Auspacken
30. Mai 2006, 23:05 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Das Ausräumen von Umzugskartons ist ein bißchen wie Geschenke an Weihnachten auszupacken. Mit dem Unterschied, daß einem (fast) alles gefällt, was man so bekommt.
Gut. Bei den Umzugskartons weiß man vorher, was drin ist - im Idealfall zumindest. Aber mal ehrlich: An Weihnachten ist das auch nicht viel anders. Wirklich schlimm dagegen ist es, daß man Anfang Juni bei Temperaturen von unter 10°, Dauerregen und grauem Himmel noch immer an Weihnachten denkt (gestern habe ich sogar Tee und Zucker gekauft!!).
Vollgas
27. Mai 2006, 18:27 Uhr
Meine Definition von Fett
Halla
Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn ich mit meinem 45PS Seat Ibiza an der Ampel stünde, die auf Grün umspringt. Ich schaue in den Rückspiegel, und sehe diese Karre, die gerade Vollgas gibt…
Es gab schon lange nichts mehr für die Kategorie “Meine Definition von Fett“, aber das Bild hat alles, was es dazu braucht: Schnell, laut, technisch und mit Flammen/Feuer.
Siemens vs. Wikipedia
27. Mai 2006, 15:19 Uhr
Für Nerds
Halla
Und wieder einmal wagt sich ein Unternehmen ins Web 2.0, in das “Social Web”, in das Netz der Post-Hippies und der Protagonisten für freie Informationen und rennt dabei volles Rohr gegen die Wand. Getroffen hat es diesmal den Siemens-Konzern, dessen Mitarbeiter einen Wikipedia-Artikel über ihren obersten Cheffe Klaus Kleinfeld geschönt haben sollen, was verständlicherweise für gewaltigen Unmut bei den Nutzern und Machern der Wikipedia geführt hat.
Lt. Heise begannen Konzernmitarbeiter “einzelne Formulierungen zu entschärfen, komplette Absätze und Verweise zu streichen oder zu ergänzen, um ihren Chef in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. In der Siemens-Variante fiel so einfach der erste Halbsatz über die misslungene Sanierung des Handy-Geschäfts weg, auch von dem Aufgeld für BenQ war zeitweise nicht mehr die Rede. Parallel dazu gelang es Siemens, lobende Passagen über Kleinfelds Verdienste als US-Chef einzustreuen und die Behauptung zu tilgen, ihr Boss sei “neoliberal”.” (Heise.de)
Was mich dabei immer wieder wundert: Es muss den Mitarbeitern doch vollkommen klar sein, daß man das alles lückenlos zu ihnen zurückverfolgen kann, wenn solche Änderungen vom Arbeitsplatz-PC aus gemacht werden? Allein der Siemans-Proxy, der in den Logfiles auftaucht, ist doch unmöglich zu übersehen? Wenn man schon sowas macht, dann doch wenigstens per Modem von einer “normalen” ISDN- oder DSL-Leitung aus, die es in jedem Unternehmen gibt? Sowas ließe sich nicht mehr nachvollziehen. Das man einen derart einfachen Schritt nicht geht, läßt meiner Meinung nach nur die folgenden Schlüsse zu:
- Die Verantwortliche Siemans-Mitarbeiter sind blöder als die Polizei erlaubt und schaffen es nicht mal, vor einer solchen Aktion Rücksprache mit der IT-Abteilung zu halten
- Die Verantwortlichen wissen genau, wie verwerflich ihr Handeln ist und trauen sich deshalb nicht, bei der IT nachzufragen. Trotzdem sind sie zu dämlich, selbst auf die Idee mit der ISDN-Leitung zu kommen.
- Die Verantwortlichen halten die Wikipedia-Admins für nicht in der Lage, ihre Logfiles zu lesen
- Die Verantwortlichen sind so betriebsblind und so borniert, daß sie tatsächlich denken, das was sie da machen, ginge schon in Ordnung.
Tja, Siemens - Willkommen im Web 2.0, wo (noch!!) die Menschen die Hauptrolle spielen und nicht das Marketing-Gewäsch oder die Selbstdarstellung von Großkonzernen. Zumindest habt ihr einen fulminanten Einstieg hingelegt.
Let DVBT rule the World
27. Mai 2006, 12:09 Uhr
Für Nerds , Industrie? Anarchie!
Halla
Ich war noch keine 2 Tage in meiner neuen Wohnung eingezogen, da passt mich vor der Haustür ein kahlköpfiger, kleiner Gnom ab, der mit einem Klemmbrett in der Hand alle Klingelschilder abcheckt: “Wohnen Sie hier?”, fragt er mich gleich. Ich antworte mal mit “Ja” und frage gleich noch, wer das wissen will. Ein Mitarbeiter des örtlichen Kabelfernsehproviders. Aha. Bei mir gehen sofort alle Alarmglocken los (GEZ!) und ich will seinen Ausweis sehen - vorher geht gar nichts. Er ist tatsächlich nur vom Kabelfernsehen und will mir einen Anschluss andrehen. Für 16 Euro im Monat. Haha. 16 Euro / Monat? Plus GEZ von 15 Euro? 31 Euro? So hoch ist ja nicht mal meine Handyrechnung! Für “Lotta in Love”, “Nur die Liebe zählt”, “Frauentausch”, “Top of the Pops” oder andere schwachsinnige Shows (Chartshow, Promi-Tanzen etc)? Was denkt der Typ wen er vor sich hat - ich bin schließlich ein Intellektueller, denke ich mir immer.
Mir bleibt leider nichts anderes übrig, als den Gnom auszulachen, wie er so die Klingelschilder durchforstet, und ihm zu erklären, daß ich keinen Fernseher habe und mir nur gelegentlich auf meinem Notebook via DVBT eine Live-Übertragung aus dem Bundestag auf Phoenix oder eine schöne Doku auf Arte ansehe. Und das er sich seinen Kabelanschluss dahin schieben kann, wo die Sonne nie scheint - und damit meine ich nicht London.
Nun gehören wir hier im Rhein-Main Gebiet zu den glücklichen, die DVBT schon seit geraumer Zeit im Versuchsbetrieb testen können, bevor das System am 29. Mai (übermorgen!) Hessenweit in Betrieb geht. DVBT ist Super, nur mit dem Empfang kann es gelegentlich Probleme geben, da die Hausantennen zum Empfang korrekt ausgerichtet und polarisiert sein müssen und die kleinen Zimmer- bzw. Stabantennen manchmal etwas schwach auf der Brust sind.
Daher für alle Leser nun die ultimative Lösung für dieses Problem, auf die ich durch reinen Zufall gestoßen bin: Klemmt an den Coax- (vulgo: Antennen-) Anschluss eures DVBT-Recivers anstelle einer Antenne einfach einen “Ground Break Feed-Thru Surge Protector“(Siehe Bild). Ich weiß auch nicht genau, was das eigentlich ist, aber es müßte sich um eine Art Entstörfilter oder sowas in der Art handeln. Ein Signalverstärker ist auf jeden Fall nicht, da die Dinger ab 30 EUR aufwärts kosten und nicht mehr machen als das Signal zu verstärken - also auch die Störungen. Mit dem Filter auf der Coax-Buchse meines Receivers aber habe ich auf einen Schlag ein glockenklares Bild! Und das ohne zusätzliche Antenne - ich kann es nicht erklären, ich verstehe es nicht, aber es ist wirklich so. Vielleicht ist in den Teil eine lange Kupferdrahtwicklung, die wie eine Kilometerlange Antenne wirkt?
Ich kam darauf, als ich versucht habe, den Empfang meines DVBT Receivers zu verbessern und das Teil mal angeklemmt habe (so einen Entstörfilter hat schließlich jeder gut sortierte Haushalt vorrätig). Normalerweise wird es einfach zwischen die Coax-Kabel geschliffen, kostet nur ein paar Euro und ist in jeden Baumarkt oder Elektronik-Laden zu haben.
Ich persönlich glaube ja, wir sitzen alle eine gigantischen Verschwörung der Antennen-Industrie auf, die uns abzocken will. Aber nicht mit mir!
(Die miese Qualität des Handy-Fotos bitte ich zu entschuldigen, meine “richtige” Digicam ist noch in irgendwelchen Umzugskartons verpackt)
Action
26. Mai 2006, 12:26 Uhr
Ich und mein Martyrium
Halla
Eine Analyse für ein TV-Design schreiben, einen Auftrag weiter bearbeiten oder sogar fertig bekommen (sic!), die aktuellen Informatik-Practicals durcharbeiten, mich bei den Nachbarn entschuldigen, 2 Wände streichen und einige Regale an die Wände spaxen, einkaufen und putzen, mit dem Ex-Vermieter verhandeln…
Nein, langweilig wird der Brückentag sicher nicht. Ich weiß schon, warum ich seit 9 auf den Beinen bin.
Krawallschachtel
26. Mai 2006, 00:39 Uhr
Lernerei , Political correctness
Halla
Derzeit halte ich mich mit politischen oder anderweitig tiefgründigen Postings auf Reality on the Rocks eher zurück. Das hat vorallem zeitliche Gründe: Je anspruchsvoller ein Text ist, desto länger brauche ich, um ihn zu verfassen.
Das ist auch der Grund, weshalb ich mich bisher nicht weiter zu der drohenden Einführung von Studiengebühren in Hessen geäußert habe, obwohl ich als Studi direkt betroffen bin. Ganz im Gegensatz zu meinen Komilitonen (1 2), die auch vergangenen Mittwoch die entsprechenden Demos in Darmstadt bevölkert haben.
Wenn es ums Demonstrieren geht, sind die Franzosen aber noch immer ungeschlagen. Die sind sozusagen wahre Profi-Demonstranten. Richtig Krawall gemacht haben die dortigen Studenten vor einigen Monaten, als das Kündigungsrecht für Berufsanfänger geändert werden sollte. Von den damaligen Protesten stammen auch die spektakulären Aufnahmen in dieser Flickr-Gallerie - vor der Fotografin kann ich mich nur verneigen: die Ausdrucksstärke der Bilder ist wirklich unglaublich.
Kostproben gefällig?


Karlskrone Cup oder: Die Alternative
25. Mai 2006, 23:33 Uhr
Derber Shit, Alter!
Halla
Ein passendes Zitat erleichtert den Einstieg in den nachfolgenden Text zum Vaddertach:
ey…an muttertag laufen se alle mit blumen rum,die männer
aber an vatertag läuft nich eine frau mitm kasten bier rum!
(gefunden auf German-Bash.org)
Wie das traditionelle Vatertags-Programm aussieht, hat der Spiegel augenzwinkernd beschrieben: Vatertags-Exzesse in Deutschland (lesenswert!)
An dieser Stelle möchte ich den Lesern eine aktivere Möglichkeit den Vatertag zu begehen, näherbringen: Den Karlskrone-Cup, so benannt nach der Biermarke vom Aldi. Die Regeln des Karlskrone Cup erlauben das Umherwandern in der freien Natur und das Verbringen von Zeit mit Freunden, ebenso wie das planmäßige Verkosten großer Mengen Gerstenkaltschale (vulgo: Bier). Darüberhinaus bietet der Cup viele Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung und da es im Wesentlichen um den Weitwurf von Getränkedosen geht, sind Frauen von der Teilnahme auszuschließen (ist ja Vaddertach!) oder in einen eigenen Frauen-Cup zu überführen (Frauen haben mit dem weiten Werfen bekanntlich so ihre Probleme. Zum einen fehlt i.A. die Kraft und außerdem sind die Brüste im Weg)
Nun, worum geht es und wie funktioniert der Karlskrone Cup?
Zunächst such man sich ein Areal aus - ideal ist z.B. ein großer Stadtpark. Man skizziert das Areal grob und zeichnet vorallem die Mülleimer ein, die als Spielstationen dienen. Am vereinbarten Startpunkt trifft man sich und genehmigt sich ein Döschen Bier, die leere Dose wird als Spielball benötigt. Nun gehts los: Jeder wirft mit seiner leeren Dose in Richtung des nächsten Mülleimers, jeder Wurf wird gezählt. Wer die wenigsten Würfe braucht, um die leere Dose im anvisierten Mülleimer zu versenken, der hat gewonnen.
Während der Würfe zum Mülleimer hin muss außerdem das nächste Bier getrunken werden - schließlich braucht man nach dem Versenken des aktuellen Spielballs einen neuen. Schafft der Teilnehmer das nicht rechtzeitig wird er mit Punktabzug bestraft.
Wichtig ist vorallem eine sinnvolle Auswahl der Mülleimer. Diese sollten weit genug auseinander liegen (ansonsten kann man sein Bierchen nicht gemütlich trinken, sondern muss es beinahe runterexen) und auch die Zahl der anzuspielenden Eimer sollte dem eigenen Konsumverhalten angepassst gewählt werden. Schließlich entspricht deren Zahl der Zahl der Biere, die die Teilnehmer trinken müssen.
Macht viel mehr Spaß, als nur einen Bollerwagen hinter sich her zu ziehen und dumm durch die Gegend zu latschen. Sparfüchse trinken zum Start nur eine Dose aus, die sie dann die ganze Zeit benutzen können und führen das restliche Bier in Flaschenform mit sich.
Impressionen von einem Cup, den Freunde von mir 2004 veranstaltet haben, finden sich übrigens in der Gallerie.
Meine Nachbarn
25. Mai 2006, 20:32 Uhr
Derber Shit, Alter!
Halla
Als ich heute früh gegen 6 Uhr nachhause kam, gabs das gewohnte Programm: Kühlschrank auf, Musik und Mikrowelle an und vorm Schlafengehen noch kurz was frühstücken.
Nach dem Aufstehen finde ich dann einen Zettel, den jemand unter meiner Wohnungstür durchgeschoben hat:
Heute ist Feiertag! Das was Sie machen, ist Ruhestörung!!
Von der falschen Interpunktion mal abgesehen, muss ich dem anonymen Verfasser leider recht geben. Kann sein, daß die Musik vielleicht einen Tick zu laut war.
Ich hatte mich den Nachbarn noch gar nicht vorgestellt, das muss ich wohl morgen mal nachholen - verbunden mit einer Entschuldigung. Ich kann ja verstehen, wenn sie meine Begeisterung für Mr. Z “Trümmerbass” 5500 nicht so ganz teilen. Aber da wo ich herkomme, hat das früher keinen interessiert - ich muss also umdenken, fürchte ich.
Meine Eier
24. Mai 2006, 18:47 Uhr
Erzähls der Parkuhr
Halla
Kennt ihr diese Six-Packs? Die gibts nicht nur mit Bier, sondern auch mit Eiern. Und bei den Eiern hängen immer zwei solcher Six-Packs zusammen. Jedenfalls stand ich gerade im MiniMal und wollte für das lange Wochenende einkaufen. Unter anderem ein Six-Pack dieser Eier. Mit der einen Hand wollten Fertigpizzen, Dosensuppen, TK-Lasagne und Toastbroat balanciert werden, sodaß zum Trennen der Eierkartons nur noch eine Hand übrig blieb. Sehr gewagte Angelegenheit, die neben einer gewissen Zeit auch einige Nerven kostet.
Neben mir am Eierregal kam dann irgendwann eine Mitt-Fünzigerin zum stehen, nimmt sich ein Six-Pack und schaut mir unverhohlen zu, wie ich mir sämtliche Fingergelenke samt Mittelhandknochen brecht. Ich hatte schon Angst, daß sie mich gleich wieder in ein Gespräch dieser Art verwickeln würde, aber sie schaute mir nur schweigend zu. Wenn sie 30 Jahre jünger gewesen wäre, hätte ich mir gedacht, daß sie wahrscheinlich darauf hofft, mich in die Kiste zu bekommen, aber so….?
Als ich es dann endlich geschafft habe, beide Kartons einhändig (!!) zu trennen und mir den Karton auf den schwankenden Stapel Lebensmittel, den ich mit der anderen Hand balanciert habe, zu stellen, motzt sie mich plötzlich in einem wirklich unfreundlichen Ton an: “Junger Mann, sie müssen schon kucken! Die Eier hier sind bis zum 12ten haltbar, ihre nur bis zum 10ten.”
Sprachs, nimmt mir meinen Eierkarton aus den Armen, stellt anstelle dessem einen anderen drauf, und schiebt wortlos ab. Das war bestimmt eine Berlinerin auf Urlaub in Hessen.
Scheinfrei
23. Mai 2006, 18:55 Uhr
Ich und mein Martyrium , Lernerei
Halla
Mann, manchmal würde ich mich am liebsten selbst heiraten, weil ich so ein unglaublich geiler Typ bin:
Mit nur ein paar Tagen(!) Vorbereitungszeit, im allerdicksten Umzugsstress und dem Tode durch Pollenangriffe zum Greifen nah, mußte ich letzte Woche meine Mathe-Nachklausur schreiben, obwohl ich während des Semesters aufgrund des ungünstigen Termins (Mittwoch morgen - wer kommt da schon aus dem Bett für Mathe?) fast keine Vorlesung besucht habe. Überhaupt zum Nachschreibetermin zu Erscheinen war eigentlich mehr eine Trotzreaktion als das Wahrnehmen einer konkreten Chance. Noch dazu ist Mathe ein Fach, in dem ich schon immer eine Panzertür vor dem Kopf hatte, am liebsten würde ich mir da eine dicke Lernschwäche oder sowas attestieren lassen.
Und jetzt… Jetzt habe ich diese Sch***-Klausur doch tatsächlich bestanden, und das auch noch mit einer satten 3.0! Yeah, Einstein, Yeah! Fuck you, Simplex, Fuck you, lineare Optimierung! Einen dicken Mittelfinger für euch, in diesem Leben sehen wir uns nicht mehr wieder.
Und jetzt lernen meine neuen Nachbarn wohl erstmal ihren neuen besten Freund kennen: Mr. Z “Erdbeben” 5500.