Die Zwischendecke
6. Juni 2006, 22:38 Uhr WG Life Halla
Mit dem heutigen Tage ist mein stressiger Auszug aus meiner letzten WG endgültig erledigt - meinen Vermieter werde ich hoffentlich nie mehr wieder sehen.
Daher nehme ich dieses “Ereignis” zum Anlass, wie versprochen mal wieder ein Anekdötchen aus meinem WG Leben zum Besten zu geben:
2000/2001 war ich wahnsinnig genug, ein Chemiestudium zu beginnen. Prof. Dr. Daniel Halla, Entdecker der Krebsheilung, und so weiter halt. Genau zwei lausige Semester hat es gedauert, bis ich mich mit einem abgebrochenen Studium auf dem Boden der Realität widerfand. Im Zuge dieses Studiums bin ich mit einem Freund nach Darmstadt in eine Wohnung gezogen. Die Zimmer waren nicht groß, und da wir beide handwerklich nicht unbegabt sind, haben wir uns aus 12*12cm starken Kanthölzern ordentliche Hochbetten gebaut. Eines Abends saßen wir zusammen und haben kästenweise Bier gelitert ein oder zwei Bierchen verhaftet als uns eine blendende Idee kam: Wir bauen aus den restlichen Kanthölzern eine Zwischendecke in den Flur der Wohnung ein!! Der Flur war extrem lang und stellte unserer Meinung nach nur ungenutzten Raum dar. Außerdem hatten wir kein Wohnzimmer - was also lag näher als dort noch eine Decke reinzuzimmern, auf der man obendrauf rumhängen und untendrunter durchlaufen kann (sieht man mal vom Vermieter ab, der von solchen baulichen Veränderungen vielleicht weniger begeistert wäre als wir).
Gesagt, getan. Die Kanthölzer (d.h. viereckige Holzbalken) lagen im Flur, schwere Stahlwinkel um sie anzubringen ebenfalls. Eine Kreissäge und einen elektropneumatischen Bohrhammer (sic!) hatten wir noch vom Bettenbau, genauso wie ausreichend Dübel und Spax-Schrauben. Ein Bierchen fand sich auch im Kühlschrank. Mit anderen Worten: Es konnte losgehen!
Die Deckenhöhe betrug 2,40m, den Boden wollten wir auf einer Höhe von 1,70m einziehen. Dann hätte man bei eingezogenem Kopf genug Platz um drunter durchzulaufen und ausreichend Platz um obendrauf im Sitzen rumzugammeln. (Schnapsidee, ich weiß…) Alle 2 Meter sollte ein Kantholz quer mit der Flurwand verspaxt werden, darauf wollten wir dann die Bodenfläche mit Holzbohlen bauen.
Das erste Kantholz war schnell zugeschnitten und mit den Stahlwinkeln in die Wand gespaxt - hielt bombenfest. Gerade als wir die Bohrungen für die Stahlwinkel des zweiten Querbalken setzen wollten, klingelte es und unser Nachbar stand vor der Tür. Er war stinksauer und hat uns energisch jeglichen Verstand abgesprochen. Leider war es nämlich schon 1 Uhr nachts…. Was uns einfiele um diese Zeit mit einem Bohrhammer in die Wand zu bohren. Rückblickend muss ich sagen, daß er vielleicht recht hatte. Nach Mitternacht sollte man keine Löcher mehr bohren, wenn man Nachbarn hat. Schon gar nicht mit einem Bohrhammer. Ich glaube, neben mir zu wohnen macht keinen Spaß.
Egal - wir haben in dieser Nacht die Arbeiten an der Zwischendecke auf den nächsten Morgen verschoben um uns Auseinandersetzungen physischer Natur mit unserem Nachbarn zu ersparen.
Tja… nur am nächsten Morgen waren wir beide vollkommen verkatert erschöpft von der harten Arbeit in der Nacht davor. Und auch die Idee mit der Zwischendecke im Flur erschien uns plötzlich gar nicht mehr so brillant wie noch vor wenigen Stunden. Nur: Mit 1,70 Meter exakt auf Augenhöhe, hing über die volle Flurbreite der massive, armdicke Querträger den wir nachts angespaxt hatten, bevor wir den Nachbarn geweckt haben der Nachbar uns unterbrach.
Zu faul, den Balken wieder abzuschrauben und erst recht zu demotiviert die Decke fertig zu bauen, hing dieses Sch**-Ding quer im Flur bis wir aus der Wohnung wieder ausgezogen sind. Nachdem jeder von uns beiden mindestens 5mal dagegen gelaufen ist, wußten wir blind, wann wir uns ducken mußten: Nicht so Freunde von uns, die uns aufgrund dieses Balkens für völlig bescheuert erklärt haben. Das Geräusch, wenn ein Kopf gegen das Holz knallt, verbunden mit dem anschließenden Gefluche werde ich wohl nie vergessen - allein die Erinnerung daran bringt mich zum Lachen…. Nur die Frage: “Warum habt ihr mitten im Flur einen Holzbalken hängen?” konnte ich irgendwann nicht mehr hören. Als ob man da nicht von selbst drauf kommen kann.






your first problem being that you didnt use a hilti bohrhammer or meisselhammer to do your dirty work.
[…] Das grosse Durchgangszimmer ist laenglich, breit und hat so ‘ne Art Zwischendecke. Keine Zwischendecke auf die Halla’sche Art, aber immerhin. Genau richtig fuer Abende mit vielen Leuten, ‘ner Sofa- und ‘ner Essecke. Vom grossen Zimmer aus geht ein zweiter Flur ab zu zwei weiteren Raeumen und unserem Bad. Alle drei Raeume haben Fenster und sind schoen hell. […]