Meine Autofahrer-Playlist
6. September 2006, 11:04 Uhr Heavy Rotation Halla
In vier Wochen ist es wieder soweit und das Wintersemester beginnt. Damit verbunden ist die tägliche Autofahrerei, die widerrum spezielle Musik erforderlich macht: Autofahrer-Musik.
Das muss krachen, es ist dringend erforderlich, sie laut zu hören, sie braucht den fließenden Sound, den gewissen “Flow” sozusagen, sie muss gute Laune machen, wach halten (oder zumindest aufwecken), über einen Schuss Testosteron verfügen (Gloria Gaynor bspw. geht im Auto gar nicht) und es schadet nicht, wenn man den Text etwas mitgröhlen- oder zumindest singen kann. Schließlich besteht im Auto nicht die Gefahr, von den Nachbarn gehört zu werden. Zwar wurde bei der WM 98 in Frankreich mein Radio geklaut, aber ein iPod mit dicken Kopfhörern hilft hier ganz gut aus. Natürlich nur im Stand an der Ampel, alles andere ist ja verboten.
Einen Vorteil hat das mit dem iPod aber doch: Man kann sich wunderbare Playlists zusammenbasteln. Und tádaaa! hier ist die meinige. Diesmal sehr langhaarig, rockig und gitarrenlastig (das merkt man schon an den vielen “The”’s in den Bandnamen), zumindest im Vergleich zu meinen 10 Liedern zum Frühling. Here we go:
- I’m on a High - The Bosshoss
Die alten Country-Potatoes von The Bosshoss. Diese Country-RocknRoll Schiene made in Germany ist schon echt schräg, aber erfrischend anders. Ich habe keine Ahnung, warum das Ding nur “I’m on a high” heißt - auf jeden Fall ergänze ich beim lauten Mitsingen automatisch das “high” um “way”. Schöner Track mit ordentlich breiten Reifen. - I believe in a thing called Love - The Darkness
Gut. The Darkness. Man kann von ihnen bzw. von den dazugehörigen Spandexhosen halten, was man will. Aber die Musik macht einfach Gute Laune. Und vom Mitsing-Faktor brauchen wir gar nicht erst zu reden. Allein der Versuch derart hohe Stimmlagen wie der Sänger Justin Hawkins zu erreichen, löst bei mir einen regelrechten Östrogen-Schub aus, wodurch ich mich wie eine Frau über eigentlich belanglose Dinge wie meine Schuhe oder die bunten Blumen am Straßenrand freuen kann (…aber leider das Autofahren schlagartig verlerne, daher sollte man The Darkness nicht an verkehrneuralgischen Punkten hören). - Paranoid - Black Sabbath
Gibts eine Situation, bei der man diesen geradezu epischen Titel nicht hören könnte? Außer zum Einschlafen? Wohl kaum. Der feuchte Traum eines jeden Bikers mit Harley und Lederkutte, also genau richtig für gerade richtig für meinen Seat Ibiza - Boys of Summer - The Ataris
Das Orginal stammte von Don Henley und wurde schon mal von DJ Sammy feat. Loona gecovert - wofür allerdings weder die Ataris noch Don Henley was können. Boys of Summer lief im Oktober 2003 im australischen Radio hoch und runter, und ich verbinde damit viele schöne Erinnerungen. 3000km Küstenstraße, strahlender Sonnenschein, mit freiem Oberkörper prollo- und Trucker-mäßig am Steuer meines Kleinbusses, Ellenbogen raus, Ataris im Radio, alles Gut. - Make it tonight - The Hellacopters
Da ist er, der “Flow”, der fließende Sound, von dem ich einleitend sprach. Schönster Rock’n'Roll, wobei die Betonung eher auf Roll als auf Rock liegt. Der, wie ich finde, perfekte Titeltrack für einen schönen Roadmovie. - Black Betty - Spiderbait
Wenn wir schon gerade bei Australien und den Covertiteln wären: Orginal von Thin Lizzy, glaube ich, gecovert und gepimpt von Spiderbait, einer australischen Rockband. Vielleicht liegt es an der unglaublichen Weite des Landes, das man irgendwie jegliche Musik aus Down-Under zum Autofahren hören kann? Oder australische Musiker schreiben die Titel von vorneherein so, weil man in Australien nicht an der musikhörenden Autofahrer-Fraktion vorbeikommt, wenn man in die Charts will? Anyway, ich schweife ab… - Learn to Fly - Foo Fighters
Das letzte bißchen Nirvana, daß uns nach Kurt Cobain noch geblieben ist. Besser als nichts, aber die Foo Fighers um Ex-Schlagzeuger Dave Grohl sind ein würdiger Nachfolger. Nitzsche hat mal gesagt “Wer fliegen will, muß zuerst laufen lernen”. Laufen kann ich; das Fahren erledigt mein Seat für mich. Das Fliegen bringe ich ihm auch noch bei. - No Evil - Motorpsycho
Dieses Gitarrenriff am Anfang macht Laune. Und zwar richtig. Dazu noch der Bandname: “Motorpsycho”. Wäre auch eine schöne Alternative für “Mad Max”. “Motorpsycho - Jenseits der Donnerkuppel” oder so… - Soul Man - Blues Brothers
Der Abwechslung halber mal was ohne Gitarre. Muss auch mal sein - und was kommt da besser als die Musik aus DEM Roadmovie schlechthin? - Kickstart my Heart - Mötley Crue
Na? Wach? Nein? Dann ab mit Mötley Crue in den Player, laut aufdrehen und schon paßt das. Kaffee ist dagegen das reinste Schlafmittel. - Wildest Dreams - Iron Maiden
Jaja, schon gut, ich weiß: Iron Maiden sind sowas von 80ies, bestenfalls 90ies und damit eigentlich raus wie Schröder aus dem Kanzleramt. Aber “Wildest Dreams” hat ist einfach den richtigen Flow fürs Auto - nicht umsonst dreht sich im animierten Video alles um ein Auto (das allerdings mehr wie ein fahrendes Bierfass aussieht…). In diesem Sinne: “I’m On My Way! Out On My Own Again”
So, und für den Winter wird dann wieder elektronischer.






Netter Zufall:
Grad als ich den Beitrag gelesen habe, lief hier Boys of Summer der Ataris hier im Hintergrund
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