Dicker Hals
23. August 2006, 14:42 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Goofystylz
Im Moment habe ich die Schnauze voll. Randvoll!
Ich gehe auf die 30 zu und verdiene wie ein 16 Jähriger mit Perspektiven auf dem Jobmarkt wie ein 60 Jähriger.
Scheiße verdammter! Bei einem Film-Job alle zwei Monate traue ich mich garnicht mehr, mich Filmemacher zu nennen.
In eine andere Stadt müßte ich angeblich, da gibts mehr Median-Jobs. Nur erstmal ohne Jobaussicht umziehen ist auch kontraproduktiv. Und da gibts genauso viele Bewerber auf jede Stelle. Natürlich kann ich aber gerne noch ein Praktikum machen, bis ich vierzig bin. So habe ich mir Midlife-Crisis nicht vorgestellt.
Und da soll man einen Ansporn haben, nicht von der Stütze zu leben? (Die ich, nebenbei, garnicht beziehen darf).
“So ist das halt mit den künstlerischen Berufen…” - auch nicht wahr, ich hab’s in USA schon wesentlich anders erlebt. Es ist dieses Rückständige Land, daß nächstes Jahr zum Dank auch noch zusätzliche Mehrwertsteuer von mir haben will. Und ich hoffe inständig Herr Neumann gibt die Kohle gescheit aus.
F*%k Dich, Deutschland!
… lange bleib ich nicht mehr.
Tut mir leid, aber mußte ich einfach mal loswerden…
Vertraue niemanden
23. August 2006, 10:54 Uhr
Derber Shit, Alter!
Halla
Wir werden uns in Zukunft daran gewöhnen müssen, niemandem zu vertrauen. Weder dem braven Asyl-Studenten, dem Döner-Koch und dem Kellner mit seinen arabischen Augen. […]Ich habe Angst vor Ihren Augen.
Das schreibt der Kolumnist der Bildzeitung Franz Josef Wagner, gefunden im Bildblog. Und vor dem Mann habe ich wensentlich mehr Angst, als vor den “Augen” “meines” Dönerbudenbesitzers. Lösen muslimische Mitbürger jetzt Schwarzafrikaner als “Feindbilder” der Rechten Demagogen ab? Werde ich jetzt nicht mehr zusammengetreten weil ich eine ander Hautfarbe habe, sondern einen Bart trage?
Wenn ich sowas lese, weiß ich wieder, warum mir und anderen dieses dreckige, opportunistische Springerblatt so sehr gegen den Strich geht.
Join the Navy
23. August 2006, 00:52 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Für Veränderungen im Leben sollte man immer offen sein. Man weiß nie was kommt und wohin es einen verschlägt. Ich könnte z.B. prima zur U.S. Navy gehen und Flugzeugträger fahren - ein Fortbewungsmittel ganz nach meinem Geschmack und eine tolle Alternative zu eintausendvierhundertundzwölf unbezahlten Praktikas nach dem Studium.
Unter dem Motto “Accelerate your Life” bietet die Navy eine Reihe von Tests an, die dabei helfen, sich selbst zu finden (”Who I am“), das Web 2.0 alt aussehen lassen (”Life Accelerator 3.0“) oder mir einfach sagen, ob ich jemals einen Flugzeugträger steuern darf (”Who I can be“).
Tja, was soll ich sagen? Die Navy hat immer recht.
You are a Do-er:
Do-ers often possess athletic or mechanical abilities, and like to work with things they can see or touch, such as machines, tools or animals. They often prefer to work on their own and to work outdoors. Do-ers view themselves as practical, straight-forward and realistic. […]
Well done
22. August 2006, 16:24 Uhr
Lernerei
Halla
Seit heute mittag sind die Noten aus dem letzten Semester online. Ursprünglich hatte ich mehr oder weniger fest damit gerechnet die eine oder andere Klausur nachschreiben zu müssen - zu fatal hatte sie die Kobination aus Sommer und strahlendem Sonnenschein, Fussball-WM und den damit verbundenen Partys allerorten auf mein Lernpensum ausgewirkt.
Zwar fehlen noch die Noten aus der Informatik-Klausur, aber das sehe ich unkritisch. Alle anderen Klausuren sind mit einem Gesamtschnitt von 2.0 bestanden - sieht fast so aus, als wäre das mit dem Studium doch keine so schlechte Idee gewesen.
Nachspielen verboten
22. August 2006, 01:40 Uhr
Industrie? Anarchie!
Halla
Ach ja, die Jungs von der Musikindustrie, das sind schon ein paar echte Herzchen, man muss sie einfach liebhaben.
Nachdem man in der Vergangenheit den Tauschbörsen-Nutzern am liebsten noch den Golfkrieg in die Schuhe geschoben hätte, hat man jetzt noch ein weiteres Feindbild ausgemacht: Die Betreiber von Seiten, die Gitarrentabs zum Nachspielen von Liedern anbieten. Wohlgemerkt: Die Tabs werden nicht verkauft, sondern sind freie oder Fanprojekte. Die Begründung muss man sich mal wieder auf der Zunge zergehen lassen:
Die MPA macht indes geltend, dass die Verkäufe von Notenblättern populärer Musikstücke seit Anfang der 90er-Jahre von rund 25.000 Stück pro Song auf lediglich 5.000 gesunken seien.
(Heise.de)
Liebe Musikindustrie, was ist falsch verdrahtet bei euch im Kopf? Was bringt einen dazu, so vehement gegen Fans, Kunden und letzten Endes auch Käufer vorzugehen und wie ein Pitbull gegen alles zu klagen? Warum sind immer die Fans an allem schuld? Warum kommt niemand auf die Idee, selbst mal darüber nachzudenken, wo Fehler gemacht wurden oder was man machen könnte, um das “Produkt” Musik und alles was dazu gehört für die Käufer wieder attraktiver zu machen?
Die Technologie, das Internet, die angebliche Wurzel allen Übels kann man nicht wieder zurück in die 80er Jahre klagen. Und die Leute, die es benutzen noch weniger. Wie wäre es denn, wenn man endlich mal anfangen würde, das alles als Chance und nicht als Bedrohung zu begreifen?
Das elende Parkhaus
22. August 2006, 01:16 Uhr
Ich und mein Martyrium
Halla
Ich hasse das Einkaufen in echt. Nur im Internet macht das Spaß (aber in welchem “echten” Laden kann ich auch schon in Unterhose nachts um 3 Einkaufen).
Am Wochenende wars mal wieder soweit: Einer meiner PAR36 Strahler ist abgeraucht und Ersatz mußte her. Mein “Stammladen” für Elektronikbedarf befindet sich in einem nahgelegenen Einkaufszentrum, dessen Tiefgarage ich vor dem Einkauf meinen schrottigen Seat überantwortete.
Meines Wissens nach war in diesem Parkhaus das Parken für die Dauer von weniger als 30 Minuten kostenlos, weshalb ich Rentner, Paare und Frauen mit Kinderwagen die mir in den Weg kamen rücksichtlos überrennen mußte ich den Einkauf auf Männerart erledigte: Laden stürmen, zuerst ins Regal und danach in die Brieftasche greifen und wieder raus. Die GSG9 hätte ihre wahre Freude an mir gehabt.
Exakt 20 Minuten später stand ich am Parkautomaten um mir die kostenlose Ausfahrt bestätigen zu lassen. Aber nichts da: 30 Cent wollte dieser Kasten von mir sehen. Da haben die doch einfach ihre Preispolitik im Parkhaus geändert - ohne mir was zu sagen! Das Problem dabei: Ich hatte nicht einen lausigen Cent Bargeld einstecken. Noch dazu fand sich an dem blöden Parkautomaten kein Knopf, mit dem man sich die Karte hätte wiedergeben lassen können. Ich muss ziemlich dämlich auf das Display geglozt haben, als hinter mir eine Frau zu meckern begann: “Junger Mann, wird das nochmal was?”. Spontan erinnerte ich mich an MC Winkels Ungeduldig&Jähzornig Bewegung erinnert als ich mich umdrehte und sie genervt über den Konstruktionsfehler an dem Kasten vor mir aufklärte und an einen anderen Automaten verwies.
Nach geschätzen 20 Minuten kam dann auch die Karte wieder aus dem Schlitz, was mich einer Lösung aber keineswegs weiterbrachte - woher 30 Cent nehmen? Passanten anschnorren? Ich und mein Konto, wir mögen zwar wie Penner aussehen, aber das ließ mein Stolz trotzdem nicht zu. Also erstmal zum Auto und die Kiste nach ein paar Cent zwischen den Sitzen abgesucht. Ergebnis: 15 Cent, 2 Feuerzeuge, ein Bier, ein Eiskratzer und eine alte Parkscheibe.
Fehlten noch immer 15 Cent. Ich sah keine andere Möglichkeit mehr, als zur Bank auf der anderen Seite zu laufen und dort am Automaten Geld zu holen. Dummerweise habe ich ein Konto bei der Sparkasse - und nicht bei der Volksbank. Aber in den sauren Apfel mußte ich wohl beißen und 20 Euro abheben. Plus 5 Euro Gebühren (für lausige 15 Cent!). Hätte ich nicht über die Kameras Bescheid gewußt, ich hätte im Weggehen den verdammten Laden angezündet, so geladen war ich.
Also wieder zurück zu meinem Freund, dem Parkautomaten. Karte rein, und wie hätte es anders sein sollen: Das verdammte Ding wollte ums Verrecken den Schein nicht annehmen. Also stand ich wieder wie der Depp vom Dienst davor und wartete auf eine Rückgabe meiner Karte. Mit dem Unterschied, daß ich ständig leise Flüche und Verwünschungen vor mir hinbrummte. Hätte ich nicht über die Kameras Bescheid gewußt, ich hätte den verdammten Laden angezündet, so geladen war ich.
Gut. 20 Euro kleinmachen. Am besten beim nächstbesten Bäcker mit einem Käsebrötchen für 60 Cent. Mein Blick brachte die Bedienung schnell zum Schweigen, nachdem sie mich gefragt hatte, ob ich es nicht “kleiner” hätte. Hätte ich nicht über die Kameras Bescheid gewußt, ich hätte den verdammten Laden angezündet, so geladen war ich.
Aber wenigstens hatte ich satte 20 Minuten später endlich die 30 Cent in der Tasche und konnte das elende Parkhaus verlassen. Hätte ich nicht über die Kameras Bescheid gewußt, ich hätte den verdammten Laden angezündet, so geladen war ich.
Was mich doppelt ärgert: Beim Schreiben dieses Textes kommt mir gerade die rettende Idee. Ich hätte einfach das Bier trinken sollen, das ich im Auto gefunden habe. Der Flaschenpfand beträgt genau 15 Cent. Zusammen mit den 15 Cent, die ich unter den Sitzen gefunden habe, hätte das gereicht.
Open Source Cinema
21. August 2006, 16:04 Uhr
Celluloid , Netzfundstücke
Goofystylz
Manche nennen es pragmatische Methologie, andere wieder eine Philosophie, in jedem Fall ist es sozusagen einer der Grundpfeiler des vielgehypten Web 2.0. (…und im Moment in seiner Form wieder in der Diskussion…)
Eigentlich kannte ich das Konzept nur von Software -der Quellcode wird offen gelegt; das erklärt dann nämlich auch ziemlich genau den Namen und worum es geht.
Um so interessanter fand ich es, auf einen Open-Source-Film zu treffen, Filme haben ja eigentlich gar keinen Quellcode. 
Aber es scheint ja mitlerweile alles Open-Source zu geben, wahrscheinlich auch bald eine Starbucks Karamell-Latte.
Um es voraus zu schicken, was einen Open-Source-Film wirklich ausmacht, ist bisher (zumindest nach meinen Recherchen) nicht ausreichend definiert. Das Label tragen deshalb zu allgemeiner Verwirrung nicht nur Werke die in ihrer Kreation offen sind, d.h. nachträglich von jedem verändert werden dürfen, sondern auch Filme die “nur” mit Open-Source-Technologie kreiert wurden.
Ich persönlich finde letzteres falsch deklariert, weil es nach der Einbindung von Open-Source-Technologie immer noch ein stinknormaler Film zu einem billigeren Preis darstellt. Aber wenn dann auch der tatsächliche Content frei editierbar ist, kann ich die Paralellen durchaus ziehen. Für mich macht der Name nur einen Sinn, wenn die einzelnen Filmkomponenten sozusagen den Quellcode darstellen und das ganze eine Creative Commons Lizenz bekommt. Egal, mich fragt ja eh keiner…
Eine schöne und gleichzeitig erschreckende Vorstellung, daß Menschen mit ganz verschiedenem Standort, Herkunft und Paradigmen an der Produktion mitwirken können. “Fremde” werden sozusagen ein Teil des Filmteams. Von der künstlerischen Tragweite bin ich fasziniert: Ein Film offenbart sich als Werk ohnehin nur entlang einer Zeitachse, aber dieses Werk dann auch noch konstanter Fluktuation entlang einer zweiten Zeitachse zu unterwerfen birgt mit beinahe unendlichen Möglichkeiten auch unendlich viel Potential. Was tatsächlich funktioniert, und was nicht, wird sich herausstellen, aber theoretisch ist ein Open-Source-Film niemals fertig. Gefällt mir! Von Profan bis Weltverändernd ist alles drin - im “selben” Film, veilleicht auch erst nach Jahren der Entwicklung.
Darauf läßt sich eine Diskussion über die moralische Verpflichtung der “Macher” entfachen, was auch mit einigen Erstlingwerken schon geschah, aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen dürfte. Auch Rezensionen passen nicht mehr hier rein, deswegen einfach mal ein paar Filme hier oder hier anschauen, vielleicht auch mal an einem rumschrauben…
Irgendwann gibt es keine schlechten Filme mehr, nur noch unfertige 
Spam
21. August 2006, 00:18 Uhr
Für Nerds
Halla
Wer hätte gedacht, daß ich mich eines Tages über Spam freuen würde?
Vor einigen Monaten habe ich ein Projekt für einen Kunden gemacht, eine Website, die auf Wordpress aufsetzt (Wordpress läßt sich ja auch wunderbar als kleines Redaktionssystem nutzen). Nachdem der Auftrag abgeschlossen war, kam es zu kleinen Unstimmigkeiten mit dem Auftraggeber, der immer mehr einforderte als vereinbart war (”Können wir hier noch, können wir da noch blabla”). Eine Zeitlang kann man sich das antun (bin ja kein Erbsenzähler), aber irgendwann habe ich ihm zu verstehen gegeben, daß weitere Arbeiten bzw. Änderungen eben auch mehr kosten und von mir gesondert berechnet werden müßten.
Das Resultat: Funkstille. Der Kunde hat die Passwörter für FTP und Datenbank geändert, ohne mir Bescheid zu geben, was Support für mich natürlich unmöglich macht. Aber ok, die Rechnung war bezahlt, so what.
Wie ich gerade gesehen habe, wird die Seite jetzt zunehmend bespamt, Spamkarma oder Captchas sind nicht installiert (”Braucht doch niemand, das kann man auch manuell löschen”). Ich wette, es dauert keine 2 Wochen mehr, dann klingelt mein Telefon und
ich darf Spamkarma installieren. Wozu ich natürlich die neuen Passwörter wieder brauche.
Miranda
19. August 2006, 21:41 Uhr
Für Nerds
Halla
Seit ein paar Tagen spuckt mein Miranda Messenger ständig merkwürdige Fehlermeldungen bei Anmelden am ICQ Netzwerk aus: ICQ hat mal wieder das Protokoll geändert, um User zu ärgern, die nicht den orginalen Client verwenden (da diese im Gegensatz zum “echten” Client meist werbefrei sind).
Seit heute steht ein entsprechendes Update bereit, daß das Problem beheben sollte. Einfach entpacken, die beiden .dll-Dateien ins Plugin-Verzeichnis von Miranda kopieren und schon ist die Sache erledigt.
Nur mal so zur Info….
Knoblauch
19. August 2006, 15:39 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Aus der Reihe “Dinge, die mich wieder mit der Welt versöhnen”: Ein Freund von mir trinkt für 20 Euro (wie hoch wäre euer Preis?) ein Wasserglas (!) dieser Knoblauchsauce. Pubertär, aber lustig - zumindest habe ich gebrüllt vor Lachen, und das kam schon lange nicht mehr vor.
Das beste daran: Er wohnt mit seiner Freundin zusammen. Allein die Vorstellung, wie er sich später zu ihr ins Bett legt… Ganz großes Kino.