Jobs bei Google
4. September 2006, 22:03 Uhr Für Nerds , Industrie? Anarchie! Halla
Ideen muss man haben.
Für Suchmaschinen oder für die automatisierte Datenverarbeitung im Allgemeinen werden Bilder immer ein Problem bleiben, da ein Programm niemals den Inhalt eines Bildes erfassen kann. So stellt sich bspw. das Foto eines Hafens für ein Computersystem als komplexe Anordnung von einzelnen Pixeln dar, die sich alle in Position und Eigenschaften wie Farben o.ä. voneinander unterscheiden. Diese Anordung von Pixeln aber auch als Hafen zu erkennen, das leisten die Systeme heute und in absehbarer Zukunft nicht. Ein Problem, daß bspw. die Google-Bildersuche löst, indem man einfach auf den textlichen Kontext in dem das Bild steht, die alt-Tags sowie auf den Dateinamen zurückgreift, um ungefähr “abschätzen” zu können, was das entsprechende Bild überhaupt darstellt. Das Ergebnis varriert allerdings stark und kann u.U. auch vollkommen unbrauchbar sein (besonders bei komplexen oder unkonventionellen Bildinhalten)
Ein Lösungsansatz besteht in der Verwendung von sog. “Tags”. Tags sind Schlüssel- oder Schlagwörter, die einem Bild sozusagen als Metadaten von einem Menschen (der den Inhalt begreift) zugeordnet werden. Das Bild eines Hafens könnten man so mit den Wörtern “Hafen”, “Küste”, “Landschaft”, “Liegeplatz”, “Seefahrt”, “Meer”, “Schiffe”, “Ankerplatz” verschlagworten, wodurch ein erheblich besseres Suchergebnis gewährleistet wäre. Diese Technik wird von vielen Foto-Communities wie Photocase, Stock Exchange oder -am bekanntesten- Flickr schon lange angewandt, das “Taggen” (Verschlagworten) der Bilder übernehmen die Fotografen beim Hochladen ihrer Bilder selbst.
Da aber niemand seine Bilder und Grafiken bewußt bei Google einstellt (sondern diese einfach von Google indiziert werden) sind die Bilder in Googles Suchindex auch nicht entsprechend getaggt. Um das zu leisten, müßte man Menschen beschäftigen, die sich jedes Bild einzeln ansehen und anschließend in Stichworten notieren, was darauf zu sehen ist (selbst in Indien oder China dürfte das aufgrund ungeheuren Menge Unsummen kosten oder Jahre dauern).
Und genau jetzt kommt Googles Ideenreichtum ins Spiel: Warum Mitarbeiter beschäftigen und bezahlen, die sich um das Taggen der Bilder kümmern? Warum nicht einfach die Community, die Netcitizens, die User dazu bringen, sich freiwillig(!) und unbezahlt(!) jedes einzelne Bild(!) im Index anzusehen und sie Stichwörter zum Inhalt eingeben lassen? Wie schafft man sowas? Ganz einfach: Man appeliert an den Spieltrieb der Menschen. Heraus kam der Google Image Labeler.
Lt. Golem ist der Image Labeler…
[…] ähnlich wie ein Wettkampfspiel aufgezogen. Der Dienst stellt zwei per Zufall ausgewählten Anwendern das gleiche Bild zur Verfügung und lässt beiden 90 Sekunden Zeit, treffende Stichworte zu vergeben. Sobald beide das gleiche Schlüsselwort vergeben haben, ist die Spielrunde beendet. Bis dahin können beliebig viele Label verteilt werden.
Mit anderen Worten: Man verschlagwortet, man “taggt” einfach zufällige Bilder “im Wettkampf” mit einem anderen. Eine schlichtweg geniale Idee von Google, die, wenn sie funktioniert, Google umsonst eine riesige Datenbank mit unschätzbar wertvollen verschlagworteten, getaggten Bildern verschaffen wird.
Den “moralischen” Aspekt der Idee, User für lau vor den eigenen Karren zu spannen, lassen wir einfach mal dezent unter den Tisch fallen. Schließlich wird niemand zum Mitspielen gezwungen.
Und jetzt? Auch mal unbezahlt und für weniger als einen lauen Händedruck für Google arbeiten und einem millardenschweren Unternehmen spielerisch dabei helfen, seine Marktführerschaft weiter auszubauen? Kein Problem, einfach hier klicken und es kann losgehen.






Google ist (auch mainstream-media-technisch) in aller Munde. Bei Slashdot habe ich das Gefühl, dass jede zweite Meldung Google involviert. Dem erhöhten Aufkommen nach, müsste “World Domination” in greifbarer Nähe sein. Ich gebe ihnen noch 3 Monate… vielleicht rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft (_die_ Deadline aller Deadlines)