Jobs mit Testosteron
30. August 2006, 23:24 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla
Die letzten drei Tage habe ich beinahe durchgehend vom Rechner verbracht, unterbrochen nur von gelegentlichen Mahlzeiten. Unter anderem kam dabei eine brandneue Website heraus - dazu an anderer Stelle aber mehr, das war zumindest einer der Gründe für die inhaltliche Flaute in dieser Woche. Mir fehlte einfach die Zeit zum Bloggen, mea Culpa.
Zumindest aber fühle ich mich nach der Marathonauseinandersetzung mit Technik endlich wieder als Geek - und habe somit sämtliches Testosteron verloren. Im ernst: Ich glaube, es gibt wenig Berufe, die Frauen weniger beeindrucken oder unmännlicher sind, als “Informatiker” zu sein. Leider.
Sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen, mir einen neuen Job suchen zu müssen (man sollte Veränderungen gegenüber ja immer aufgeschlossen sein), dann kämen für mich vorallem Berufe mit Bart, denen das Testosteron aus der Nase läuft, in Frage.
Meine Favoriten:
- Roughneck auf einer Ölbohrinsel in der Nordsee
12 Stunden Schichten am gefährlichsten Arbeitsplatz der Welt. Körperliche Arbeit mitten in der lebensfeindlichen, eiskalten Nordsee. Meterhohe Wellen, Gischt, Lärm und Dreck, alles ist ölverschmiert, mann muss schreien um sich zu verständigen. Turbopumpen und Diamantstahlbohrköpfe, ein Steak um 5 Uhr morgends nach der Nachtschicht. Hier wird der Erde das Blut entrissen, das die westliche Welt am Leben erhält. Und ich lege die Nadel dazu. - Buschpilot in Südamerika
Alte, öl- und dreckverschmierte Propellermaschienen, bei denen der Arsch des Piloten jegliche moderne Avionik ersetzt. Im Falle einer ungeplanten Landung oder eines Absturzes droht die grüne Hölle, bestehend aus Spinnen, giftigen Schlange, Krokodilen und Piranhas. Landen geht nur auf holprigen Graspisten, und trotzdem wird jeden Morgen die Maschine mit Dieselfässern, Ersatzteilen und Ausrüstung für die Goldschürfer im Amazonas vollgeladen. - Smokejumper in Montana, USA
Feuerfester Anzug, eine riesige Stihl-Kettensäge, Helm mit Stahlgittervisier. Und dann der Absprung mit Fallschirm aus 1000 Metern Höhe mitten in einen Waldbrand, um dort Schneisen zu schlagen, oder noch besser: zu Sprengen. Das alte, archaische Duell reloaded: Mann gegen Feuer. Und diesesmal gewinne Ich: als Reinkarnation des sprichwörtlichen Feuervogels! - Trucker im australischen Outback
Roadtrains mit 150 Tonnen Gewicht, mehr als 50 Meter lang, 1 Kilometer Bremsweg. Vornedran ein massiver Stahlgitterrohrrahmen, der einfach alles beiseite schiebt, was einem in den Weg kommt - egal ob Autos von Touristen oder Känguruhs. Ich sitze schwitzend in 3 Meter am Kommandostand dieses Monsters und kontrolliere 800 PS. Mercedes-LKWs sind was für Frauen. Der einzige Job der Welt, in dem man ungestraft Trucker-Caps und karierte Hemden mit abgeschnittenen Ärmeln tragen darf.
Oh ja. Es gibt Alternativen zu den Medienjobs zur Arbeitslosigkeit oder Hunderttausend Praktikas nach dem Studium.






Also keiner der Jobs würde mich reizen, aber die “Auswander-Ziele” interessieren mich sehr!
Nach Australien würde ich einfach mitkommen - in den USA; in Südamerika und an der Nordsee würde ich Dich mal besuchen kommen
“Jobs mit Bart” - Nein, die sollten Dich bitte auch nicht reizen, sonst würde ich mir Gedanken machen…
Ich würde ja zu gerne mal eine Art Bravo Fotolovestory sehen, in der du all diese Jobs durchmachst. Allein die Vorstellung - herrlich!