Fitness am Mittag
31. August 2006, 15:16 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Beobachtungen aus einem Fitnessstudio zu der für mich gänzlich ungewohnten Mittagszeit:
- Die Handtellergroße Schnake am Fenster. Keine Ahnung, wo dieses Vieh bei der Kälte noch herkommt. Auf der anderen Seite will ich nicht wissen, wieviel Blut es im Sommer abgesaugt hat - irgendwoher muss dieses enorme Größe ja kommen. Ich vermute, es war die letzte Schnake für dieses Jahr. Mein Vater fährt gerade aus der Schweiz zurück - dort ist in den Bergen schon der erste Schnee gefallen.
- Der 16-18jährige Jüngling, der das mit dem “Bling-Bling” im HipHop ganz klar zu ernst nimmt. Anders ist es nicht zu erklären, daß er mit einem prolligen Fler-T-Shirt um die Geräte schleicht, und zwei funkelnde, daumennagelgroße
Brilliant- Glas-Ohrstecker trägt. Selten etwas gesehen, daß so stark nach homoerotischen Neigungen aussah, wie das.
DRM Crap
31. August 2006, 12:01 Uhr
Industrie? Anarchie!
Halla
DRM - Digital Rights Management - ist einer der Hauptgründe dafür, warum ich persönlich Online-Shops wie iTunes oder MusicLoad nur ungern nutze. Marcus von Netzpolitik.org fasst die Argumente gegen DRM verständlich zusammen und nennt die Nachteile.
Der Artikel ist kurz und knackig, das Lesen lohnt sich. Gilt auch für die Kommentare dazu.
Jobs mit Testosteron
30. August 2006, 23:24 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Die letzten drei Tage habe ich beinahe durchgehend vom Rechner verbracht, unterbrochen nur von gelegentlichen Mahlzeiten. Unter anderem kam dabei eine brandneue Website heraus - dazu an anderer Stelle aber mehr, das war zumindest einer der Gründe für die inhaltliche Flaute in dieser Woche. Mir fehlte einfach die Zeit zum Bloggen, mea Culpa.
Zumindest aber fühle ich mich nach der Marathonauseinandersetzung mit Technik endlich wieder als Geek - und habe somit sämtliches Testosteron verloren. Im ernst: Ich glaube, es gibt wenig Berufe, die Frauen weniger beeindrucken oder unmännlicher sind, als “Informatiker” zu sein. Leider.
Sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen, mir einen neuen Job suchen zu müssen (man sollte Veränderungen gegenüber ja immer aufgeschlossen sein), dann kämen für mich vorallem Berufe mit Bart, denen das Testosteron aus der Nase läuft, in Frage.
Meine Favoriten:
- Roughneck auf einer Ölbohrinsel in der Nordsee
12 Stunden Schichten am gefährlichsten Arbeitsplatz der Welt. Körperliche Arbeit mitten in der lebensfeindlichen, eiskalten Nordsee. Meterhohe Wellen, Gischt, Lärm und Dreck, alles ist ölverschmiert, mann muss schreien um sich zu verständigen. Turbopumpen und Diamantstahlbohrköpfe, ein Steak um 5 Uhr morgends nach der Nachtschicht. Hier wird der Erde das Blut entrissen, das die westliche Welt am Leben erhält. Und ich lege die Nadel dazu.
- Buschpilot in Südamerika
Alte, öl- und dreckverschmierte Propellermaschienen, bei denen der Arsch des Piloten jegliche moderne Avionik ersetzt. Im Falle einer ungeplanten Landung oder eines Absturzes droht die grüne Hölle, bestehend aus Spinnen, giftigen Schlange, Krokodilen und Piranhas. Landen geht nur auf holprigen Graspisten, und trotzdem wird jeden Morgen die Maschine mit Dieselfässern, Ersatzteilen und Ausrüstung für die Goldschürfer im Amazonas vollgeladen.
- Smokejumper in Montana, USA
Feuerfester Anzug, eine riesige Stihl-Kettensäge, Helm mit Stahlgittervisier. Und dann der Absprung mit Fallschirm aus 1000 Metern Höhe mitten in einen Waldbrand, um dort Schneisen zu schlagen, oder noch besser: zu Sprengen. Das alte, archaische Duell reloaded: Mann gegen Feuer. Und diesesmal gewinne Ich: als Reinkarnation des sprichwörtlichen Feuervogels!
- Trucker im australischen Outback
Roadtrains mit 150 Tonnen Gewicht, mehr als 50 Meter lang, 1 Kilometer Bremsweg. Vornedran ein massiver Stahlgitterrohrrahmen, der einfach alles beiseite schiebt, was einem in den Weg kommt - egal ob Autos von Touristen oder Känguruhs. Ich sitze schwitzend in 3 Meter am Kommandostand dieses Monsters und kontrolliere 800 PS. Mercedes-LKWs sind was für Frauen. Der einzige Job der Welt, in dem man ungestraft Trucker-Caps und karierte Hemden mit abgeschnittenen Ärmeln tragen darf.
Oh ja. Es gibt Alternativen zu den Medienjobs zur Arbeitslosigkeit oder Hunderttausend Praktikas nach dem Studium.
J(e)an Putz
28. August 2006, 15:36 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Goofystylz
Putzen gehört nicht wirklich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Deswegen bin ich dankbar für jede Vereinfachung des Putzaktes. Im Zuge meiner stetig währenden Optimierung der Putzabläufe bin ich Verfechter des besten Putzmittels evar geworden: Scheibenreiniger!
Scheibenreiniger ist nicht nur in seiner Reinigungskraft nur noch von Hochdruck oder Chlor zu überbieten, sondern hinterläßt auch keine Streifen, verdampft sofort (dank hohem Amoniak- oder Alkoholanteil, harhar>:-)), ist in der praktischen Sprühflasche exakt und punktuell dosierbar und riecht auch noch großartig. Keine Scheuermilch, kein Allesreiniger (der Name sollte umverteilt werden) oder Spüli kann da mithalten. Alles wunderschön verpackt und im optisch angenehmen Blau gehalten. In Notfällen läßt sich damit auch Kameraequipment säubern und Hände desinfizieren. Mein kompletter Haushalt wird mit Scheibenreiniger “sauber” gehalten.
Nur meine Fensterscheiben habe ich seit 2005 nicht mehr geputzt.
Scharfe Chilis
27. August 2006, 13:45 Uhr
WG Life
Halla
Unter unserer WG in Darmstadt lag damals ein netter Asia-Laden. So einer, der neben asiatischen Spezialitäten noch eine Videothek im Keller hatte und mit Hinterzimmern bestückt war - kein Wunder, daß wir wenige Tage nach dem Einzug dort auf der Matte standen und um Chilischoten baten - obwohl ich scharfes Essen nicht mal mag.
Nachdem wir dem Verkäufer mehrfach zu verstehen gegeben haben, daß für uns nur die aller- aller- aller- allerschärfsten Chilischoten in Frage kämen, nahm uns der Chinamann in eines der Hinterzimmer mit einer riesigen Gewürzwand mit. Aus einem Geheimfach im Boden des Regals zog er ein kleines Tütchen mit krebsroten Chilis, das er uns mit einem verschwörerischen asiatischen Lächeln in die Hand drückte.
Die Chilis wurden von uns sofort gemahlen und eine Tupperdose verfrachtet. Mein Mitbewohner rieb sich aus Versehen in den Augen, was ihm so einige Schmerzensschreie entlockte. Die Chilis kamen ins Regal, und ich vergaß die Sache wieder (wie gesagt: Ich mag kein scharf).
Bis zu dem Tag, als ich in die Küche kam, und irgendein vegatarisches Ratatouille meines Mitbewohners auf dem Herd vor sich hin köchelte. Mir fiel die Tupperdose mit den gemahlenen Chilis wieder ein - wenige Sekunden später befanden sich 3 große Esslöffel davon in dem Topf und ich saß wieder in meinem Zimmer am Schreibtisch. Der Schmerzensschrei, der eine Stunde später aus der Küche drang, der hatte es in sich. Als ich nachsah, hing mein Mitbewohner schwer atmend an einem Milchkarton und wünschte mich zur Hölle. Sein Ruf nach Rache begleitete mein schallendes Lachen, als ich ihn in der Küche wieder seinem Leid überließ.
Wenige Wochen später explodierte mein Mund beim Biss in ein Stück Tiefkühlpizza. Mein Mitbewohner hatte seine Drohung wahr gemacht und sich gerächt. Als meine Pizza im Ofen war, nahm er einen Teelöffel von den Chilis und packte sie an eine einzige(!) Stelle, die er dann wieder sorgfältig mit Käse aus dem Kühlschrank überdeckte. Ich hätte genausogut auch gleich einen Löffel von dem Zeug nehmen können. Als ich aufheulte, schoss er aus seinem Zimmer und stand dann lachend vor mir, während ich mich vor Schmerzen krümmte. Er hielt mir einen Milchkarton hin. Ich nahm einen tiefen Zug und - es wurde noch schlimmer! Er hatte Chilis auch in die Milch gepackt, die er mir hinhielt und ich gierig trank…
Im nachhinein rührte keiner von uns beiden die Dose mit dem Chilis mehr an und bei unserem Auszug ein halbes Jahr später wanderte sie in den Müll. Wäre es nach mir gegangen, hätten wir die Dose an den Kampfmittelräumdienst übergeben.
Sonn- vs. Montag
27. August 2006, 04:18 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Ich hasse Sonntage. Das liegt aber im allgemeinen nicht am Sonntag direkt, sondern vielmehr an der Tatsache, daß auf einen Sonntag für gewöhnlich ein Montag folgt. Und jeder weiß: Montage stinken.
Dor morgige Sonntagabend bildet eine Ausnahme, was im Umkehrschluss bedeutet: Der Sonntag hat außergewöhnlich erfreuliches zu bieten. So erfreulich, daß sich der Abstink-Faktor des Montags dagegen in feinstes Parfüm verwandelt. Fein. Ich freu’ mich drauf.
Seitenwechsel
25. August 2006, 17:18 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Eben gerade beim Einkaufen meine alte Jugendliebe getroffen, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Schön zu sehen, daß man sich auch nach so langer Zeit noch auf Anhieb versteht und Gesprächsthemen findet, die über “Und, was machst Du so?” hinausgehen.
Dass sie nach unserer “Beziehung” (damals war das noch harmlos, heutzutage haben Mädels in dem Alter wahrscheinlich schon drei Gangbangs und zwei Abtreibungen hinter sich…) die Seiten gewechselt hat, und seitdem Frauen der Männerwelt vorzieht sagt natürlich nichts über meine Qualitäten als Liebhaber aus.
Kein Anschluss unter dieser Nummer
25. August 2006, 01:23 Uhr
Erzähls der Parkuhr , Ich und mein Martyrium
Halla
Vor kurzem war ich mit einem Mädel, das ich am Wochenende davor kennengelernt hatte, einen Wein trinken. Sie hält mich unterschwellig für einen Aufreißer und will mir nicht so recht glauben, daß ich ihre Nummer eingespeichert habe (sondern einfach nur auf ihre SMS zurückgerufen habe).
Zum Gegenbeweis suche ich ihre Nummer raus und halte ihr mit einem triumphierenden Lächeln mein Telefon unter die Nase. “Lena 0177-12345678″* steht da. Mein triumphierendes Lächeln verwandelt sich in ein dämliches Grinsen als sie mich ansieht und sagt: “Das ist nicht meine Nummer, das ist eine andere Lena”. Kann doch gar nicht sein, denke ich mir, und nach einigen Sekunden krampfhaften Suchens finde ich sie unter M wie “Mobil Lena 0163-987654321″. Andere Nummer, andere Lena. Gegenbeweis gescheitert.
Auch wenn mich das nicht gerade glaubwürdiger macht, sie nahm es mit Humor. Gottseidank.
* Namen und Telefonnummern von der Redaktion geändert
Coitus Interruptus
24. August 2006, 00:29 Uhr
Für Nerds
Halla
Manchmal hasse ich Computer, täglich Brot hin oder her.
Seit gestern habe ich versucht, auf einer Kiste ein schönes, frisches OpenSuSE 10.1 Linux zu installieren - was auch wunderbar klappte, bis die Konfiguration der Netzwerkkarte an der Reihe war. Ab da ging nichts mehr, egal ob als DHCP-Client oder mit fester IP konfiguriert. Die Karte wurde korrekt erkannt, aber das Interface ließ sich ums Verrecken nicht starten (”ifup eth0″). Auch eine 2malige Neuinstallation und das Downgrade auf OpenSuSE 10.0 brachten kein Ergebnis, und dabei kann man bei der IP-Konfiguration eigentlich dank Yast kaum was falsch machen.
Sicher, man hätte meinen können, die Netzwerkkarte ist defekt. Dummerweise lief auf dem Rechner zuvor ein altes SuSE 8.2, mit dem die Karte nicht die geringsten Mucken machte. Auch in diversen Linux-Foren konnte mir niemand weiterhelfen. Erst als ich sehr, sehr tief in irgendwelchen Systemlogs gegraben hatte, bekam ich eine Idee von dem, was da schiefgehen könnte: Ein hinterhältiges Interrupt-Problem… Warum auch immer das in der 10er Version auftaucht und in der 8er SuSE Version ohne Probleme funktioniert, weiß der Geier.
Aber ich weiß, wie man dieser widerborstigen Kiste beikommt: Aufschrauben, Netzwerkkarte rausnehmen, im benachbarten PCI-Slot wieder einsetzen, Zuschrauben. Nicht elegant, aber effektiv. Die Netzwerkkarte funktioniert auf Anhieb. Nach stundenlanger Fehlersuche.
Bullshit Bingo mal anders
23. August 2006, 21:32 Uhr
Political correctness
Halla
Die vereitelten Terroranschläge auf Züge in Deutschland und Flugzeuge in Groß-Britannien sorgen mal wieder für (unüberlegten) Aktionismus in der Politik und wie immer ist das Mittel der Wahl eine “bessere” Überwachung der Straßen, der Kommunikation, des Internets, ja der Bürger, die alle miteinander unter Generalverdacht stehen. Dieses Posting von Christian Köhntopp (bzw. das Heise-Forum) brachte mich auf die Idee mal mit dem allseits bekannten Bullshit-Bingo etwas kreativ zu werden. Intressant auch dieser Artikel auf SpOn.
Die Freiheit verteidigt man nicht indem man sie aufgibt. (Netzpolitik.org)
(An Hr. Beckstein + Stop + Dringend + Stop + Nachbarn sind Terroristen + Stop + Erbitte Bundeswehr zur Unterstützung + Stop)

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