Held vor Allah
25. August 2005, 23:59 Uhr Derber Shit, Alter! Halla
Er habe gehört, wie sich die drei Männer an einer Bushaltestelle unterhielten. Dabei sei der Satz gefallen: “Wir werden morgen als Held vor Allah stehen.” Die Männer hatten einen Rucksack dabei
Dieser Satz und ein Rucksack reichen und man wird in die Öffentlichkeit gezerrt, es werden Fotos gezeigt, man wird von der Polizei gesucht und als “Terrorverdächtiger” bezeichnet. Wer’s nicht glaubt: “1000 Polizisten suchen Terrorverdächtige” auf SpOn.
Die Story: Ein Passant will gehört haben, wie sich in einem Hamburger Bus drei Männer auf arabisch unterhalten haben. Dabei soll o.g. Satz gefallen sein. Der Passant teilt das der Hamburger Polizei mit, die dreht sogleich am Rad.
Das ist doch Wahnsinn. Man kann doch Menschen nicht derart pauschal verdächtigen, nur weil ein Passant sowas glaubt gehört zu haben? Mit dem Satz kann alles möglich gemeint sein, niemand weiß in welchen Kontext der Satz fiel. Fraglich auch, ob der Passant alles verstanden hat. Generalverdacht nur weil die Männer “arabisch” aussahen? Was ist mit der Unschuldsvermutung? Schutz der Privatsphäre, des Persönlichkeitsrechts? Der SpOn veröffentlicht sogleich Fotos der Männer von einer Überwachungskamera und schreibt “Terrorverdächtige” in der Überschrift.
Die Sache verdeutlicht das oft zitierte Dilemma unserer offenen Gesellschaft: Wir können uns nicht effektiv vor Terroranschlägen schützen ohne eben unsere offene Gesellschaft in Frage zu stellen. Ich habe (natürlich) keine Lösung, aber ich weiß, daß ich diese Vorgehensweise ganz sicher nicht gut heiße.





