Monatsarchiv für den August 2005

Gebt mir ein Abgeordnetengehalt

Gebt mir ein Abgeordnetengehalt

25. August 2005, 21:59 Uhr Political correctness Halla

Alle Naselang (am liebsten im Sommerloch) pöbelt irgendein Käseblatt oder ,in keinerem Maßstab, ein Stammtisch rum, daß man doch endlich die Politiktergehälter kürzen sollte. “Die schaffen doch nix’ und kriegen auch noch n’ Haufen Geld für dummes Geschwätz!” - sowas in der Art wird jeder schon mal gehört oder gelesen haben.

Nun bekommt ein normaler Abgeordneter 7000,-/Monat zzgl. einer Kostenpauschale von rund 3500,-/Monat mit der er sein Büro + Material, Reisekosten etc. zahlen muss. So stehen ihm ca. 10.500 Euro im Monat zur Verfügung. Wer mit 1200 Euro im Monat oder noch weniger (Hartz 4 läßt grüßen) hinkommen muss, dem wird der Betrag geradezu paradiesisch erscheinen, keine Frage. Ein Bundeskanzler hat etwas mehr zur Verfügung, ca. 15.000 Euro / Monat, aber so ist das nunmal - an der Spitze wird besser bezahlt beim Fußvolk (siehe Süddeutsche).

Die Frage ist nur: Ist das wirklich zuviel Geld? Oder ist diese Bezahlung durchaus gerechtfertigt?
Meine Meinung dazu: Der Betrag ist voll und ganz in Ordnung.

Sicher gibts hier und da schwarze Schafe, die es irgendwie in den Bundestag geschafft haben und das Geld nicht verdienen. Der überwiegende Teil der Abgeordneten (Spitzenpolitiker sowiso) aber reißt sich den sprichwörtlichen Arsch auf und hat mit Sicherheit keine 35 oder 40 Stunden Woche, sondern erheblich mehr. Ein MdB trägt Verantwortung und steht ständig in der Öffentlichkeit - sowas ist nicht zu unterschätzen. Ich denke, man kann den Job durchaus mit einem Managerposten in der freien Wirtschaft vergleichen: Kein sicherer Job, keine festen Arbeitszeiten, die Leute müssen viel rumreisen, tragen wie o.g. eine Menge Verantwortung und müssen organisieren, taktieren und managen. Fachkenntnis brauchen sie keine - dazu haben sie Mitarbeiter und Experten (bspw. den wissenschaftlichen Dienst des Bundestags), die ihnen zuarbeiten. Ein Manager in der freien Wirtschaft (auf der mittleren Ebene) kommt mit Sicherheit auf mehr als 7000,- plus Firmenwagen, Handy und Notebook (was Abgeordnete über die Kostenpauschale bestreiten müssen).

Vor wenigen Tagen ist SPD-Cheffe Müntefering zusammengebrochen. Anscheinend ein Schwächeanfall. Der Mann ist 65 Jahre alt, da gehen andere in Rente. Lt. Spiegel sah sein Terminkalender einen Arbeitstag von 7:15 bis 23:00 vor - und ich denke, solche Tage dürften gerade im Wahlkampf eher die Regel als die Ausnahme sein. So einen Einsatz für den eigenen Job, der bis zur absoluten Schmerzgrenze geht, kann man eigentlich gar nicht stark genug respektieren. Sein Gehalt? Dazu habe ich leider nichts gefunden, allerdings dürfte es irgendwo zwischen dem normalen Abgeordneten-Gehalt und dem Gehalt des Kanzler liegen. Viel Geld? Ja, vielleicht. Aber der Arbeitseinsatz ist auch gewaltig. Und mir kann keiner erzählen, daß es solchen Leuten ums Geld geht, wenn sie in die Politik gehen. Da wäre man in der freien Wirtschaft (erheblich!!!) besser aufgehoben.

Unabhängig von der politischen Coleur und den politischen Inhalten habe ich zumindest vor der Arbeitsbelastung unserer Politiker einen Heidenrespekt - ich glaube, das wird häufig stark unterschätzt. Man merkts eben nur in solchen Ausnahmefällen, wenn einer vor Erschöpfung mitten im Gespräch zusammenbricht. In der Wirtschaft könnte man die Leute mit einem fetten Gehaltsscheck motivieren, in der Politik ist das Fehlanzeige. Daran sollte man denken, bevor man das nächste mal über die Politikerdiäten pöbelt.

Schneckenpost

Schneckenpost

24. August 2005, 17:48 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Ohje, ich glaube es steht schlimmer um mich als ich dache. Eine Freundin schickt mir eine E-Mail, in der sie mich nach meiner Addresse fragt. Und ich Depp antworte ihr und schicke ihr meine E-Mail Addresse zurück.

Ihre Antwort darauf:

ach komm du scherzkeks - da habe ich doch hingeschrieben… [Anm.: an meine E-Mail Adresse]
ich meine deine PostAdresse (ja das gibt es auch noch)

Entschuldigung, ich und mein Verstand sind derzeit im Urlaub.

Google

Google

24. August 2005, 14:38 Uhr Für Nerds Halla

Google TalkEin neuer Dienst erblickt mal wieder Licht der Welt. Diesmal ein Instant Messenger von Google. Schon länger geisterten Gerüchte darüber durch die Blogosphäre, jetzt isses soweit:

http://www.google.com/talk/

Mal sehen, was das Ding kann und welche Überraschungen Google eingebaut hat. Hat noch jemand einen G-Mail Account für mich über?

Mutproben im Alltag

Mutproben im Alltag

24. August 2005, 13:10 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Bratkartoffeln in der Pfanne bzw. den Herd auf die höchste Stufe drehen, Grill anschmeißen und dann die Wohnung noch schnell verlassen um zur Tankstelle zu fahren um Getränke zu kaufen.

Wenn dann einer dieser Kleingeld-abzählenden Renter vor einem in der Schlange steht, kribbelts richtig…
Aus der Kategorie “Blogeinträge, die Gröning nicht braucht”. Hab ich schon erwähnt, daß ich zwei Wochen Urlaub habe?

Begrifflichkeiten

Begrifflichkeiten

23. August 2005, 19:35 Uhr Für Nerds , Schafferei Halla

Aus gegebenem Anlass mal eine kurze Einweisung in die Begrifflichkeiten zum Thema “Homepages”:

  1. Homepage: Entgegen landläufiger Meinung handelt es sich bei der “Homepage” um die Startseite einer Internetpräsenz, also um das “was man als erste sieht” nachdem man die Addresse der Seite eingetippt und der Browser sie geladen hat, und nicht um die Gesamtheit einer Website. Daher sieht man auch bei vielen Seiten in der Navigation den Punkt “Home”, über den man stets wieder auf die Startseite der Internetpräsenz gelangt. Der Begriff “Homepage” wird häufig fälschlicherweise synonym zum Begriff “Website” verwendet.
  2. Website: Bei der Website handelt es sich um die Gesamtheit einer Internetpräsenz. Mit dem Begriff sind alle Einzelseiten insgesamt gemeint, also bspw. die Startseite und das Impressum und einzelne Artikel und Unterseiten etc. Im Prinzip das englische Pendant zur Internetpräsenz. Ich bin zwar kein Freund von Anglizismen, aber in dem Fall ist das deutsche Wort derart sperrig, daß ich es dem englischen eindeutig vorziehe.
  3. Webseite, Page, Seite: Diese Begriffe sind im Grunde alle synonym und bezeichnen eine einzelne Seite einer Website. Das kann ein bspw. ein vollständig angezeigter Artikel bei Spiegel Online sein, ein alleiniger Beitrag in diesem Blog oder auch das Impressum einer Website. Das alles sind einzelne Seiten (grob gesagt, einzelne HTML-Dateien), die mit diesen Begrifflichkeiten bezeichnet werden.

Manch einer wird das jetzt als kleinkariert oder umständlich bezeichnen, so genau zwischen fast gleich klingenden Begriffen zu unterscheiden. Aber es kann im täglichen Umgang mit Leuten, die sich damit auseinandersetzen müssen wollen wirklich helfen Mißverständnisse zu vermeiden.

Fuck You, Pay Me !

Fuck You, Pay Me !

23. August 2005, 10:45 Uhr Ich und mein Martyrium , Schafferei Goofystylz

Ich bin ja sonst nicht öffentlich am Lammentieren, aber das ist die Höhe! Ich bin seit 7 Jahren in diesem verfickten Entertainmentgeschäft (und jeder der in der Branche arbeitet kann bestätigen, daß es wenig Schlimmeres gibt, außer vielleicht Kriegsgefangener)! Ich habe alles von Fernsehen, EB, Kamera, Ton, Kreativ, Produktion bis Post gemacht - zugegeben nicht alles auf professionellem Level, aber auf jeden Fall mit vollem Einsatz - hab den Scheiß sogar studiert…

…und heute muß ich mir sagen laßen wie man telefoniert!!! Ich hab nicht ganz wach und meine grundsätzlichen Ablehnung von Ämtern etwas mitschwingend das Ordungsamt Frankfurt angerufen, bekam aber Alles was ich wollte, auch wenn die Konversation eher nüchtern und sachlich lief. Chef saß gerade ohne Aufgabe am Tisch neben mir; fataler Fehler von mir diesen Anruf ausgerechnet jetzt zu starten.

Naja, egal. Alles im Sack, dachte ich, legte auf und werde dann doch tatsächlich 10 Minuten belehrt, wie man mir Ämtern umgehen sollte. Mit 27 wird mir noch erzählt wie man telefoniert! Ich laß mir ja gerne sagen wie man Abläufe optimiert, aber ich hab doch bekommen was ich wollte? Schnell und ohne Umschweife, Effizient und Punktgenau. Alles im Sack! Wieso der Stress? Chef war doch garnicht beim Gespräch dabei. Es ist 9 Uhr und ich will die Tante vom Amt ja nicht heiraten! Ich denke, ich kann Leute einigermaßen gut einschätzen und wenn es mehr Arschkriecherei braucht, um was zu kriegen, dann höre ich das schon raus. NÖ, anscheinend werden null Skillz von meiner Seite vorausgesetzt. Smalltalk hier, Schleim da, mehr Info über dies, weniger über jenes… Halt die Fresse.

Ich krieg Plaque! Ein Jahr mach ich die Angestelltennummer noch, wenn dann keine sichtbaren Verbesserungen eintreten, bin ich raus.
Noch ein Tip an die Scharen von Kids, die ins Showbiz wollen: Laßts!
Und ein kurzes Statement an alle Geschäftsführer: FUCK YOU, PAY ME

Angriff auf den Iran wahrscheinlich?

Angriff auf den Iran wahrscheinlich?

22. August 2005, 15:41 Uhr Political correctness Halla

Letzte Woche hatte ich in diesem Beitrag aufgrund eines Artikels von Richard Stallmann bereits darüber spekuliert, ob sich die USA auf eine Militäroperation gegen den Iran vorbereiten. Hellhörig wurde ich bereits einige Tage später, als George Bush in einem Interview auf N-TV sagte, für ihn lägen im Konflikt um die iranischen Atomanlagen auch militärische Optionen auf dem Tisch, falls er die Sicherheit der USA gefährdet sähe (siehe auch Spiegel Online). Eine Argumentation, die mir nach dem Irak-Krieg unangenehm vertraut klingt.

Gestern bin ich über einen Artikel auf Telepolis gestoßen, in dem u.a. über US-Vizepräsident und NeoCon Hardliner Cheney berichtet wird. Verwiesen wird dabei auf einen alarmierenden Artikel bei Newswire, in dem es darum geht das Cheney das strategische Oberkommando der US Streitkräfte angewiesen haben soll, ein Plan für einen Angriff auf den Iran vorzubereiten. Nun denke ich nicht, daß man das allzu wörtlich nehmen sollte, schließlich sind die US Militärs dafür bekannt für jede denkbare Eventualität Pläne in der Schublade zu haben.

Trotzdem fand ich vorallem diesen Teil intressant:

“Vice President Cheney’s office has specifically told the Pentagon that the military should be prepared for an attack on Iran in the immediate aftermath of “another 9-11.” That’s “not conditional on Iran actually being involved in the act of terrorism directed against the United States,” notes Geraldi’s article.

Mit anderen Worten: Sollte es zu einem Terrorangriff in der Größenordung des 11. September auf die Vereinigten Staaten kommen, so wird in dessen Folge der Iran angegriffen. Und zwar unabhängig davon, ob dem Iran eine Beteiligung nachgewiesen werden kann oder nicht. Das muss man sich mal vorstellen: Mir klaut jemand mein Fahrrad und dafür vermöbele ich den nächstbesten Typen, den ich nicht leiden kann (ok, der Vergleich ist etwas platt, aber er trifft die Sache recht gut). Man sollte meinen, daß es heutzutage unmöglich wäre mit solchen Begründungen einen souveränen Staat anzugreifen. Das dachte ich allerdings beim Irak auch…

Der Artikel spekuliert auch über atomare Optionen bei einem solchen Angriff. Angeblich lägen die iranischen Bunkeranlangen zu tief unter der Erde um sie mit konventionellen Waffen zu knacken. Wahrscheinlicher ist aber eher, daß die Kapazitäten des US Militärs durch den Irak-Konflikt derart ausgeschöpft sind, daß ein weiterer Konflikt mit konventionellen Mitteln kaum zu bewältigen ist. Wäre doch auch eine nette Möglichkeit für die US Regierung, neu entwickelte “Mini Nukes” in der Praxis zu testen.

Ich bin gespannt, wohin das führen wird. Der halbe mittlere Osten und damit fast alle Ölvorkommen weltweit (von den russischen mal abgesehen) unter amerikanischer Besetzung?

Alea iacta est

Alea iacta est

22. August 2005, 15:17 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Der aufmerksame Leser hat sicherlich schon mitbekommen, daß sich große Veränderungen in meinem beschaulichen Leben anbahnen.

Ich denke, ich kann ohne Übertreibung behaupten, eben gerade eine der wichtigsten und wohl und folgenreichsten Mails der letzten 5 Jahren geschrieben zu haben. Ich kann nur hoffen, keine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Aber wie war das noch?

Wenn du an eine Weggabelung kommst und weiter gehst, ohne dich entschieden zu haben, dann gehst du wohl rückwärts.

Auflösung des ganzen Theaters folgt in einigen Tagen…

Haschisch

Haschisch

21. August 2005, 15:49 Uhr Political correctness Halla

Im Wahlkampfblog der Grünen macht man sich Gedanken um die Legalisierung von Cannabis. Unabhängig von meiner persönlichen Meinung dazu ist es sicher wichtig ein solches Thema offen zu diskutieren. Was sich mit Beckstein oder Koch als Innenminister garantiert erledigt haben dürfte.

Honsell Bruecke, Pt. 1

Honsell Bruecke, Pt. 1

20. August 2005, 20:25 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Aus gegebenem Anlass stürze ich mich heute abend ins Frankfurter Nachtleben und mache die Andreas Türck Tour. Unter der Honsellbrücke aka Andreas Türck Gedächnisbrücke ist eine nette Party, die ich mir nicht entgehen lassen werde. Vielleicht gehts danach noch in die Vinylbar. Ich vermute nur, der Teil mit dem Blowjob wird sich nicht so ohne weiteres ergeben.