Sei auch Du erfolgreich
28. März 2006, 02:43 Uhr Lernerei Halla
Wer regelmäßig mitliest (oder sich selbst ein Studium antut), weiß, daß die Vorlesungen nach den Winterferien an der FH Darmstadt wieder angefangen haben, daher gibts auch wieder verstärkt studienrelevanten Content.
Zu einem der interessantesten Nebenfächer dürfte sich dieses Semester wohl “General Studies” aka “GS2″ entwickeln, ein Fach mit allgemeinen Inhalten, das den Blick auf Themen abseits unserer Hauptfächer Economics, Informatik und Design lenken und den Horizont erweitern soll. Ging es in GS1 (letztes Semester) noch um wissenschaftliche Arbeitsweisen und allg. Dinge aus den Bereichen Technologie und Multimedia, so hat man uns dieses Jahr mit Dr. Johannes Fischer einen Wirtschaftspsychologen (wtf…!?) vorgesetzt. Klingt nicht nur interessant, ist es (bisher) auch.
Und so stellte man uns die folgende Frage : “Was macht Verhalten erfolgreich?“, was in Gruppen mit je knapp 10 Leuten diskutiert, protokolliert und präsent werden sollte. Die Frage war dabei bewußt allgemein gehalten. Das klingt zwar nach üblem Yuppie- und EBS-Quatsch, stellte sich aber als durchaus interessantes und anregendes Gesprächsthema heraus. Nachfolgend mal die Ansichten/Ergebnisse “meiner” Diskussionsgruppe zu dem o.g. Thema - schließlich wollen wir ja alle reich, erfolgreich und berühmt werden.
Wir versuchten zunächst, die Begrifflichkeiten zu klären und zu definieren um eine einheitliche Gesprächsgrundlage zu schaffen. So beschreibt der Begriff des Verhaltens das Handeln eines Einzelnen oder einer Gruppe. Genauso wenig wie man nicht “Nicht-Kommunizieren” kann, kann man sich auch nicht “Nicht-Verhalten”, das heißt auch “kein Verhalten” ist eine Art von Verhalten. Das Verhalten wird bestimmt durch die Erziehung, persönliche Wertevorstellungen, das soziale bzw. gesellschaftliche Umfeld und bestehende Regeln.
Erfolg bedeutet, ein gestecktes Ziel zu erreichen - vollkommen egal, ob dieses Ziel beruflich, privat oder sonstwie gartet ist. Der Erfolg als solcher ist wertefrei (ein Diebstahl der Handtasche einer Oma kann genauso ein Erfolg sein wie dieselbe Oma vor dem Herzkasper zu retten - beides ein Erfolg, nur eine Frage des Sichtwinkels bzw. der Wertvorstellungen).
Bringt man beides zusammen, dann ist erfolgreiches Verhalten das Handeln, daß das Erreichen von gesteckten Zielen ermöglicht. Erreicht man diese Ziele, so hat man erfolgreicht gehandelt (und der Oma die Handtasche abgezogen oder einen dicken Aktiendeal eingefädelt).
Um erfolgreich Handeln zu können bzw. gesteckte Ziele zu erreichen sind die folgenden Eigenschaften unverzichtbar:
- Planvolles Handeln:
Instinktives Handeln “aus dem Bauch heraus” führt nur in den seltensten Fällen zum Erfolg. Die Voraussetzung für planvolles Vorgehen ist eine gewisse Fachkenntnis, das heißt, man muss im Grunde wissen, was man eigentlich tut. Im Grunde könnte man auch schreiben “Erst denken, dann Handeln”. - Anpassungsfähigkeit:
Will man innerhalb eines bestimmten (sozialen, wirtschaftlichen) Systems Erfolge erzielen, muss man sich anpassen, die Regeln des System verstehen und befolgen können. Das gilt für den Börsenmakler, der verstehen muss wie internationale Finanzmärkte funktionieren ebenso wie für den pakistanischen Einwanderer, der verstehen muss, wie unsere Gesellschaft funktioniert um hier “Erfolg” zu haben. Oder wie das Pärchen, das auf gegenseitige Kompromisse angewissen ist, wenn die Beziehung funktionieren soll. - soziale Kompetenz
Ich bin ein Einzelkind und kann mit dem Begriff nichts anfangen. - Zielstrebigkeit und Selbstdisziplin
Nur wer seine Ziele nicht aus den Augen verliert, ist in der Lage, diese zu erreichen. Um ein gesetztes Ziel zu erreichen, muss man diesem Ziel eine gewisse Priorität einräumen. Je höher diese ist, desto schneller wird das Ziel erreicht sein (und das nächste kann in Angriff genommen werden). Selbstdisziplin ist hier gleichzusetzen mit einer gewissen Arbeit, die man investieren muss. - Intelligenz
Häh, was’n das?Letzten Endes die Grundvoraussetzung um soziale Kompetenz zu entwickeln, planvoll Handeln oder sich anpassen zu können.
So - dann hätten wir das ja geklärt. Nachdem wir wissen, wie wir erfolgreich handeln und unsere Ziele erreichen können, müssen wir uns nur noch welche suchen. Ich glaub, ich geh zum Bauhof!






Liebste Hall-birne, wie definierst Du “Yuppie- und EBS-Quatsch”???
*lol - ich wußte, daß Du auf diese Formulierung anspringst
Naja, dieses Blog bzw. ich tun sich ja etwas schwer mit expliziter Leistungsbereitschaft, bzw. dem Erheben von Leistungsbereitschaft als “Lebenseinstellung” - was meiner Erfahrung nach gerade EBS-Absolventen ja gern tun. So paßt ein derartiges Posting ja nicht gerade auf die ansonsten vorherrschende Atmosphäre in diesem Blog, daher meine Relativierung mit dem Yuppie- und EBS-Quatsch.
Nimm’s nicht so ernst, Felix
Letztlich ist Deine Aussage gar nicht mal so abwegig..der “ebs (bitte klein!) - Quatsch” zielt ja durch ein praxisnahes Studium genau darauf ab, seine berufliche Zukunft erfolgreich zu gestalten. Ob durch diese Ausbildung Deine Fähigkeit zur zielgerichteten Interaktion mit anderen Menschen (—> soziale Kompetenz) steigt, wage ich zu bezweifeln. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen (Lit.hinweise auf Anfrage) enscheidet die soziale Kompetenz und somit unser Verhalten zu Beziehungspartnern über eine erfolgreiche Karriere. Es ist dieses glaubwürdige Verhalten gegenüber den beruflichen (und auch privaten) Partnern, die nachhaltige Wirkung auf Geschäftsbeziehungen haben. Bekanntlich überschneiden sich private und geschäftliche Kontakte im “Beziehungsmanagement” hinsichtlich einer erfolgreichen Karriere. Eine aktuell diskutierte Auswirkung dieses Trends ist die erfolgreiche Etablierung von Networking - Schnittstellen wie openBC. Erfolgreiches Verhalten im Job ist meiner Ansicht nach ‘aber ne Frage der persönlichen Motivation. Fachliche Kompetenz (”Handwerkszug”) ist eine logische Konsequenz aus genau dieser Motivation. Erfolgreiches Verhalten im Beruf ist somit eine Frage des Typs und nicht ausschließlich der Ausbildung!
@halla: du bist ja ein streber…
in die kategorie yuppie/ebs-quatsch fällt für mich eigentlich eher lacoste-slipper, apple-aufkleber auf dem pt-cruiser und poloshirts der eigenen firma drucken lassen, bevor man seinen ersten auftrag hat *lol*
nichts für ungut…
Hehe, kennisch…
.:lay-z-cow:. hat ebenfalls geil die Checkung. Nicht zu vergessen, dass man sich ständig meetet und high-fived.
Ich finde das Apple/Mac bashing hier in den Comments wunderbar. In meinen Kulturkreisen war das immer angesagt, aber es scheint eine Art Mode geworden zu sein. Keep it up!
@reuben: *grinz* saucool…
apple user kann man net genug flamen… nur eine maustaste *tsss* das is ja wie ne halbseitige lähmung
ähh…wer hatte sich nochmal neulich ein Apple-Produkt käuflich erworben ???
http://www.e-networx.de/burning-star/blog/2006/03/...
och menno…
- ipods zählen net
und die aufkleber fliegen immer noch hier irgendwo auf meinem schreibtisch rum…. 
Genau, denn schließlich setzt man sie für lebenswichtige Aufgaben ein: http://www.instructables.com/ex/i/28EBEEAA0CA91029...
PS: Respekt an Captcha-Spam-Abwehr, Halla.
hmm… captcha muss ich auch endlich mal draufspielen… hatte dieses wochenende gut 150 gästebucheinträge!
da waren die spammer wohl wieder mal gut drauf…