FHM Music
26. August 2005, 16:01 Uhr Industrie? Anarchie! Halla
Es scheint Mode geworden zu sein, einen Download-Dienst für Musik anzubieten. Wie sonst ließe sich erklären, daß selbst das “Männermagazin” FHM einen solchen ins Leben gerufen hat? Gut, nach iTunes von Apple, MusicLoad von der Teleblöd, Sony’s Connect und einigen anderen gibts jetzt also auch FHM-Music des FHM Magazins. Wozu auch immer ein Printmagazin einen Download-Dienst starten muss…?
Herzlich gelacht habe ich über einen Artikel zur Selbstbeweihräucherung in der Printausgabe der FHM zu FHM-Music.de.
Alle Menüs sind animiert und natürlich kann man in jedes Lied reinhören bevor man es kauft.
Super! Animierte Menüs?! Wahnsinn! Absolut Kaufentscheidend für mich. Reinhören geht auch? Spitze. Welcher Shop kann das nicht?
Der Preis pro Lied liegt bei 1,19 Euro durchschnittlich unter dem des bis jetzt größten deutschen Onlinemusicshops.
Ja, damit dürfte wohl Teleblöds MusicLoad gemeint sein. ITunes liegt mit -,99 nochmals drunter.
Die Downloads sind WMA Dateien mit 192kbs, zu allen Liedern kann man auch die Cover als Bilddateien runterladen
Junge, Junge, was für Features. Ich kann mir das Cover ausdrucken. Hammer! Aber Apple- und Linuxuser dürfen dank WMA draußen bleiben. WMA bedeutet auch gleichzeitig wieder: Kopierschutz. Ich kaufe ein Liedchen, darf es dann aber nur x-mal brennen oder kopieren. Was soll das? Wenn ich mir ein Auto kaufe, kann mir doch der Hersteller danach auch nicht vorschreiben, wo ich damit hinfahre?
Davon abgesehen, finde ich 1,19 Euro (oder auch 99 Cent) für einen einzelnen Track zuviel. Nach einem neuen Preismodell der Musikindustrie will man für 2 Euro eine 2-Track Maxi verkaufen. Hmmm… eine Maxi-CD trotz Herstellungs- und Distributionskosten billiger als ein Download? Bei dem dieselben Lizenzkosten anfallen? Das ist nicht nachvollziehbar und zeigt, wie niedrig der Anteil der Herstellungskosten am Gesamtpreis einer CD wirklich sein muss.
Und wie stehts mit der Auswahl? Immerhin hat man angeblich mehr als 500.000 Titel im Angebot.
- Kayne West - Late Registration: gibts nicht.
- Goldfrapp - Supernature: Nö, auch nicht.
- Mando Diao - Hurricane Bar: schon älter, fast Mainstream, gibbet trotzdem nicht.
- Audio Bullys - Generation: Iss’ auch nicht
- The Strokes: Endlich. Alle Alben da.
- Coldplay - X&Y: Auch da. Kunststück, iss’ ja auch in den Charts
- Crazy Frog: Omnipotent auf der Startseite platziert (Nein, nicht im Rahmen eines Chartlistings)
Naja, also alles was man sucht, würde man da auch nicht finden. Abseits des Mainstreams siehts wohl eher mau aus.
Nein, wirklich nicht. Solange sich an Preis, Auswahl und Lizenzmodell nichts ändert, wird der bevorzugte Plattenladen für die meisten Kids wohl weiterhin E-Donkey, Kaazaa oder Schulhof heißen.
Nachtrag: Offensichtlich sind die Bands selbst weiter als deren Plattenfirmen. Wie Golem meldet, macht jetzt Pearl Jam erste Schritte in die richtige Richtung..
Btw.: Anspieltipp ist definitv “Alive”…





