla oder gar Typo3 vollkommen over-sized wäre.
Anfang letzter Woche habe ich mit Wordpress eine Seite für meinen Co-Autor Jan aka Goofystylz umgesetzt (gut, inhaltlich sieht es noch etwas lau aus, aber das macht Jan schon noch), der versucht sich als freier Filmemacher/Regisseur/Kabelträger/Post-Producer/WasAuchImmer eine Existenz aufzubauen - klar, daß da kein Weg an einer eigenen Website vorbeiführt.
Mal die Seite ansehen? Angefangen bei den Bannern in der linken Spalte, über die Hauptnavigation, die News, die Bilder in den Gallerien und natürlich den Inhalt der statischen Seiten kann wirklich alles flexibel über das Wordpress-Backend administriert werden, ohne das dazu der geringste Eingriff in den Code nötig wäre. Die Seite ist dabei (WP-typisch) extrem Suchmaschienenfreundlich und validiert nach XHTML 1.0 Transitional. Entwicklungszeit mit allem drum und dran: etwa 3-4 Manntage. Hätte ich die Seite samt Backend “from Scratch” erstellen müssen, d.h. bei 0 angefangen, hätte es Wochen gedauert und die Funktionalitäten hätten nicht annähernd an die jetzt verfügbaren herangereicht.
Selber Coden und Programmieren bringt Erfahrung und Verständnis. Der Rückgriff auf vorhandene Software und das Anpassen selbiger aber führt zu Ergebnissen. An dieser Weisheit ist durchaus was dran.
Jobs bei Google
4. September 2006, 22:03 Uhr
Für Nerds , Industrie? Anarchie!
Halla
Ideen muss man haben.
Für Suchmaschinen oder für die automatisierte Datenverarbeitung im Allgemeinen werden Bilder immer ein Problem bleiben, da ein Programm niemals den Inhalt eines Bildes erfassen kann. So stellt sich bspw. das Foto eines Hafens für ein Computersystem als komplexe Anordnung von einzelnen Pixeln dar, die sich alle in Position und Eigenschaften wie Farben o.ä. voneinander unterscheiden. Diese Anordung von Pixeln aber auch als Hafen zu erkennen, das leisten die Systeme heute und in absehbarer Zukunft nicht. Ein Problem, daß bspw. die Google-Bildersuche löst, indem man einfach auf den textlichen Kontext in dem das Bild steht, die alt-Tags sowie auf den Dateinamen zurückgreift, um ungefähr “abschätzen” zu können, was das entsprechende Bild überhaupt darstellt. Das Ergebnis varriert allerdings stark und kann u.U. auch vollkommen unbrauchbar sein (besonders bei komplexen oder unkonventionellen Bildinhalten)
Ein Lösungsansatz besteht in der Verwendung von sog. “Tags”. Tags sind Schlüssel- oder Schlagwörter, die einem Bild sozusagen als Metadaten von einem Menschen (der den Inhalt begreift) zugeordnet werden. Das Bild eines Hafens könnten man so mit den Wörtern “Hafen”, “Küste”, “Landschaft”, “Liegeplatz”, “Seefahrt”, “Meer”, “Schiffe”, “Ankerplatz” verschlagworten, wodurch ein erheblich besseres Suchergebnis gewährleistet wäre. Diese Technik wird von vielen Foto-Communities wie Photocase, Stock Exchange oder -am bekanntesten- Flickr schon lange angewandt, das “Taggen” (Verschlagworten) der Bilder übernehmen die Fotografen beim Hochladen ihrer Bilder selbst.
Da aber niemand seine Bilder und Grafiken bewußt bei Google einstellt (sondern diese einfach von Google indiziert werden) sind die Bilder in Googles Suchindex auch nicht entsprechend getaggt. Um das zu leisten, müßte man Menschen beschäftigen, die sich jedes Bild einzeln ansehen und anschließend in Stichworten notieren, was darauf zu sehen ist (selbst in Indien oder China dürfte das aufgrund ungeheuren Menge Unsummen kosten oder Jahre dauern).
Und genau jetzt kommt Googles Ideenreichtum ins Spiel: Warum Mitarbeiter beschäftigen und bezahlen, die sich um das Taggen der Bilder kümmern? Warum nicht einfach die Community, die Netcitizens, die User dazu bringen, sich freiwillig(!) und unbezahlt(!) jedes einzelne Bild(!) im Index anzusehen und sie Stichwörter zum Inhalt eingeben lassen? Wie schafft man sowas? Ganz einfach: Man appeliert an den Spieltrieb der Menschen. Heraus kam der Google Image Labeler.
Lt. Golem ist der Image Labeler…
[…] ähnlich wie ein Wettkampfspiel aufgezogen. Der Dienst stellt zwei per Zufall ausgewählten Anwendern das gleiche Bild zur Verfügung und lässt beiden 90 Sekunden Zeit, treffende Stichworte zu vergeben. Sobald beide das gleiche Schlüsselwort vergeben haben, ist die Spielrunde beendet. Bis dahin können beliebig viele Label verteilt werden.
Mit anderen Worten: Man verschlagwortet, man “taggt” einfach zufällige Bilder “im Wettkampf” mit einem anderen. Eine schlichtweg geniale Idee von Google, die, wenn sie funktioniert, Google umsonst eine riesige Datenbank mit unschätzbar wertvollen verschlagworteten, getaggten Bildern verschaffen wird.
Den “moralischen” Aspekt der Idee, User für lau vor den eigenen Karren zu spannen, lassen wir einfach mal dezent unter den Tisch fallen. Schließlich wird niemand zum Mitspielen gezwungen.
Und jetzt? Auch mal unbezahlt und für weniger als einen lauen Händedruck für Google arbeiten und einem millardenschweren Unternehmen spielerisch dabei helfen, seine Marktführerschaft weiter auszubauen? Kein Problem, einfach hier klicken und es kann losgehen.
Faule Kinder
4. September 2006, 19:20 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Das Büro, in dem ich mir ab und an mal die Ehre gebe, liegt im Dachgeschoß eines 5stöckigen Stadthauses, nur zu erreichen über einen Aufzug, dessen stählerne Schiebetür etwaige Besucher oder Mitarbeiter direkt in die Räumlichkeiten des Unternehmens spuckt.
Heute nachmittag steige ich also im Erdgeschoß in diesen schrecklich langsamen Aufzug ein, als sich in letzter Sekunde noch die Hand eines vielleicht 12jährigen Mädchens dazwischen schiebt. Ziemlich dicklich, mit von Schokoladen-Eis (ich hoffe, es war nur Eis!) verkleben Pfoten und Mund drückt sie sich in die viel zu enge Kabine. Sie würdigt mich keines Blicks und drückt stattdessen nur den Knopf für den ersten Stock. Zu faul, auch nur für ein einziges Stockwerk die Treppe zu nehmen.
Man muss dazu sagen, ich kam frisch vom Zahnarzt und es war Montag. Ich bin kein geduldiger Mensch, hatte verdammt schlechte Laune und der Misantroph in mir macht auch vor Kindern nicht halt. Dieses Kind hatte wegen seiner Faulheit und durch das Aufhalten des Aufzugs und den Stopp im ersten Stock mindestens 30 Sekunden meiner Lebenszeit vergeudet. So war es kein Wunder, daß es aus mir herausbrach: “In den ersten Stock hättest Du aber auch laufen können. Das würde Dir ganz gut tun, Dickie.”
Alles was mir meine Ermahnung einbrachte, war der Anblick einer Schokoladeneis-Verschmierten (ich hoffe, es war nur Eis!) Zunge, die sie mir entgegenstreckte. Diese respektlose Jugend von heute. Wohin soll das nur führen?
Crocodile Hunter tot
4. September 2006, 12:53 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Die Woche beginnt mit einem Todesfall: Steve Irwin, besser bekannt als der “Crocodile Hunter”, ist tot. Er wurde von einem Stachelrochen bei Dreharbeiten im Pazifik vor Cairns ins Herz gestochen. Ein, wenn man das so sagen darf, würdiger Tod. Mein (ehrliches!) Beileid.
Die “Croc Files” waren meiner Meinung nach eine der wenigen guten Serien, die auf RTL2 liefen. Irwine stellte dabei alle möglichen Tiere vor, und spielte mit Sympathieträgern wie Krododilen, Spinnen und giftigen Schlangen. Dabei quasselte er ununterbrochen mit weit aufgerissenen Augen darüber, wie niedlich doch zum Beispiel diese Vogelspinne unter seinem Hemd wäre. Mir kam er immer vor, als wäre er völlig zugekokst auf Speed unterwegs - ich weiß nicht, wieoft ich Sonntag morgends mittags im Bett lag und mich über Steve Irwin gefreut habe.
Jetzt bleibt nur noch Malcolm Douglas, der ähnlich durchgeknallt ist wie Irwine, sich aber weniger auf Tiere als auf Survival im australischen Busch spezialisiert hat. Seine Doku-Serie lief übrigens eine Zeitlang auf Kabel Eins. McDouglas stellte z.B. Möglichkeiten vor, wie man seinen im Sand steckengebliebenen Jeep mit einem Reserverrad und einer Seilwinde wieder flott bekam oder wie man einen kompletten Büffel in einem Erdloch braten kann (kein Scheiß!).
Update: Wahrscheinlich hat es ohnehin schon jeder gelesen (auf SpOn-Artikel zu verlinken ist soooo sinnlos), aber der Vollständigkeit sei es trotzdem erwähnt. “Crocodile Hunter Irwin - Vom Rochen erstochen” auf Spiegel Online.
Listen up
3. September 2006, 03:47 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Sinnentleerte Konversation in Kneipen:
-Die waren in Sssssaaaaanggria.
-Whus? Wo?
-Sangria!
-Alter, wo zur Hölle ist Sangria?
-Naja, da unten. Neben Indien und so. (wild gestikulierend wird die geographische Lage des indischen Subkontinents mit den Händen beschrieben)
-Du meinst nicht zufällig Sri Lanka?
-Ach ja, richtig! Sri Lanka! Sangria war das mit den Strohhalmen und dem Eimer.
Öööhm… ja, genau. Und zum Frühstück gibts das hier.