Paranoid
30. Januar 2006, 01:39 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla
Heute nacht hatte ich einen komischen Traum, der mir schon etwas zu denken gibt und mir das Motto dieses Blogs (”Persönlich, Paranoid, Polemisch und Therapeutisch”) irgendwie bestätigt.
Ich war irgendwo in Frankfurt unterwegs zum Hessischen Fernsehen. Keine Ahnung was ich da wollte, auf jeden Fall hat der Hessische Rundfunk ein Studio oder sowas im Maintower in FFM. Und genau da wollte ich hin. Als chronischer Orientierungsspastiker der ich nun mal selbst im Traum bin, bin ich allerdings in den falschen Wolkenkratzer gelaufen, was ich aber erst nach vielen Stockwerken bermerkt habe. Nicht weiter wild, ich bins gewohnt mich zu verlaufen, also Rückzug und wieder raus aus dem Gebäude.
Just in dem Moment hält mich so eine Sicherheits-Wurst an und spielt sich auf: Ich hätte keine Zutrittsberechtigung und meine Kleidung sei nicht angemessen, ich würde zu gammlig aussehen. Er wollte meinen Namen haben, um mir Hausverbot zu erteilen. Nun habe ich (nicht nur im Traum) eine sehr extreme Abneigung gegen alles, was den Ordnungshüter spielen will. Ich hasse private Sicherheitsfuzzis, Ladendetektive, Schnüffler, Ordnungsamt-Fatzken, Türsteher, Politessen, eben gegen alles was sich gern wie ein Hobby-Polizist aufspielt, dabei aber nicht mal den Dreck unter meinen Fingernägeln kontrollieren darf.
Folgerichtig habe ich o.g. Sicherheitswurst (ein fetter Typ lächerlicher Traum-Uniform) den geistigen Mittelfinger gezeigt, ihm gesagt das ich mich nur verlaufen habe und nicht gesehen habe, daß ich hier nicht rein darf und habe den Weg aus dem Gebäude heraus fortgesetzt.
Am Ausgang stand dann wieder so Security-Arschloch, der mich schon kommen sah und mich wohl irgendwie anhand meiner Kleidung erkennen konnte. Er hat sofort eine Digicam rausgeholt und wollte mich fotografieren, woraufhin ich auf den Typen losgegangen bin und ihn gefragt habe, was mit den Aufnahmen passieren soll und was er damit anstellen will. Eine Antwort habe ich nicht bekommen, stattdessen wollte er auch noch meine Personalien (die diese Security-Würste einen Dreck zu intressieren hat) haben. Meine persönlichen Daten gehen niemanden etwas an. Datenschutz olé, Du Sicherheits-Arsch! Es kam zu einem Handgemenge zwischen mir und der Wurst, und dann…
…und dann bin aufgewacht mit einer Mordswut im Bauch. 20 Minuten vor dem Weckerklingeln. Sowas ist mir noch nie passiert. Ich habe mich im Traum derart aufgeregt, daß ich davon wach wurde. Und das war nicht mal ein Albtraum! Im Gegenteil, das ist mehr oder weniger schon die Realität. Ich will gar nicht wissen, welche Daten über mich schon in irgendwelchen Datenbanken stecken, über meine Einkaufsgewohnheiten, meine Kreditkartenumsätze, Gewohnheiten und Gepflogenheiten, mein Leben und meine Persönlichkeit.
Ich werde nie verstehen, wie Leute für nullkomma-irgendwas Prozent Rabatt bei Datensammlern wie HappyDigits oder Payback mitmachen können und damit ihre Persönlichkeit verkaufen. Echt nicht. Diese Security-Arschlöcher aus meinem Traum waren niemand anders als die Bonusprogramme aus dem Real-Life oder einer unserer unsere wahnsinnigen, amoklaufenden Innenminister, die am liebsten noch das kleinste Detail von mir irgendwo speichern würden (Vorratsdatenspeicherung und Terrorabwehr… klar) und einen Dreck auf jegliche Bürgerrechte oder den Datenschutz geben.






Langsam fange ich an, mir ernsthafte Sorgen um Dich zu machen…
ach, da hab ich schon schlimmeres geträumt!
okay, aber aufgewacht bin ich davon - glaube ich - auch noch nie…