Schwedler See
2. Juli 2006, 14:20 Uhr Derber Shit, Alter! Halla
Mitten im dicksten Industrie- und Gewerbegebiet in Frankfurts Ostend, eingekeilt zwischen Main, Osthafenkanal und der Hanauer Landstraße mit all’ ihren Proll- und SchickiMicki-Clubs liegt ein wahres Kleinod von einer Partylocation, das man in der Form dort ums Verrecken nicht erwaten würde: Der Schwedler See. Eine Location im Herzen von Frankfurt (naja, gut, etwas rechts neben dem Herzen) als Geheimtipp , der eigentlich schon längst keiner mehr ist.
Der Schwedler See ist das Gelände eines Schwimmvereins - ausgerechnet an dieser Stelle hätte das keine Sau erwartet hätte… Der See wirkt in dem Grau der umliegenden Lagerhallen und dem schäbigen Hafengebiet wie eine kleine Oase. Auf dem Satellitenbild sieht man das deutlich (der kleine viereckige See in der Mitte isses’).
Seitdem es dort im letzten Sommer sporadische Partys gab, wurde das dieses Jahr von den Veranstaltern regelmäßiger angegangen und man darf sich von nun an alle 14 Tage darauf freuen. Das Schöne daran: Es ist alles sehr Frankfurt-untypisch, das heißt:
- Gemischte Musik
- ein Altersschnitt von Mitte 20
- keine Prolls oder Geldsäcke
- kein Dresscode
- moderate Preise
- entspannte Türsteher
Frankfurts Club- und Barszene ist dominiert von elektronischer Musik, meistens House in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Hier und da gibts noch einen HipHop-Schuppen wie das Funkadelic oder das Präsidium, und mit etwas Glück findet sich auch noch ein kleiner Indie- oder Rockladen wie das z.B. das O25, aber mehr ist im allgemeinen nicht - da ist es besonders nett, wenn man mal was anderes hört. Hauptsache, es groovt - und das tut es dort meistens.
Nur das man Cuba Libre nicht wie einen Caipirinha zubereitet, bei dem man nur Pitú gegen Havanna-Rum tauscht und dann Coke drüber kippt, das müssen die Mädels an der Bar noch lernen. Aber man kann ja nicht alles haben.





