Monatsarchiv für den August 2005

Sommer Sonne Sonnenschein

Sommer Sonne Sonnenschein

31. August 2005, 12:07 Uhr Erzähls der Parkuhr Halla

Einen schönen Gruß an meine Kollegen in der Firma: Ich geh’ jetzt ins Schwimmbad und freu’ mich meines Urlaubs. Genau wie gestern. Nix mit Computer heute!

Fruchtalarm

Fruchtalarm

30. August 2005, 12:15 Uhr Ich und mein Martyrium , Industrie? Anarchie! Halla

Ich dachte immer, Kinderarbeit sei nur zur Herstellung von Fussbällen oder T-Shirts erlaubt. Offensichtlich ist es aber jetzt auch der Musikindustrie gestattet die Kids zwecks Gewinnmaximierung heranzuziehen. Nach dem Schnappi-Balg und den Tokio Hotel Tunten kommt jetzt die Froop-Göre.

Wer kennt sie nicht, die nervige kleine Tussi aus der Müller-Werbung, die irgendwas von ihrem tollen Froop Fruchalarm Joghurt in die Kamera brabbelt? Nach dem die Werbung überall hoch- und runterlief, kommt jetzt, was kommen mußte: Diese Göre veröffentlicht eine Single. Eben gerade bei Amazon gefunden: “Fruchtalarm” von “Mia Sophie”!

Womit haben wir das nur verdient?

Kommandoaktion

Kommandoaktion

30. August 2005, 12:01 Uhr Netzfundstücke Halla

Die Blogosphäre wird derzeit von gefährlicher Malware überschwemmt. Ein Offline-Virus, das “Kommando 30. August”. Hoppla - der ist ja heute? Brennt jetzt das Spreeblick-Verlagshaus ab? Explodieren die Server des Hostbloggers? Verderben die Lebensmittel in Björn Harstes Supermarkt schlagartig?

Was ist da los? Guerrilla-Marketing Aktion? Bei Allah, wir werden es erleben, heute ist schließlich der 30. August…. (dramatische Musik und so)

Methusalem und sein Kind

Methusalem und sein Kind

30. August 2005, 02:24 Uhr Derber Shit, Alter! Halla

Wenn ich von Leuten, die ich gerade erst kennengelernt habe, gefragt werde, wie alt ich bin beantworte ich das häufig mit einer Gegenfrage und frage auf welches Alter sie mich denn schätzen würden. Besonders intressant sind dabei die Antworten von Frauen, bilden diese doch meine eigentliche Zielgruppe.

Deprimierend, wenn man dann gleich mal auf 29 (ich bin 26!) geschätzt wird, und die befragte Delinquentin in einer anschließenden Befragung auch noch zugibt aus reiner Höflichkeit nicht das magische Alter “30″ ausgesprochen zu haben. Noch deprimierender ist es, wenn man das hören muss, obwohl man glaubt nach einer Woche Urlaub erholt auszusehen.

Mein 9-Punkte Plan gegen vorzeitige Alterung:

  1. Abends statt Grillgut wieder öfter mal einen Früchteshake (Alternative: Centrum-Vitamintabletten)
  2. Ich rasiere mich wieder häufiger (Notiz an mich selbst: Neue Klingen kaufen)
  3. (Noch) mehr Sport
  4. Mehr trinken (Nein, kein Bier, sondern Wasser)
  5. Weniger trinken (Nein, kein Wasser, sondern Bier)
  6. Ein Rezept für Proscar oder Propecia besorgen
  7. Das Album von Tokio Hotel kaufen und durchhören niemals hören - von dem Schrott werde ich griesgrämig
  8. Früher ins Bett gehen, stattdessen auf Vorabend-Nickerchen verzichten (4-5 Stunden Schlaf/Nacht sind einfach nicht genug)
  9. Mit der Raucherei aufhören (sowiso viel zu teuer)

Verdammt, wir wollen doch mal sehen, wer hier wie 30 aussieht!
Andererseits, wie heißt es doch so schön:

- “Wie alt, glauben Sie, Herr Doktor, kann ich werden?”
- “Rauchen Sie?”
- “Nein.”
- “Trinken Sie?”
- “Nein.”
- “Frauen?”
- “Niemals.”
- “Warum wollen Sie alt werden?”

Laserwaffe

Laserwaffe

30. August 2005, 02:13 Uhr Für Nerds Halla

Als technikaffiner Mensch und Unterhaltungselektronikjunkie, der ich nun mal bin, strömt mir bei solchen Produkten die Sabber in den Mundwinkel und das Blut in gewisse Körperteile.

Geisterte vor wenigen Wochen noch die Display Tastatur von Lebedev durch die Online-Medien, so kann diese Tastatur doch wirklich nachhause gehen, vergleicht man sie mit der Laser-Tastatur von Cellulon.

Das Prinzip in Kürze:
Ein kleiner Projektor projeziert per Laser ein Tastaturlayout auf eine plane Oberfläche. Man “tippt” dann in dieser Projektion, ein Sensor “erkennt” die angeschlagene Taste und funkt diese via Bluetooth an ein mobiles Gerät (idealerweise an einen PDA, da dieser über keine eigene Tastatur verfügt). In der Firma hatten wir mal ein Exemplar zur Probe da und es scheint wirklich gut zu funktionieren.

Strategie von einem anderen Stern

Strategie von einem anderen Stern

29. August 2005, 15:58 Uhr Industrie? Anarchie! Halla

Mein Gott, auf welchem Stern lebt eigentlich die Musikindustrie?

iTunes funktioniert und erwirtschaftet 2% von Apples Gewinn. Die Leute sind tatsächlich bereit für legale Downloads zu bezahlen und akzeptieren das neue Vertriebsmodell. Wer hätte es gedacht? Was für den Computeraffinen Menschen schon lange kein Wunder mehr ist, das registriert man jetzt offensichtlich auch in den Vorständen der großen Major-Plattenlabels. Und hat zeitgleich auch schon die Dollarzeichen in den Augen stehen.

Lt. Golem sind der Musikindustrie 99 Cent /Download zu wenig. Stattdessen will man den Preis auf 1,49 Euro anheben. 99 Cent halte ich für einen fairen Preis und gleichzeitig auch für das maximal akzeptable, weil:

  1. Ich kaufe nur einen Track - keine ganze Maxi mit 3 oder 4 Tracks oder gar ein Album.
  2. Den Preis für den Traffic und die Distribution zahle ich, schließlich zahlt mir niemand die Verbindungsgebühren, die beim Download anfallen, darum muss ich mich selber kümmern.
  3. Ich bekomme “nur” eine Datei, keine CD o.ä., also nichts “greifbares”
  4. Will ich den Track auf eine CD brennen, zahle ich den Rohling selber. Vom Brenner und einem Computer mal ganz abgesehen.
  5. Ich bin in der Verwendung der Datei dank DRM eingeschränkt, ich kann damit nicht machen was ich will. Die Anzahl der Kopien ist beschränkt - teilweise selbst wenn ich die Datei auf meinen MP3-Player kopieren will.

Gute Gründe, weshalb mir ein Download nicht mehr als 99 Cent wert ist. Die Musikindustrie will ja neuerdings auch “Billig-Maxis” auf den Markt werfen: 2 Tracks auf CD für 2 Euro. So. Wenn ich für 2 Tracks auf CD 2 Euro zahle, wiso sollte ich dann 1,49 Euro für eine Datei zahlen?

Mit einer solchen Strategie zertritt man das zarte Pflänzchen des legalen Musikdownloads direkt wieder, anstatt es als Zukunftschance zu begreifen und zu fördern. Und alles nur für einen kurzfristigen Gewinn. Wiso ist das so schwer zu verstehen? Mir ist durchaus klar, das auch die Musikindustrie ein Wirtschats- und kein Wohlfahrtsunternehmen ist, und die Produkte nicht verschenken wird. Aber eine solche Preiserhöhung macht auch wirtschaftlich gesehen nicht den geringsten Sinn. Naja, doch, vielleicht für ein oder zwei Quartale. Solange wie die (neugewonnen) Kunden eben brauchen, um sich wieder ihre alte Filesharing Software zu installieren.

New Orleans und der Klimawandel

New Orleans und der Klimawandel

29. August 2005, 15:12 Uhr Derber Shit, Alter! Halla

Junge, Junge… in den Staaten gehts mal wieder ab. Hurricane Katrina setzt New Orleans schwer zu. Zwar sieht es zur Zeit so aus, als käme die Stadt nochmals halbwegs mit einem blauen Auge davon (die befürchtete Flutwelle blieb bisher aus), aber der nächste Hurrican wird mit Sicherheit kommen. Für die Städte, die im Einflussbereich des Golfs von Mexiko liegen, bleibt da eine permanete Unsicherheit.

Da fragt man sich doch, was noch alles passieren muss, bis die US-Regierung endlich anerkennt, das mit unserem Klima was nicht stimmt und die signifikante Häufigkeit von “Anomalien” eben kein statistischer Ausreisser mehr ist, sondern auf unserem Mist gewachsen ist. Wahrscheinlich müssen die volkswirtschaftlichen Schäden durch Unwetter erst die durch Klimaschutzmaßnahmen entstandenen Mehrkosten übersteigen bis man handelt.

Das die Menschheit selbst für diesen Klimawandel und die “Anomalien” verantwortlich zu sein scheint, erkennt mittlerweile selbst die Münchner Rück an, ihres Zeichens der weltgrößte Rückversicherer. Dort hat man zu diesem Thema sogar ein Buch veröffentlicht: “Wetterkatastrophen und Klimawandel - Sind wir noch zu retten?”.
Mich beunruhigt es gewaltig, daß selbst ein eher konservatives Unternehmen wie ein Rückversicherer diese These anerkennt. Zu dem Buch gibts übrigens eine intressante Vorschau im PDF Format. Und warum? Weil die Rückversicherer immer mehr Geld für durch Wetter entstandene Schäden aufwenden müssen. Und damit hat der Klimawandel die Menschheit eben endgültig da gepackt, wo es letzten Endes am schmerzhaftesten ist: Am Geld.

FHM Music

FHM Music

26. August 2005, 16:01 Uhr Industrie? Anarchie! Halla

Es scheint Mode geworden zu sein, einen Download-Dienst für Musik anzubieten. Wie sonst ließe sich erklären, daß selbst das “Männermagazin” FHM einen solchen ins Leben gerufen hat? Gut, nach iTunes von Apple, MusicLoad von der Teleblöd, Sony’s Connect und einigen anderen gibts jetzt also auch FHM-Music des FHM Magazins. Wozu auch immer ein Printmagazin einen Download-Dienst starten muss…?

Herzlich gelacht habe ich über einen Artikel zur Selbstbeweihräucherung in der Printausgabe der FHM zu FHM-Music.de.

Alle Menüs sind animiert und natürlich kann man in jedes Lied reinhören bevor man es kauft.

Super! Animierte Menüs?! Wahnsinn! Absolut Kaufentscheidend für mich. Reinhören geht auch? Spitze. Welcher Shop kann das nicht?

Der Preis pro Lied liegt bei 1,19 Euro durchschnittlich unter dem des bis jetzt größten deutschen Onlinemusicshops.

Ja, damit dürfte wohl Teleblöds MusicLoad gemeint sein. ITunes liegt mit -,99 nochmals drunter.

Die Downloads sind WMA Dateien mit 192kbs, zu allen Liedern kann man auch die Cover als Bilddateien runterladen

Junge, Junge, was für Features. Ich kann mir das Cover ausdrucken. Hammer! Aber Apple- und Linuxuser dürfen dank WMA draußen bleiben. WMA bedeutet auch gleichzeitig wieder: Kopierschutz. Ich kaufe ein Liedchen, darf es dann aber nur x-mal brennen oder kopieren. Was soll das? Wenn ich mir ein Auto kaufe, kann mir doch der Hersteller danach auch nicht vorschreiben, wo ich damit hinfahre?

Davon abgesehen, finde ich 1,19 Euro (oder auch 99 Cent) für einen einzelnen Track zuviel. Nach einem neuen Preismodell der Musikindustrie will man für 2 Euro eine 2-Track Maxi verkaufen. Hmmm… eine Maxi-CD trotz Herstellungs- und Distributionskosten billiger als ein Download? Bei dem dieselben Lizenzkosten anfallen? Das ist nicht nachvollziehbar und zeigt, wie niedrig der Anteil der Herstellungskosten am Gesamtpreis einer CD wirklich sein muss.

Und wie stehts mit der Auswahl? Immerhin hat man angeblich mehr als 500.000 Titel im Angebot.

  • Kayne West - Late Registration: gibts nicht.
  • Goldfrapp - Supernature: Nö, auch nicht.
  • Mando Diao - Hurricane Bar: schon älter, fast Mainstream, gibbet trotzdem nicht.
  • Audio Bullys - Generation: Iss’ auch nicht
  • The Strokes: Endlich. Alle Alben da.
  • Coldplay - X&Y: Auch da. Kunststück, iss’ ja auch in den Charts
  • Crazy Frog: Omnipotent auf der Startseite platziert (Nein, nicht im Rahmen eines Chartlistings)

Naja, also alles was man sucht, würde man da auch nicht finden. Abseits des Mainstreams siehts wohl eher mau aus.

Nein, wirklich nicht. Solange sich an Preis, Auswahl und Lizenzmodell nichts ändert, wird der bevorzugte Plattenladen für die meisten Kids wohl weiterhin E-Donkey, Kaazaa oder Schulhof heißen.

Nachtrag: Offensichtlich sind die Bands selbst weiter als deren Plattenfirmen. Wie Golem meldet, macht jetzt Pearl Jam erste Schritte in die richtige Richtung..
Btw.: Anspieltipp ist definitv “Alive”…

Die Wuerfel sind gefallen, Pt. 2

Die Wuerfel sind gefallen, Pt. 2

26. August 2005, 13:48 Uhr Lernerei Halla

Was ich hier und hier bereits angedeutet habe, ist jetzt offiziell.

Nach 5 Jahren Arbeit in meinem Unternehmen habe ich soeben meinen Job zum Ende nächsten Monats gekündigt. Mein Team ist informiert, mein Cheffe weiß auch Bescheid, seit eben gerade auch der Personalchef.

Ab Oktober werde ich mich wieder in die materielle Unterernährung und die Wirren des Studentenlebens werfen. Und zwar auf der FH Darmstadt als Medien System Designer. Ich denke, alles weitere werde ich mir heute oder morgen abend bei einem Glas einer Flasche Wein von der Seele schreiben. Ich hoffe nur, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Aber das weiß man immer erst hinterher.

Soundtrack der Stunde: The Kinks - Louie, Louie. Kein anderes Lied paßt so gut zum studentischen Lotterleben wie das. In diesem Sinne:

Die Studienjahre sind die Pubertätsjahre des Akademikers.
Dr.-Ing. Rolf Handke

Rock on!

Held vor Allah

Held vor Allah

25. August 2005, 23:59 Uhr Derber Shit, Alter! Halla

Er habe gehört, wie sich die drei Männer an einer Bushaltestelle unterhielten. Dabei sei der Satz gefallen: “Wir werden morgen als Held vor Allah stehen.” Die Männer hatten einen Rucksack dabei

Dieser Satz und ein Rucksack reichen und man wird in die Öffentlichkeit gezerrt, es werden Fotos gezeigt, man wird von der Polizei gesucht und als “Terrorverdächtiger” bezeichnet. Wer’s nicht glaubt: “1000 Polizisten suchen Terrorverdächtige” auf SpOn.

Die Story: Ein Passant will gehört haben, wie sich in einem Hamburger Bus drei Männer auf arabisch unterhalten haben. Dabei soll o.g. Satz gefallen sein. Der Passant teilt das der Hamburger Polizei mit, die dreht sogleich am Rad.

Das ist doch Wahnsinn. Man kann doch Menschen nicht derart pauschal verdächtigen, nur weil ein Passant sowas glaubt gehört zu haben? Mit dem Satz kann alles möglich gemeint sein, niemand weiß in welchen Kontext der Satz fiel. Fraglich auch, ob der Passant alles verstanden hat. Generalverdacht nur weil die Männer “arabisch” aussahen? Was ist mit der Unschuldsvermutung? Schutz der Privatsphäre, des Persönlichkeitsrechts? Der SpOn veröffentlicht sogleich Fotos der Männer von einer Überwachungskamera und schreibt “Terrorverdächtige” in der Überschrift.

Die Sache verdeutlicht das oft zitierte Dilemma unserer offenen Gesellschaft: Wir können uns nicht effektiv vor Terroranschlägen schützen ohne eben unsere offene Gesellschaft in Frage zu stellen. Ich habe (natürlich) keine Lösung, aber ich weiß, daß ich diese Vorgehensweise ganz sicher nicht gut heiße.