Monatsarchiv für den Januar 2006

Die Karawane zieht weiter

Die Karawane zieht weiter

30. Januar 2006, 10:03 Uhr Industrie? Anarchie! Halla

Die Globalisierung frißt ihre Kinder:

SAP-Chef: “Indien wird langsam teuer”

(via Heise)

Henning Kagermann von SAP hält es langsam für zu teuer, in Indien zu entwicklen. Lieber wäre ihm China oder Osteuropa, weil billiger.

Schon schräg irgendwie: Da investieren Firmen gern in aufstrebende Volkswirtschaften bzw. in Schwellenländer, weil diese günstige Lohn-, Produktions- und Entwicklungskosten versprechen, und sobald die Menschen dort dann auch mal was von dem Wohlstand haben wollen, den sie erwirtschaftet haben, läßt man sie fallen und geht ins nächste Schwellenland. Weil’s ja zu teuer wird. Und weil es irgendwo auf der Welt sicher gerade ein anderes “günstiges” Land gibt.

Denkt man in langfristig genug, lohnt sich das ganz sicher. Und es ist den Unternehmen nicht mal übel zu nehmen. Wiso auch? Weil sie es viel schneller schaffen, global zu denken, als alle Regierungen weltweit? Außerdem sind sie schließlich dazu da, Gewinne zu erwirtschaften und nicht dazu der Menschheit Friede und Wohlstand zu bringen… Die Gerechtigkeit, die Verteilung des Kuchens, das ist Sache der Politik. Auch wenn ein Unternehmen seine soziale Verantwortung nicht vergessen darf. Nur: Wo hört die auf? Und wo fängt sie an?

Die Erfahrung hat man übrigens auch schon in Taiwan machen dürfen, als Asus die dortige Fertigung aus Kostengründen nach China verlagert hat.

Paranoid

Paranoid

30. Januar 2006, 01:39 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Heute nacht hatte ich einen komischen Traum, der mir schon etwas zu denken gibt und mir das Motto dieses Blogs (”Persönlich, Paranoid, Polemisch und Therapeutisch”) irgendwie bestätigt.

Ich war irgendwo in Frankfurt unterwegs zum Hessischen Fernsehen. Keine Ahnung was ich da wollte, auf jeden Fall hat der Hessische Rundfunk ein Studio oder sowas im Maintower in FFM. Und genau da wollte ich hin. Als chronischer Orientierungsspastiker der ich nun mal selbst im Traum bin, bin ich allerdings in den falschen Wolkenkratzer gelaufen, was ich aber erst nach vielen Stockwerken bermerkt habe. Nicht weiter wild, ich bins gewohnt mich zu verlaufen, also Rückzug und wieder raus aus dem Gebäude.

Just in dem Moment hält mich so eine Sicherheits-Wurst an und spielt sich auf: Ich hätte keine Zutrittsberechtigung und meine Kleidung sei nicht angemessen, ich würde zu gammlig aussehen. Er wollte meinen Namen haben, um mir Hausverbot zu erteilen. Nun habe ich (nicht nur im Traum) eine sehr extreme Abneigung gegen alles, was den Ordnungshüter spielen will. Ich hasse private Sicherheitsfuzzis, Ladendetektive, Schnüffler, Ordnungsamt-Fatzken, Türsteher, Politessen, eben gegen alles was sich gern wie ein Hobby-Polizist aufspielt, dabei aber nicht mal den Dreck unter meinen Fingernägeln kontrollieren darf.

Folgerichtig habe ich o.g. Sicherheitswurst (ein fetter Typ lächerlicher Traum-Uniform) den geistigen Mittelfinger gezeigt, ihm gesagt das ich mich nur verlaufen habe und nicht gesehen habe, daß ich hier nicht rein darf und habe den Weg aus dem Gebäude heraus fortgesetzt.

Am Ausgang stand dann wieder so Security-Arschloch, der mich schon kommen sah und mich wohl irgendwie anhand meiner Kleidung erkennen konnte. Er hat sofort eine Digicam rausgeholt und wollte mich fotografieren, woraufhin ich auf den Typen losgegangen bin und ihn gefragt habe, was mit den Aufnahmen passieren soll und was er damit anstellen will. Eine Antwort habe ich nicht bekommen, stattdessen wollte er auch noch meine Personalien (die diese Security-Würste einen Dreck zu intressieren hat) haben. Meine persönlichen Daten gehen niemanden etwas an. Datenschutz olé, Du Sicherheits-Arsch! Es kam zu einem Handgemenge zwischen mir und der Wurst, und dann…

…und dann bin aufgewacht mit einer Mordswut im Bauch. 20 Minuten vor dem Weckerklingeln. Sowas ist mir noch nie passiert. Ich habe mich im Traum derart aufgeregt, daß ich davon wach wurde. Und das war nicht mal ein Albtraum! Im Gegenteil, das ist mehr oder weniger schon die Realität. Ich will gar nicht wissen, welche Daten über mich schon in irgendwelchen Datenbanken stecken, über meine Einkaufsgewohnheiten, meine Kreditkartenumsätze, Gewohnheiten und Gepflogenheiten, mein Leben und meine Persönlichkeit.

Ich werde nie verstehen, wie Leute für nullkomma-irgendwas Prozent Rabatt bei Datensammlern wie HappyDigits oder Payback mitmachen können und damit ihre Persönlichkeit verkaufen. Echt nicht. Diese Security-Arschlöcher aus meinem Traum waren niemand anders als die Bonusprogramme aus dem Real-Life oder einer unserer unsere wahnsinnigen, amoklaufenden Innenminister, die am liebsten noch das kleinste Detail von mir irgendwo speichern würden (Vorratsdatenspeicherung und Terrorabwehr… klar) und einen Dreck auf jegliche Bürgerrechte oder den Datenschutz geben.

Los gehts

Los gehts

29. Januar 2006, 20:03 Uhr Lernerei Halla

So. Morgen gehts endlich los mit den Klausurwochen auf der Uni.

Montag Spanisch, Mittwoch Mathe, Donnerstag dann Economics. In der darauf folgenden Woche gehts am Dienstag mit Informatik weiter, Mittwoch Abgabe und Präsentaion eines Booklets mit einer Reihe von Arbeiten für Design und Donnerstag als Abschluss dann noch eine Klausur mit in MultiMedia Technik. Sechs Klausuren in zwei Wochen klingt nach einem vertretbaren Maß, aber wenn ich mir überlege, daß der Stoff pro Klausur vom Umfang her locker dem meiner Ausbildungs-Abschlußprüfung entspricht… Naja, Augen zu und irgendwie durch. Zwei Wochen, vollgepackt mit Spaß, Freude und Spannung. Super. Aber immerhin: Bisher hab ich alles ohne Kippen überstanden.

Danach werden meine Komilitonen sich endlich wieder rasieren (hoffe ich zumindest…) und ich werde mir endlich mal wieder ein Bier einen Kasten Bier eine Flasche Havanna einbauen. Ist doch auch was.
Für heute abend muss es aber erstmal eine Portion Sateé-Hühnchen vom Billig-Chinesen um die Ecke tun. Mit etwas Glück Pech verbringe ich die nächsten zwei Wochen nicht mehr bei irgendwelchen Klausuren, sondern mit dem Kopf in der Kloschüssel.

Wenn ich mir das so überlege, ging es jetzt doch recht schnell

Politisch nicht ganz korrekt

Politisch nicht ganz korrekt

26. Januar 2006, 15:51 Uhr Netzfundstücke Halla

Ich bin ein großer Freund des Politisch unkorrekten…. aber DAS hier zielt dann selbst unter meine Gürtellinie - und die hängt schon verdammt tief…

Eine Zeitungsanzeige von E-On als Gasversorger (”Wir sorgen für das Gas von morgen”) ausgerechnet prominent auf einer Seite mit einem Bericht über Ausschwitz zu platzieren ist crass. Ich dachte immer, bei den Zeitungen achtet jemand auf sowas?!

Frankfurt vs. Offenbach

Frankfurt vs. Offenbach

26. Januar 2006, 13:23 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Frankfurt und Offenbach leben in Harmonie miteinander, die jeweilien Einwohner lieben und respektieren sich…

Selbst die Wikipedia schreibt über das traditionell freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Städten der Stadt Frankfurt und ihrem Klärbecken Trabanten Offenbach.

So wurden unlängst einige Frankfurter gesichtet, die sich die Zeit nehmen, dem Offenbacher Nachbarn liebevoll das Schwimmen beizubringen:

Danke, Michi

Size matters

Size matters

25. Januar 2006, 23:53 Uhr Netzfundstücke Halla

Schon mal versucht, das hier auf einer Postkarte als Adresse unterzubringen? Oder in einem Gespräch?

- “Und? Wo kommst Du her?”
- “Ich komme aus Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. Wie gehts denn so?”

Total krank, echt jetzt. Aber der Dialog könnte sich in dieser Form tausende Male täglich abspielen (Nein, ich bin nicht einfach vor Verzweiflung über der Tastatur zusammengebrochen - Das hat alles Sinn).

Kausal umgekehrter Amoklauf

Kausal umgekehrter Amoklauf

25. Januar 2006, 22:37 Uhr Political correctness Halla

Bei der Bewertung des Zusammenhangs zwischen dem Spielen von gewaltverherrlichenden Computerspielen wie Counterstrike oder eines x-beliebigen anderen Egoshooters und der tatsächlichen physischen Ausübung von Gewalt liegt meiner Meinung nach eine deutlich umgekehrte Kausalität vor. Geiler Satz, oder? Kommt sogar von mir (ehrlich!), ist nicht abgeschrieben.

Was ich damit sagen will, ist folgendes: Computerspiele sind nicht verantwortlich für Gewaltausbrüche im echten Leben. Man verwechselt hier Ursache und Wirkung. Nur weil jemand der seinen Schulflur mit einer Pumpgun leerräumt, auch Egoshooter spielt, heißt das noch lange nicht, daß dieser Egoshooter auch für den Gewaltexzess verantwortlich ist. Auch wenn das soooooooo einfach wäre. Aber da ist schon lange vorher was schiefgelaufen, und das Computerspielen ist höchstens eine weitere Auswirkung dieser geistigen Schieflage.

Auf diesen Zusammenhang ist man offensichtlich auch in der Politik gekommen, auch wenn es ein paar Jahre gedauert hat. So halten die Grünen ein Verbot von “Killerspielen” (allein dieses Wort….!) für “untauglich”. Sehr schön!

Oder man hält es wie dieser Chatter auf GermanBash.org:

< Lorien > ich glaub vorher defragmentier ich meine festplatte, schmeiß alle cds weg und installier löwenzahn, teletubbies, pokemon usw auf meinem rechner. Dann lauf ich Amok. Das wird den Psychologen EINIGES zu denken geben!

Wie immer allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel. In diesem Fall führt das Counterstrike spielen eindeutig zu massiver körperlicher Gewalt…

Google Maps in hoch aufeloest

Google Maps in hoch aufeloest

25. Januar 2006, 10:08 Uhr Netzfundstücke Halla

Google erhöht die Auflösung seiner Satellitenbilder auf maps.Google.com. Langsam wirds mir unheimlich, mittlerweile kann man einzelne Menschen erkennen, von Autos mal ganz zu schweigen. Leider habe ich keine Zeit um mich näher damit zu befassen, aber hier ist zum Beispiel Manhattan in höchster Auflösung - Spektakulär!

Leider hat sich Google lt. Golem erstmal nur um die Auflösung der nordamerikanischen Bilder gekümmert, ich freue mich schon gewaltig auf die entsprechenden Updates für Europa und Deutschland - wieder einen Urlaub gespart. Solange gibts immer wieder Neues auf Google Sightseeing zu sehen.

Haarige Jungs

Haarige Jungs

25. Januar 2006, 00:17 Uhr Netzfundstücke Halla

Aus Solidaritätsgründen ein Hinweis auf das Projekt einiger Komilitonen von mir: Beard Boys - Haarige Jungs.

Stellvertretend für unser aller Leiden bis zum Abschluss der Klausurwochen an der FH am 9. Februar verzichten die zukünftigen Media-Recken auf schmerzhafte Rasuren, leben stattdessen mit dem bartbedingten Juckreiz und sammeln Geld für einen guten Zweck: Blackjack und Nutten Bier.

Update: Wie Philip gerade bemerkt hat, ist das Beard Boys Blog binnen weniger Tage schon ins vordere Drittel der deutschsprachigen Blogs “aufgestiegen” - zumindest was die Zugriffszahlen beim Blogcounter angeht. Respekt!

Das die Topliste des Blogcounter sich ausgerechnet “Schwanzvergleich” nennt… und das im Zusammehang mit einer Bart-Wette…

Versteh ich nicht

Versteh ich nicht

24. Januar 2006, 01:44 Uhr Lernerei Halla

Was zum Geier wollen die von mir?

[…]Begründen Sie mit der Konzeption der Elastizität, warum Produktivität und Bodenpreise quer über alle Gegenden positiv korreliert sind, im Längsschnitt über die Zeit aber negativ verknüpft sind. (Anm.: Economics / VWL zum Thema Preiselastizitäten)

Alles klar - Zeit fürs Bett. Das ist zu spät für heute…