Osthoff for Iraq - Alles nur eine Verschwoerung?
27. Dezember 2005, 13:39 Uhr Derber Shit, Alter! , Political correctness Halla
Susanne Osthoff geht wieder in den Irak zurück (war sie überhaupt schon mal von weg dort?). Obwohl Politiker jeglicher Culeur, das Auswärtige Amt und der Experte für alles, Peter Scholl-Latur, ihr davon abraten.
Eigentlich wollte ich schreiben, was ich davon halte.
Nämlich das diese Frau mangels fehlender Eier (physisch bedingt) über einen ungeheuren Mumm in den Knochen und einen Idealismus wie Che Guevara verfügen muss. Mumm und Idealismus von dem sich so mancher schlaffe und korrumpierte Politiker, der jetzt rumheult, sie möge doch nicht zurückgehen, mal eine Scheibe abschneiden könnte. Idealismus von dem sich auch so manch jammernder Bundesbürger mal was abschauen könnte.
Sicher - an den Verhandlungen zu ihrer Freilassung waren eine Menge Menschen beteiligt, die das ganze Theater verständlicherweise kein zweites Mal mehr durchmachen wollen. Aber Susanne Osthoff war ja auch nicht aus eigennützigen Zwecken im Irak (etwa um Geschäfte zu machen), sondern aus humanitären und wissenschaftlichen Gründen. Ich finde, das ist durchaus etwas, was es in jeder Hinsicht zu unterstützen gilt und was Respekt verdient.
Außerdem rechne ich es dieser Frau persönlich hoch an, daß sie nach ihrer Freilassung keinen Medienaufstand vom Zaun gebrochen hat - keine Interviews, Talkshow-Auftritte, vielleicht noch ein Buch hinterher und dann als “Nahost-Expertin” ab ins N24-Studio? Nein - sie geht nur kurz in ein Nachbarland, erholt sich etwas, sagt ihrer Familie Hallo und geht wieder zurück in den Irak. Mit einem solchen Verhalten wird sie in meinen Augen ausgesprochen glaubwürdig mit ihrer Absicht, den Menschen dort helfen zu wollen (und eben nicht unter einer Profilneurose zu leiden - wie zum Beispiel Peter Scholl-Latour). Sind unsere netten Politiker vielleicht nur angepisst, weil Fr. Osthoff sie mit diesem (unerwarteten!) Verhalten um einige schöne Medienauftritte an der Seite eines glücklichen und dankbaren Entführungsopfers gebracht hat?
Mal von allem abgesehen, sollte man auch daran denken, daß Susanne Osthoff zum Islam konvertiert ist, das Land offensichtlich liebt, vielleicht auch mehr Irakerin als Deutsche ist und -ganz banal- ihr Ehemann dort lebt. Wie, um Himmels willen, will man dieser Frau also “verbieten” dorthin zurückzukehren? Und wie kann man ihr das Verständnis für ihr Verhalten absprechen?
Wie gesagt, eigentlich wollte ich dazu noch mehr schreiben. Aber stattdessen muss ich mich mal über andere Blogs auslassen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Ich dachte immer, ich sei ein paranoider Spinner. Aber es gibt noch andere wie mich (gottseidank).
So vermuten bspw. 24Stunden.de und die Schreibmaschine eine Verschwörung hinter der Entführung, um der Bundesregierung Geld aus den Rippen zu leiern. Hervorragende Idee, finde ich - hätte von mir sein können!
Den Vogel abgeschossen (im Gegensatz zu den beiden o.g. Blogs eher unfreiwillig komisch) hat aber dieses (US-amerikanische) Blog (”Fuck you very much… Germans!”). Der Verfasser vermutet eine Absprache zwischen den Entführern und der Bundesregierung bei der es um den Tausch von Susanne Osthoff gegen den vormals in Deutschland inhaftierten Hisbollah Terroristen Hammadi ging. Grundlage für diese Vermutung ist lediglich die zeitliche Nähe beider Ereignisse. An Polemik und Dummheit übersteigt (bzw. unterbietet) der Beitrag in dem Blog sogar mein übliches Niveau um Längen… Kostprobe gefällig?
America needs to add Germany to the list of countries aiding and abetting terrorists.
[…]
German national Susanne Osthoff, who is neither an archeologist or aid worker but an anti-American radical who has been aiding and abetting enemies of the United States for several years now, was released by her comrades in Iraq.
[…]
“There is no relation between the release of Hamadi and the release of Osthoff,” said Foreign Ministry spokesman Martin Jaeger. Bullshit! You bet your ass there is!
[…]
In the meantime, Osthoff (typical German whore) and her terrorist comrades […]
(The two Malcontents - Fuck you very much… Germans!)






“Che Guevara”, hui! Trotzdem schöner Flame.
Aber hörmal. Sie war für eine langes Interview im Fernsehen: Al Jazeera. Ich habe viele Auszüge gesehen, in denen auch widersprüchliche Aussagen getätigt wurden.
Eines ist klar - der Fall ist Komplex. Und es gibt einige Sachen, die augenscheinlich nicht richtig sind. Z.B. als Beschwerde der Mutter Osthoff an die Bundesregierung formuliert: Die Politik wolle opportunistisch und unfair die Rückehr der Tochter mit dem Einfrieren der Förderungsgelder geiseln.
An diesem Thema wird auch eines überdeutlich (siehe Ami-Blog). Der Irak wurde zum dreckigen, politischen Spielplatz baugeplant, der die Welt in viele Lager zersplittet. Request for Menschenverstand!
fand ich ganz passend dazu:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,3...
hat ein wenig lara croft style - auch wenn die sich selber befreit hätte…
Also die Dame kann ja gerne wieder rüber, aber dann sollte es uns schnuppe sein, ob man sie entführt oder nicht, soll der gesamte Islam sich doch um sie kümmern und sie befreien. Aber ich sehe es nicht ein, dass für so etwas sinnlos noch mehr Geld verpulvert wird. Wir befreien sie gerne wieder, aber dann soll sie die Kosten dafür übernehmen. Die Touristen in den gefährdeten regionen müssen ihre Befreiung auch selber bezahlen….wieso bekommt Frau O. alles geschenkt? Und wie dreist muss man sein sich der Gefahr erneut auszusetztenm und zu erwarten, dass man sie wieder befreit….
Die Frau ist unten durch bei mir…
1. Wiso gehst du davon aus, daß Geld verpulvert wurde? Es ist nicht bekannt, ob ein Lösegeld bezahlt wurde und wenn ja, wie hoch dieses ist.
Und selbst wenn: Gegen die Millionen, die kontinuierlich an allen Ecken und Enden vom Staatsapparat verschleurder werden, dürfte die Summe, die für O. gezahlt wurde vollkommen unbedeutend sein.
2. Woher hast Du die Info, daß Touris für ihre Rettung zahlen müssen? Hast Du das irgendwo nachweislich (Link?)
3. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen “normalen” Touris, die entführt werden und O.:
O. ist eben kein Touri, sondern vor Ort wissenschaftliche Projekte geleitet und humanitäre Aufbauhilfe geleistet. Die Frau war nicht (im Gegensatz zu einem Touri) zum Spaß im Irak. Wäre sie als Geschäftsfrau unterwegs, würde ich Dir 100%ig Recht geben - aber so? Nein, sorry!
Außerdem: Wie schon geschrieben, der Irak ist ihr Lebensmittelpunkt und ihr Mann lebt dort. Mit einem Touri ist das in keinster Weise vergleichbar.
Die Osthoff - Bündel
Als Steffen in seiner im Dezember gestellten Frage nach einer Mittäterschaft von Susanne Osthoff sozusagen die eigene Inszenierung nahelegte, fand ich seinen Beitrag sehr gewagt. Der damalige Kommentar von Reality on the Rocks zeugte geradezu von der…