Spiel, Satz, Sieg
29. Juli 2005, 10:41 Uhr Schafferei Halla
Gestern nacht bin ich von diesem Meeting aus München zurückgekommen. 400km hin, Meeting über 5Stunden, 400km wieder zurück. Sehr grenzlastig, gestern abend war ich ordentlich im Eimer.
Und es kam natürlich, wie es kommen mußte: 7 Leute aus dem Vertrieb und ein Vertriebsleiter. Und alle wußten alles besser. Natürlich. Und was ist das wichtigste, wenn man eine neue Seite macht? Richtig, die Bilder. Wir wissen nicht welche Inhalte auf die Seite kommen und wie diese strukturiert sein sollen, aber diskutieren wir schon mal die Bilder. Aber nur die auf der Startseite. Weil da im Moment (geht ja um ein Re-Design) zuviel Text drauf ist, muß der Text raus, und alles muss vollgemacht werden mit Bildern. Denn das Internet ist ein visuelles Medium und wir sind alle visuelle Menschen und deshalb muss alles total visuell sein. Sagt der Vertriebsleiter. Aha. Woher er das denn wisse? Tja, “das sei eben so”. Gut, na dann…
Sein Plan: Es gibt acht Produktbereiche, also schmeißen wir alle News und Infos von der Startseite und pflastern sie stattdessen mit je einem Bild eines Produktbereiches zu. Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen, ob wir die Bilder dann auch animieren sollten oder nicht… So gingen die ersten fünf Minuten los. Und das Meeting war für fünf Stunden angesetzt.
Das nervige an diesen Vertrieblern ist einfach, daß sie prinzipiell der Meinung sind, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Je höher sie aufgestiegen sind, desto schlimmer ist es.
Als fünf Stunden später das Meeting vorbei war, haben wir fast alles durchgesetzt was wir wollten. Sic!
Teilweise waren es heftige Diskussionen, aber wir haben gegenüber Agenturen und Freiberuflern, die sich mit Kunden beschäftigen einen Vorteil: Wir arbeiten hausintern in derselben Firma wie unsere “Kunden”. Dadurch können wir ganz anders argumentieren und auch mehr Contra geben, wenn wir sehen, daß eine Idee Mumpitz ist. Und solchen hohen Tiere und dominaten Vertrieblern läßt man erstmal die Zeit, sich aufzuplustern und ihr Revier abzustecken. Wenn sie das geschafft haben und sich King of the Ring fühlen, kann man anfangen seine eigenen Vorstellungen zu vertreten. Und da die eigenen Ideen fast immer besser sind (He, ist das mein Fachgebiet oder seins!?) als die der anderen, knicken Sie nach und nach immer mehr ein bis sie am Ende fast 100%ig auf die eigene Linie eingeschwenkt sind.
Heute vormittag müssen wir das Konzept umschreiben und anpassen, heute nachmittag dann ConfCall mit unserer Konzernmutter in USA um die Hosting-Angelegenheiten zu klären, am Montag steht dann ein erstes Meeting mit unserer Agentur zum Briefen an. Und das normale Tagesgeschäft läuft weiter.
Sommerloch? Ich seh keins.





