Satellit
30. Juli 2006, 19:33 Uhr WG Life Halla
Und wieder eine kleine Anekdote aus meiner WG-Zeit…
Irgendwann lag ich Sonntag früh mittag nachmittag im Bett, als es klopfte. Ich entschloß mich dazu, das Klopfen zu ignorieren - schließlich erwartete ich keinen Besuch, und Sonntags dürfte es kaum was offizielles sein. Stimmen an der Tür, erneutes Klopfen. Hartnäckiger Besuch. Aber ich war hartnäckiger, was das Ignorieren anging. Wenn schon, dann sollte sich doch mein Mitbewohner darum kümmern - ich war nicht zuständig, erst recht nicht in Anbetracht der Tatsache, daß ich noch im Bett lag und schlimm verkatert war. Wieder Klopfen. Hör’ mir doch auf, dachte ich mir und zog die Decke noch einen Tick höher. Plötzlich aber waren Schritte und zwei Männerstimmen zu hören. Und zwar in der Wohnung. Mein Mitbewohner war nicht aufgestanden, das hätte ich mitbekommen, zumal er auch an meinem Zimmer hätte vorbeigehen müssen, das heißt die Klopfer hatten sich Zutritt verschafft. Dazu muss man wissen, daß wir über Jahre hinweg kein funktionierendes Schloss an der Tür hatten und die Wohnung eigentlich immer offen stand. Im Grunde war das kein Problem, da es schlicht und ergreifend nichts wertvolles in der Wohnung gab (von meinem Computerzeugs mal abgesehen), was man hätte klauen können, wozu also abschließen?
Zumindest aber war nun ungebetener Besuch in der Küche, der mich dazu zwang aufzustehen und nachzusehen. Genervt zog ich eine Hose aus dem Schrank und ging in die Küche. Dort stand der Vater der Familie, die unter uns wohnte, samt einem Kumpel, einem Haufen Technik-Gelöt und einer riesigen Satellitenschüssel. Ich schätze, ich muss ziemlich blöd ausgesehen haben, denn der Vadder begann sich gleich zu erklären und zeigte wild gestikulierend auf Balkon und Satellitenschüssel. Problem dabei: Ich verstand kaum etwas. Die Familie stammte aus Eritrea, und von den Kids mal abgesehen sprach nur die Mutter radebrechendes Deutsch. Daher winkte ich ab, als mein Mitbewohner genauso verkatert wie ich aus seinem Zimmer stolperte und sich über den Auflauf in unserer Küche wunderte.
Im Grunde war mir das auch alles scheißegal - ich wollte nur ins Bett und meine Ruhe haben. Daher bat ich den Vater, den Mist mitzunehmen, wenn er fertig war mit-was-auch-immer, keine Sauerei zu machen und ging wieder schlafen/dösen.
Einige Stunden später dann stand ich auf und schleppte mich in die Küche. Der Vadder hatte Wort gehalten, und alles so verlassen, wie er es vorgefunden hatte. Abgesehen, von der riesigen Satellitenschüssel, die an unser Balkongeländer geschraubt war! Verdammt, das Ding hatte einen Durchmesser von sicher 1,50 Meter oder mehr - Klar, die wollten schließlich eritreaisches Fernsehen empfangen… Wirklich gestört hat es mich nicht, etwas irritiert war ich allerdings schon. Ganz im Gegensatz zu unserem Vermieter, der einen mittleren Tobsuchtsanfall bekam, als er die Schüssel bei der Wohnungsübergabe ein Jahr später entdeckt hat (der Typ war aber sowiso ein richtiges Arschloch).






Beim Grillen auf dem Balkon hat die doch sicher gute Dienste geleistet, oder? Als Salatschüssel oder zum Reinko****
Saufen macht gleichgültig, aber wen juckt das schon!
[…] So. Halla meinte einmal, Bloggen hätte auch etwas therapeutisches. Ich hoffe, bei mir wirkt das auch irgendwie. […]